Tennis
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epa07997101 Novak Djokovic of Serbia reacts after losing his round robing match against Roger Federer of Switzerland at the ATP World Tour Finals tennis tournament in London, Britain, 14 November 2019.  EPA/WILL OLIVER

Djokovic war nach seiner Niederlage gegen Federer ziemlich bedient. Bild: EPA

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»



Was war das für ein Affiche, was war es für ein Match! Im 49. Duell mit Novak Djokovic hat sich Roger Federer auf beeindruckende Art und Weise für die epische Finalniederlage in Wimbledon revanchiert und seinen Erzrivalen, gegen den er zuvor vier Jahre nicht gewinnen konnte, mit 6:4, 6:3 förmlich vom Platz gefegt.

Im alles entscheidenden Duell um den Halbfinal-Platz an den ATP Finals zeigte der «Maestro» eine Leistung wie vom anderen Stern: er serviert beinahe perfekt, übernahm in den Ballwechseln stets die Initiative, schlug Winner um Winner und beging fast keine Fehler. Am Ende kam er auf 23 Gewinnschläge bei nur fünf (!) «Unforced Errors».

Wer wird Federers Halbfinal-Gegner?

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Federer trifft im Halbfinal auf den Sieger der Gruppe Agassi, der entweder Tsitsipas oder Nadal heissen wird. bild: atp

Djokovic dagegen erwischte nicht seinen besten Tag – 13 unerzwungene Fehler sind eine ungewöhnlich hohe Anzahl für den sonst so soliden Grundlinien-Roboter. Zwischendurch zwickte beim Serben der schon zweimal operierte Ellbogen, doch als Ausrede wollte Djokovic das für die Niederlage nicht gelten lassen.

Das sagte Djokovic zur Niederlage:

«Ich habe heute nicht viel richtig gemacht. Roger war in allen Belangen besser und hat den Sieg absolut verdient. Er hat grossartig serviert und sich gut bewegt. Er hat alles richtig gemacht. Ich habe zu neutral gespielt und konnte seinen Aufschlag nicht lesen. Ein schlechtes Match von mir. Der Ellbogen hat mich nur kurz behindert, es war ein stechender Schmerz. Aber ich konnte ohne Probleme weiterspielen.

Die Niederlage gegen Thiem hat mir etwas Selbstvertrauen genommen und Roger hat das gespürt. Dass er in diesem Alter noch zu gut spielt und sich so gut bewegt, motiviert mich. Ich habe die allergrösste Bewunderung für ihn und das, was er auf dem Court macht. Er ist ein Vorbild – sogar für mich, obwohl er einer meiner grössten Rivalen ist.»

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Die komplette Pressekonferenz mit Djokovic (englisch). Video: streamable

Djokovic startete schlecht in die Partie. Bereits im ersten Game musste er nach einem Doppelfehler einen Breakball zulassen, den er noch magistral abwehrte. Im zweiten Aufschlagspiel unterliefen ihm dann schon zwei Doppelfehler und das erste Federer-Break war nicht mehr abzuwenden.

Das wie eine Wand hinter Federer stehende Publikum war begeistert, einige der 17'800 Zuschauer in der ausverkauften O2-Arena übertrieben es allerdings mit der Unterstützung für ihren Liebling. Alle drei Doppelfehler von Djokovic feierten sie mit tosendem Applaus. Ein paar Federer-Anhänger jubelten sogar bereits, wenn der Serbe einen ersten Aufschlag versemmelte.

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Djokovics Miene nach den zwei Doppefehlern in Serie. bild: screenshot

Für die ehemalige britische Nummer 1 Greg Rusedski ein No-Go: «Es ist respektlos, wenn man nach Doppelfehlern klatscht. Das ist schlicht zu viel», erklärte der heutige Tennis-Experte bei Amazon. «Es macht mir nichts aus, wenn Fans einen Spieler mehr unterstützen als den anderen. Das ist ihr gutes Recht, aber es gibt bestimmte Regeln, an die du dich da draussen halten musst.»

Rusedski glaubt, dass sich Djokovic vom Applaus bei seinen Doppelfehlern aus dem Konzept hat bringen lassen. «Das ging ihm unter die Haut. Vom frühen Break nach den zwei Doppelfehlern erholte er sich nicht mehr.»

