Xherdan Shaqiri analysiert seine Gala im Klassiker und lobt FCB-Trainer Magnin
Gratuliere zum Sieg und zu einer besonderen Leistung. Warum spielen Sie gegen Zürich besonders gut?
Xherdan Shaqiri: Das sieht nur so aus. (Lacht.) Ich versuche natürlich, in jedem Spiel meine Leistung zu zeigen. Auch, wenn der Klassiker ein besonderes Spiel ist und wir eine Reaktion auf die schwache Leistung in Salzburg zeigen wollten.
War das ein Sieg für den Trainer?
Was drumherum passiert, interessiert mich nicht. Wir konzentrieren uns auf unsere Leistung auf dem Platz. Alles andere will ich nicht kommentieren. Wir wissen, dass der FC Basel immer Druck hat und alles gewinnen muss. YB hat auch einige Spiele verloren und ich habe das Gefühl, da redet keiner darüber. Da ist der FCB schon noch einmal eine andere Hausnummer. Aber klar, wir haben auch grosse Erwartungen an uns und wissen, dass wir zuletzt nicht so gut gespielt haben.
Von aussen gibt es eine Trainerdiskussion. Wird die teamintern auch geführt?
Wir konzentrieren uns nur auf das, was auf dem Platz passiert. Alles andere können wir nicht beeinflussen. Wichtig ist, dass wir wieder unsere Leistungen zeigen. Ludo gibt jeden Tag alles und trainiert uns mit Freude. Der Sieg war darum auch für ihn wichtig, aber auch für uns alle. Man hat gesehen, dass wir heute alle gemeinsam gewinnen wollten.
So spielen Sie zumindest nicht gegen den Trainer.
Wie gesagt: Wir konzentrieren uns auf den Platz. Ludo macht seinen Job sehr gut, Alle kommen mit Freude zur Arbeit. Und heute gehen auch die Fans wieder mit einem guten Gefühl nach Hause.
War das heute eine Wiedergutmachung für den Donnerstag in Salzburg?
Ganz klar. Wir wollten eine Reaktion zeigen und hatten einen gewissen Druck. Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können, doch ich denke, wir haben verdient gewonnen.
Dank Ihres Siegtors in der Nachspielzeit.
Dafür bin ich da. Ich habe die Qualität, solche Tore zu machen und wollte unbedingt bis zum Schluss noch den Siegtreffer erzielen.
Was ging Ihnen durch den Kopf, als der Ball nach 34 Sekunden schon im FCB-Tor lag?
Ich bin ruhig geblieben, denn das passiert im Fussball. Wir sind dann zum Glück schnell zurückgekommen und konnten den Sack Last-Second zumachen. Die drei Punkte sind extrem wichtig.
Geniessen Sie als Offensivspieler ein Match mit sieben Toren?
Viele Tore sind immer schön, aber man regt sich auch auf über die dummen Fehler vor den Gegentoren. Aber heute haben wir Moral gezeigt und konnten das Spiel mehrfach drehen.
Der Freistosstrick vor dem 3:2 sah abgesprochen aus.
Wir haben das im Trainingslager mal so probiert, da ging es in die Hose. Ich sah, dass die Distanz perfekt war und rief Philip Otele und Dominik Schmid zu mir und entschied, dass wir es erneut probieren. Und dann hat es geklappt.
Kommt der FCB jetzt ins Rollen?
Hoffentlich. Es war wichtig, dass wir eine Reaktion gezeigt und Moral bewiesen haben. Es stehen wichtige Spiele an, da brauchen wir Selbstvertrauen und dieses konnten wir heute aufpolieren.
Zunächst kommt Pilsen in der Europa League ins Joggeli, dann Leader Thun. Da kann eine Vorentscheidung im Titelrennen fallen.
Wir schauen Spiel für Spiel. Zunächst liegt der Fokus auf Pilsen, dann auf Thun. Ich werde ja leider nicht mittun dürfen, da ich gesperrt bin. (riz/aargauerzeitung.ch)
