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Die Brände wüten in zahlreichen Provinzen Griechenlands, wie hier in Evia.
Die Brände wüten in zahlreichen Provinzen Griechenlands, wie hier in Evia.
Bild: keystone

Inferno in Griechenland immer noch ausser Kontrolle: «Wir haben kein Wasser!»

08.08.2021, 07:3808.08.2021, 22:30

In fast allen Brandgebieten Griechenlands toben die Flammen auch am Sonntag mit unverminderter Intensität. Überall kämpften Rettungskräfte sowie Bürgerinnen und Bürger auch am Wochenende bis zur Erschöpfung gegen das Inferno an. Bei den Menschen machte sich Unmut über unzureichende Hilfen breit, doch international sind die Appelle angekommen.

«Es gibt grosse Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht.»

Im Norden der Insel Euböa haben sich bei der Bekämpfung der Waldbrände am Sonntagabend dramatische Szenen abgespielt. Im Küstenort Pefki konnten Feuerwehr, Militär und Bürger den Flammen nichts mehr entgegensetzen, wie Fernsehbilder zeigten. «Wir haben kein Wasser!», riefen die Menschen und schleppten noch die letzten Tropfen aus Brunnen in Schubkarren und Eimern herbei, während die Löschzüge tanken fahren mussten.

Eine Person rettet sich ins schützende Wasser, Griechenland am 8. August 2021.
Eine Person rettet sich ins schützende Wasser, Griechenland am 8. August 2021.
Bild: keystone

Ältere Menschen wurden von Helfern zur Küste getragen, um von dort mit Booten gerettet zu werden. Viele Häuser fingen Feuer, mancherorts versuchten die Menschen, Bäume neben den Gebäuden zu fällen, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Löschflugzeuge seien stundenlang nirgends zu sehen, berichtete der Sender Skai.

Auch Katzen und Hunde wurden eingesammelt und am Ufer zusammengetrieben, Griechenland am 8. August 2021.
Auch Katzen und Hunde wurden eingesammelt und am Ufer zusammengetrieben, Griechenland am 8. August 2021.
Bild: keystone

Die Region ist in dichten Rauch gehüllt, Südostwind treibt die Flammenfront immer weiter in Richtung des nördlichsten Zipfels der Insel. Weite Teile der Gegend sind mittlerweile evakuiert.

Löschflugzeug in Griechenland notgelandet

Auf Euböa hat am Sonntag verstärkt der Einsatz von Löschflugzeugen begonnen, nachdem die Brände im Norden Athens vorerst nachgelassen hatten und die Flieger in der dicht besiedelten Region nicht mehr so dringend gebraucht wurden.

Menschen wurden auf Booten vor den Flammen gerettet, Griechenland am 8. August 2021.
Menschen wurden auf Booten vor den Flammen gerettet, Griechenland am 8. August 2021.
Bild: keystone

Aus der Schweiz ist Hilfe unterwegs: Die Schweizer Armee hat drei Löschhelikopter geschickt. Diese sollen ab Sonntag erste Einsätze fliegen. Die Schweizer Botschaft in Griechenland schreibt auf Twitter: Drei Superpumas der Schweizer Luftwaffe samt Crews wurden auf Athens Internationalem Flughafen von Diplomat Marc Bruchez in Empfang genommen.

Die Arbeit der Rettungskräfte ist insgesamt herausfordernd: «Es gibt grosse Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht», sagte der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias. Auf der Insel gibt es zwei gewaltige Feuerfronten.

Ein kleines griechisches Löschflugzeug vom Typ PZL ist am Sonntagabend wegen eines Motorschadens auf der Insel Zakynthos notgelandet. Der Pilot sei wohlauf, berichtete das griechische Staatsfernsehen (ERT) unter Berufung auf die Zivildienstzentrale in Athen. Er war bei den Löscharbeiten eines Feuers im Einsatz, das auf der Insel im Ionischen Meer ausgebrochen war.

Brände auf Peloponnes ausser Kontrolle

Ausser Kontrolle war am Sonntagmorgen auch die Situation auf der Halbinsel Peloponnes. Der gefährlichste Brand tobte dort südlich der Kleinstadt Megalopolis. Ein weiterer Brand frass sich aus dem Westen der Insel bei Olympia immer weiter ins dicht bewaldete gebirgige Arkadien im Inneren der Halbinsel.

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Der Kampf der Türkei und Griechenlands gegen die Flammen
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Erstmals seit Beginn der Waldbrände auf der Insel Euböa Anfang der Woche sind dort am Sonntag massive Lufteinsätze gegen die Flammen geflogen worden. Im nördlichen Teil der Insel stehen viele Quadratkilometer Wald in Flammen, von Samstag auf Sonntag kämpften die Bewohner gegen bis zu sieben Kilometer lange Feuerwände.

Die Verbitterung bei den Menschen ist gross, weil die Löscharbeiten aus der Luft sich in den vergangenen Tagen auf den Norden Athens konzentriert hatten. «Man hat uns brennen lassen», sagte ein Mann dem Fernsehsender Skai. Man habe keine andere Wahl gehabt, heisst es hingegen bei den Rettungskräften. «Wir konnten nicht überall sein. Man muss sich nur vorstellen, die Flammen im Norden Athens hätten sich auf dicht besiedeltes Gebiet ausgeweitet», wurde ein Feuerwehrmann zitiert.

Brände wüten in Türkei weiter
Die Türkei kämpft schon den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die südwesttürkische Provinz Mugla. Dort brach am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge ein weiteres Feuer in der Nähe des internationalen Flughafens Dalaman aus. Von einer Beeinträchtigung des Reiseverkehrs war zunächst nichts bekannt.

Schweizer Helis ab Sonntag im Einsatz

Drei Super-Puma der Luftwaffe fliegen in Griechenland Löscheinsätze.
Drei Super-Puma der Luftwaffe fliegen in Griechenland Löscheinsätze.
Bild: keystone

Die Bürgermeister der Region fordern mehr Hilfe aus der Luft. Sie bemängelten, dass die Entscheidungsträger in Athen in den vergangenen zwei Tagen mehr Löschflugzeuge im Raum der griechischen Hauptstadt einsetzten – mit dem Ergebnis, dass die Brände in den Provinzen ausser Kontrolle gerieten.

Für den Einsatz sind auch maximal 40 Mitarbeitende der Schweizer Armee nach Griechenland gereist, wie das Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bekannt gegeben hatte. Bereits am Freitagnachmittag hatte sich ein Soforteinsatzteam mit einem Flugzeug der Schweizer Luftwaffe auf den Weg nach Griechenland gemacht. Der Einsatz dauert voraussichtlich 10 Tage, eventuell auch länger.

Im Norden der griechischen Hauptstadt entspannte sich die Lage am Sonntag weiter. Die Feuerwehr und freiwillige Helfer sowie das Militär könnten jetzt kleinere Brandherde löschen, sagte ein Offizier der Feuerwehr im Staatsrundfunk.

An den Löscharbeiten nehmen in den nächsten Tagen Feuerwehrleute aus Rumänien, Frankreich, Zypern, Kroatien, Israel, Grossbritannien, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ägypten, Katar und Kuwait teil. Auch Feuerwehrleute aus Deutschland werden Mitte nächster Woche in Athen erwartet. (amü/sda/dpa)

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Waldbrände in Griechenland

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Waldbrände in Griechenland
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