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Die Highlights der Partie. Video: streamable

Mitleid mit Djokovic hatte auch Ex-Spielerin und TV-Moderatorin Anabel Croft: «Novak ist ein grossartiger Champion, der so viel erreicht hat in diesem Sport. Was muss er tun, damit ihn die Zuschauer fair behandeln? Der Applaus bei den Doppelfehlern hat ihn getroffen und es schien fast so, als habe er sich danach in sein Schneckenhaus zurückgezogen.»

Mehr zu Federer vs. Djokovic:

Die ehemalige Weltnummer 5 Daniela Hantuchova meinte: «Er hat dem Publikum am Ende nicht einmal zugewunken, als der den Court verliess. Ich kann seine Frustration verstehen. Nach all dem, was er fürs Tennis getan hat, ist das einfach respektlos. Roger ist Roger, aber das war nicht fair.»

Djokovic ist es sich gewöhnt, in Spielen gegen Federer nicht der Liebling der Massen zu sein. Beim epischen Wimbledon-Final war auch das ganze Stadion für Roger, doch da liess sich der «Djoker» nicht aus dem Konzept bringen. «Das war wahrscheinlich der mental anspruchsvollste Match meiner Karriere», sagte er damals, hatte aber einen Trick auf Lager: «Wenn die Leute ‹Roger› sangen, hörte ich ‹Novak›. Das tönt zwar blöd, aber so war das. Ich versuchte mich zu überzeugen, dass es so war.»

Gestern klappte es mit dem Trick offenbar nicht. Zum unfairen Publikum wollte sich Djokovic nach der gestrigen Niederlage aber nicht äussern: «Es war ein wichtiges Spiel und jedes Mal, wenn ich gegen Roger oder Rafa spiele, liegt eine grosse Spannung in der Luft. Es war ein volles Stadion, es war laut, es war elektrisierend – es war eine gute Atmosphäre.»

Tennisspieler mit mindestens zwei Grand-Slam-Titeln (seit 1968)

«Chum jetz, Roger, tritt ändlich zrugg!»

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Bubble Diese Diskussion wurde geschlossen.
31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chrigi-B 15.11.2019 20:21
    Highlight Highlight Aaah was, ein bisschen Fussballatmosphäre schadet dem verstaubten und versnobten Tennis bestimmt nicht.

  • Forcat 15.11.2019 18:18
    Highlight Highlight Ohhh... mimimi... RF hat gewonnen, gut ists. Nole ist und bleibt für mich menschlich unsympatisch. Kaum verloren sind jetzt die RF Fans schuld, naja.
  • Jakal 15.11.2019 18:10
    Highlight Highlight Wie ein Spieler von den Zuschauern wahrgenommen wird, hängt mit spezifischen Charakterzügen des Spielers zusammen. Nole ist nicht Federer, keiner ist Federer. Ein grosser Teil des Publikums mag Nole nicht. Die Leute werden ihre Gründe haben.
  • modjoes 15.11.2019 16:23
    Highlight Highlight Na ja, wenn sich ein Spieler sogar politisch äussert wie Djokovic vor ca. 10-12 Jahren so hat er es nicht anders verdient. Sowas hat noch kein anderer in letzter Zeit im Tennissport getan. Nadal nicht und schon gar nicht Federer. Ich kann die Antipathie verstehen die manche haben, unterstütze sie aber nicht.
    • adam gretener 15.11.2019 17:17
      Highlight Highlight Huch, ein Spieler hat eine Meinung und spricht vor der Kamera nicht wie ein Anwalt. Huch.
    • Jim_Panse 15.11.2019 20:16
      Highlight Highlight Sie haben Recht. Das ist mindestens noch 90% der Zuschauern noch im Gedächtnis was Nole vor ca 10-12 Jahren gesagt hat. Darum mag man Ihn nicht
    • Allion88 15.11.2019 21:12
      Highlight Highlight Er darf doch seine meinung haben. Sagt ja keiner was. Aber er soll dann nicht immer heulen, wenn andere auch über ihn eine meinung haben
  • Thomas_v_Meier 15.11.2019 15:25
    Highlight Highlight Ich mag Djokovic nicht, werde nicht warm mit ihm. Kenne allerdings nur den Tennisspieler und nicht Menschen....hach egal.

