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Nur 18 Prozent nehmen an Parlamentswahl in Haiti teil

Polizei vor einem Wahllokal in Haiti: Die Parlamentswahl vom 9. August war von Gewalt überschattet. 
Polizei vor einem Wahllokal in Haiti: Die Parlamentswahl vom 9. August war von Gewalt überschattet. Bild: Dieu Nalio Chery/AP/KEYSTONE

Nur 18 Prozent nehmen an Parlamentswahl in Haiti teil

21.08.2015, 03:5921.08.2015, 10:27

An den ersten Wahlen in Haiti seit 2011 hat sich nach offiziellen Angaben nicht einmal ein Fünftel der Stimmberechtigten beteiligt. Die Wahlbeteiligung bei der ersten Runde der Parlamentswahl am 9. August habe nur 18 Prozent betragen, sagten Vertreter des provisorischen Wahlrats (CEP) am Donnerstag in Port-au-Prince. 

Im bevölkerungsreichsten Departement Ouest, zu dem die Hauptstadt Port-au-Prince zählt, hätten sogar nur zehn Prozent der Bürger ihre Stimme abgegeben. In keinem Ort in Haiti lag die Beteiligung über 50 Prozent.

In 25 Wahlkreisen müsse der Wahlgang wiederholt werden, weil von dort weniger als 70 Prozent der Protokolle aus den Wahllokalen eingereicht worden seien. Ausserdem kündigten die CEP-Vertreter an, die Urheber von Gewalttaten im Zuge der Wahlen würden bestraft. 

Nach Angaben von zwei Parteien wurden während des Urnengangs zwei Menschen getötet. Ausserdem gab es Plünderungen von Wahlurnen, Schüsse in der Umgebung von Wahllokalen und Drohungen gegen einen Wahlhelfer.

Präsident Martelly steckt in einem Machtkampf mit der Opposition. Seit 2011 sind die Wahlen mehrmals verschoben worden.
Präsident Martelly steckt in einem Machtkampf mit der Opposition. Seit 2011 sind die Wahlen mehrmals verschoben worden.Bild: STRINGER/REUTERS

Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs teilten die CEP-Vertreter nicht mit. Wer zu dem zweiten Wahlgang am 25. Oktober antreten dürfe, sei der CEP-Website zu entnehmen, teilten sie mit. Die Website konnte nach dieser Ankündigung allerdings nicht aufgerufen werden.

Wegen eines tiefen Zerwürfnisses zwischen Staatschef Martelly und der Opposition waren in Haiti seit 2011 keine Wahlen mehr abgehalten worden. Der bitterarme Karibikstaat kämpft immer noch mit den Folgen des schweren Erdbebens vom Januar 2010, bei dem mehr als 250'000 Menschen ums Leben kamen. 

Die Infrastruktur des Landes ist zerstört, hinzu kommen die seit Jahrzehnten grassierende Korruption, Misswirtschaft und politische Gewalt. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik ist tief erschüttert. (trs/sda/afp)

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