Coronavirus
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So will der Bundesrat die Lebensmittelzufuhr für die Bevölkerung sicherstellen



Bundesrat Guy Parmelin, Bundesraetin Karin Keller-Sutter, sowie Baschi Duerr, Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und Vizepraesident der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD), von rechts, erlaeutern im Anschluss an die Bundesratssitzung die neusten Massnahmen zur Bewaeltigung der Krise um die Pandemie des Coronavirus COVID-19, am Mittwoch, 1. April 2020 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Die Bundesräte Keller-Sutter und Parmelin an der heutigen PK. Bild: KEYSTONE

Der Bundesrat hat Massnahmen zur Abfederung der Folgen der Corona-Krise auf den Agrarmärkten beschlossen. So sollen unter anderem Lebensmittel-Importe flexibilisiert werden, um auf Engpässe reagieren zu können.

Die getroffenen Massnahmen zur Stabilisierung der Agrarmärkte seien Vorsichtsmassnahmen, sagte Wirtschaftsminister Guy Parmelin am Mittwoch vor den Bundeshausmedien in Bern. Es gebe in der Schweiz momentan keine Versorgungsprobleme im Lebensmittelbereich. Die getroffenen Massnahmen würden in den normalen Rechtsbereich fallen und ordentlichen Verordnungen entsprechen.

Gleichwohl haben die Corona-Krise und die damit verbundene Schliessung der Restaurants starke Auswirkungen auf das Konsumverhalten und damit auf die Agrarmärkte, wie der Bundesrat mitteilte. Der Absatz über den Detailhandel sei für gewisse Produkte überproportional gestiegen, während die Nachfrage nach Produkten für den Gastrokanal eingebrochen sei. Eine kurzfristige Anpassung der landwirtschaftlichen Produktion sei nicht möglich.

Grosser Eierkonsum um Ostern

So ist derzeit etwa die Nachfrage nach Eiern und Butter gross. Das sei vor Ostern jedoch nichts aussergewöhnliches, so Parmelin. Um der erhöhten Nachfrage nachzukommen, hat der Bundesrat deshalb die Zollkontingente erhöht. Dadurch sollen diese Produkte vermehrt aus dem Ausland importiert werden können.

Ebenfalls wurden die Bestimmungen für die Kontrolle von importierten Lebensmitteln vorübergehend gelockert. Die Kontrollen könnten in dieser Krisenphase weder in der Schweiz noch im Ausland vollumfänglich sichergestellt werden, so der Bundesrat. Sie könnten deshalb später nachgeholt werden.

Gourmet-Fleisch nicht mehr gefragt

Im Gegensatz zu Eiern und Butter ist die Nachfrage nach Gourmet-Fleisch wie Kalbfleisch, Gitzifleisch und Edelstücke beim Rindfleisch gesunken. Dieses Fleisch wird normalerweise vor allem in Restaurants konsumiert.

Um den Fleischmarkt zu stabilisieren, investiert der Bundesrat drei Millionen Franken für die Einlagerung des Fleisches. Das Geld wird als Nachtragskredit im Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) kompensiert. Zudem verlängert der Bundesrat die Zahlungsfristen und lockert vorübergehend die Bestimmungen für gewisse Kontrolltätigkeiten.

Die ergriffenen Massnahmen haben laut Bundesrat zum Ziel die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und einen Preiseinbruch auf den Märkten mit Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette zu verhindern. (cki/sda)

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MarGo 02.04.2020 09:43
    Highlight Highlight Eier aus dem Ausland und "eingelagertes" Fleisch?

    Dieser Kelch wird an mir vorübergehen... ;)
  • Garp 01.04.2020 19:10
    Highlight Highlight Einlagern? Heisst das einfrieren und dann später in minderer Qualität verkaufen?

    Wer nicht mehr im Restaurant isst, isst zu Hause, richtig. Trotzdem braucht es nicht mehr Lebensmittel um die gleichbleibende Gruppe Menschen zu ernähren. Schaut zu, dass die Bauern Erntehelfer bekommen, für ihr saisonales Gemüse!
  • Paedu87 01.04.2020 18:31
    Highlight Highlight Die würden dieses Fleisch lieber mir bringen als einzulagern...
    • Heb dä Latz! 01.04.2020 18:50
      Highlight Highlight ...nur wenn du schon genug WC-Rollen gehamstert hast.

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