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Die Grosseltern der 22-jährigen Lara Alqasem stammen aus Palästina. Die israelischen Behörden erlauben ihr nicht, ihr Austauschjahr an der Hebräischen Universität Jerusalem anzutreten.
Die Grosseltern der 22-jährigen Lara Alqasem stammen aus Palästina. Die israelischen Behörden erlauben ihr nicht, ihr Austauschjahr an der Hebräischen Universität Jerusalem anzutreten.
Bild: AP/Alqasem family

Israel verweigert politisch aktiver US-Studentin Einreise – trotz gültigem Visum

10.10.2018, 04:5210.10.2018, 10:36

Nach einer Woche Zwangsaufenthalt im Transitbereich des Flughafens von Tel Aviv will eine Studentin aus den USA nun ihr Recht auf Einreise nach Israel gerichtlich einklagen. Die Studentin Lara Alqasem war am Dienstag vergangener Woche in Israel gelandet, um ein Studienjahr in Jerusalem anzutreten.

Allerdings verweigerten die israelischen Sicherheitsbehörden der politisch aktiven Studentin die Einreise. Seitdem sitzt sie am Flughafen fest.

BDS steht für «Boycott, Divestment and Sanctions» gegen Israel, zu Deutsch «Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen». 
BDS steht für «Boycott, Divestment and Sanctions» gegen Israel, zu Deutsch «Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen». 
Bild: AP/AP

Die Einwanderungsbehörde teilte am Dienstagabend mit, dass Alqasem den Flughafen nicht verlassen will und ein Gericht eingeschaltet habe. Israels Behörden verdächtigen die Studentin, die internationale Boykottkampagne BDS gegen Israel zu unterstützen.

Das Parlament hatte im März ein Gesetz verabschiedet, das BDS-Unterstützern die Einreise verwehren soll. Der Protest der Kampagne richtet sich gegen die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete, sie setzt unter anderem auf den Boykott israelischer Produkte.

Weiterreise jederzeit möglich

Eine israelische Behördensprecherin betonte, dass die Studentin nicht festgehalten werde und jederzeit in die USA heimreisen könne. «Sie steht nicht unter Arrest. Ihr wird lediglich die Einreise verweigert», sagte die Sprecherin. Der Fall der Studentin werde nun von einem Gericht in Tel Aviv geprüft.

Die «Jerusalem Post» berichtete unter Berufung auf Alqasems Mutter, dass die Studentin sich für einen Ein-Jahres-Kurs in Menschenrechten an der Hebräischen Universität Jerusalem eingeschrieben habe. Dafür habe sie ein israelisches Visum bekommen. Die Zeitung berichtete zudem, dass Alqasem an ihrer Heimatuniversität in Florida Vorsitzende einer pro-palästinensischen Studentengruppe gewesen sei.

Gilad Erdan (links) mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Gilad Erdan (links) mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Bild: EPA/AFP POOL

Ein Vertreter der Hebräischen Universität Jerusalem appellierte an die israelischen Behörden, die Studentin einreisen zu lassen. Israels Minister für Innere Sicherheit, Gilad Erdan, sagte am Dienstag im Armeeradio, der Studentin könnte eine Einreisegenehmigung erteilt werden, wenn sie sich öffentlich von der BDS-Kampagne distanziere. (sda/afp)

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