    Jedenfalls fand ich das Publikum gestern extrem unfair und teilweise einem Tennispublik unwürdig. Als wären sie direkt aus dem Emirates Stadium* gekommen.....

    *Arsenal und so....
  • Relativist 15.11.2019 15:24
    Highlight Highlight Ach das Gejammer wieder (nicht von Nole). Er hat genau diese Antipathie in Matches gegen Roger auch schon für sich genutzt. Zum Beispiel beim U.S. Open Final 2015. Nole hatte einfach einen schlechten Tag gestern und verdient verloren. Das hat nichts damit zu tun, dass die Fans sich über seine Niederlage gefreut haben.
  • JonathanFrakes 15.11.2019 15:21
    Highlight Highlight Wer bei Doppelfehler des Gegners applaudiert, hat keine Ahnung von Anstand im Tennissport. In der Wimbledon-Broschüre ist sogar extra aufgeführt, dass man nicht klatschen darf bei einem Doppelfehler. Sollte ja eigentlich selbstverständlich sein!
  • Bravo 15.11.2019 14:46
    Highlight Highlight Ich war in Basel an den Swiss Indoors am Halbfinal von RF. In unserer Nähe sass ein angeheiterter und euphorisierter Weisswein trinkender RF-Fan-Dreinschreier. Ich finde, man sollte das Geschreie nach den Ballwechseln oder zwischen Aufschlägen verbieten und auf das Ende der Games beschränken. Man kann RF auch super finden und mit Klatschen anspornen, ohne dass man runterschreit.
  • Guten Tag 15.11.2019 14:43
    Highlight Highlight Die Unterschtützung der Leute hat sich Federer durch seine bescheidene Art über viele Jahre hinweg verdient.
    Novak hat sich oft unbeliebt gemacht. Z.B. durch seine Rolle in Spielerrat.
    Das Federer, und nicht er, von der Gunst der Fans profitieren, ist daher auch völlig richtig und ein Teil des Spiels.


    Ich sehe nichts unfaires.
    • adam gretener 15.11.2019 17:05
      Highlight Highlight Federer bescheiden? Na klar.....
  • Manuel Schild 15.11.2019 14:21
    Highlight Highlight Ich verstehe diesen Hass gegen Djokovic nicht. Nicht nur gegen Federer wird er unfair behandelt und teilweise ausgebuht vom Publikum. Andere auf der Tour sind nicht sympathischer als er.
    • Guten Tag 15.11.2019 14:47
      Highlight Highlight Ja, der der Russe da, wie heisst er noch? Medewev? Hat sich auch mermals mit dem Puplikum angelegt und wirkt auf mich endlos überheblich.
  • LordEdgar 15.11.2019 14:05
    Highlight Highlight Novak Djokovic hat sich mit seinem Vorgehen beim ATP Spielerrat auch keine Sympathiepunkte geholt. Andere Spieler zu parodieren ist auch Geschmacksache, und dass er früher auch mal aufgab wenn es nicht lief trägt auch dazu bei.
    • Boaty McBoatface 15.11.2019 14:18
      Highlight Highlight Früher? War ja gerade eben bei den US Open auch so..
    • modjoes 15.11.2019 16:34
      Highlight Highlight Ein weiterer Punkt: Seine politischen Äusserungen vor ein paar Jahren, diese sind Spitzensport nicht gerne gesehen.
    • Tommyboy Jones 15.11.2019 16:57
      Highlight Highlight Man kann Nole mögen oder nicht, das ist jedem selbst überlassen. Man beklatscht Doppelfehler eines Spielers nicht. So einfach ist das.
  • giandalf the grey 15.11.2019 14:00
    Highlight Highlight Come on... Djokovic ist mental einfach eine Spitzmaus mit Nerven wie verkochte Spaghetti. Ein bisschen Schadenfreude gehört zum Sportfan sein dazu, auch wenn sich Das das elitäre, im Anzug ins Stadion gehende Cüpli-Publikum beim Tennis nicht gewohnt ist. Wo ist denn die Leidenschaft, wenn man maximal auf dem Handrücken applaudierend wohlwollend seinem Lieblingsspieler zunickt? Leidenschaft für Sport heisst doch lauthals zu jubeln, schreiend zu fluchen, sich hämisch lustig zu machen und sich anschliessend trotzdem wieder zu vertragen. Leidenschaft heisst doch etwas zu fühlen und das zu zeigen!
    • eselhudi 15.11.2019 17:41
      Highlight Highlight my man
    • adam gretener 15.11.2019 18:25
      Highlight Highlight Sportmanship, sagt dir nix, was?
  • watsonsonwat 15.11.2019 13:50
    Highlight Highlight Es wäre auch mal an der Zeit dass Federer Djokovic in den Schutz nimmt, wenn Federer wirklich so ein toller Mensch ist, wie man ihm nachspricht.
  • adam gretener 15.11.2019 13:41
    Highlight Highlight Das war schon immer so. Federer-Fans sind absolut unverschämt und unsportlich.

    Und das Schlimmste daran, der "Maestro" könnte das mit einem Interview beenden. Tut er aber nicht, vielleicht winkt ja noch ein Sponsor.

    Tennis. Der neue Pöbel-Sport. Von wegen Gentlemen..
  • aligator2 15.11.2019 13:30
    Highlight Highlight Wenn ein Spieler also einen Doppelfehler macht, darf man nicht jubeln, aber wenn der gleiche Spieler einen unforced error im Ballwechsel begeht schon?

    Wäre mir neu, wenn man im Tennis nur dann über einen Punkt jubelt, der von "seinem" Spieler gewonnen wird.

    Man kann es auch so sehen: Federer spielte so gut, dass Djokovic bei dem Aufschlägen mehr Risiko als normal nehmen musste, um eine Chance zu haben. Was dann im Umkehrschluss aber auch eine höhere Doppelfehlerrate bedeutet.
  • w'ever 15.11.2019 13:25
    Highlight Highlight coaching, die faust richtung gegner nach einem wichtigen punkt, ewige aufschlagvorbereitung. chli selber schuld ist er schon.
    den fehler des gegner bejubeln ist schon ein wenig streng
  • Jim_Panse 15.11.2019 13:06
    Highlight Highlight «Wenn die Leute ‹Roger› sangen, hörte ich ‹Novak›. Das tönt zwar blöd, aber so war das. Ich versuchte mich zu überzeugen, dass es so war.»
    Oje. Das finde ich jetzt schon ein bisschen traurig
  • Fairness 15.11.2019 13:06
    Highlight Highlight So langsam kommt der bald überall sicht- und spürbare Verlust von Ethik und Moral auch im Tennis an. Schade!
    • Team Insomnia 15.11.2019 13:19
      Highlight Highlight Wobei echte Fedifanatiker nie ein wirklich faires Publikum waren.
    • Walterf 15.11.2019 13:38
      Highlight Highlight 1. er heisst Federer
      2. das hat nichts mit Federer zu tun, sondern mit den Fanatikern
      3. hast du dich von 20min hierher verirrt
    • egemek 15.11.2019 14:55
      Highlight Highlight Nenne mir irgendwelche fairen Fanatiker... ;)

Was an der Schweizer Gedenkmünze für Roger Federer so besonders ist

Die Eidgenössische Münzstätte Swissmint widmet erstmals in ihrer Geschichte einer noch lebenden Persönlichkeit eine Schweizer Gedenkmünze: Roger Federer. Der wohl bedeutendste Schweizer Einzelsportler sei auch der perfekte Botschafter der Schweiz, hiess es dazu.

Roger Federer wird mit einer 20-Franken-Silbermünze geehrt. Im Mai 2020 folgt eine Roger-Federer-50-Franken-Goldmünze mit einem anderen Sujet. Kein anderer Schweizer habe weltweit einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie der Tennisspieler, heisst es in einer Medienmitteilung von Swissmint.

Auch neben dem Tennisplatz engagiere sich Federer: Mit seiner 2003 gegründeten Stiftung unterstütze er Hilfsprojekte für Kinder. 2006 wurde er zudem als erster Schweizer zum internationalen Unicef-Botschafter …

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