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Kampfmontur und Vollbart: E. D. auf einem in Syrien aufgenommenen Bild.
Kampfmontur und Vollbart: E. D. auf einem in Syrien aufgenommenen Bild.

Mann verhaftet – Angeblicher «IS»-Kämpfer soll in Schweizer Asylzentrum gelebt haben

23.11.2019, 17:4423.11.2019, 19:53

Gemäss einem Bericht des türkischen Portals Yeni Özgür Politika soll ein «IS»-Kämpfer in die Schweiz eingereist sein und in Asylzentren des Bundes gewohnt haben. E. D. soll vor gut einem halben Jahr als Flüchtling in die Schweiz eingereist sein. In Syrien habe er an Kampfhandlungen gegen die Kurden teilgenommen.

Zunächst soll er im Asylzentrum des Bundes in Altstätten SG untergebracht worden sein, danach im vom Staatssekretariat für Asyl (SEM) betriebenen Zentrum für abgewiesene Asylbewerber in Kreuzlingen TG.

Dort soll ein anderer Bewohner den Mann als Mitglied der Terrormiliz «Islamischer Staat» erkannt haben. Die Person wandte sich an die Zentrumsleitung. Diese soll nach Belegen für die behauptete «IS»-Mitgliedschaft von E. D. gefragt haben.

Der Bewohner zeigte darauf ein Foto auf seinem Handy, das E. D. mit Bart und in Kampfmontur vor einem Auto zeigt. Das Foto soll der «IS» publiziert haben, als er den Tod eines Kämpfers publik machte. Dabei soll fälschlicherweise das Bild von E. D. verwendet worden sein.

Oberstaatsanwaltschaft bestätigt Verhaftung

Die Zentrumsleitung informierte die Polizei, welche E. D. umgehend in Gewahrsam nahm. Wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau gegenüber Crime Schweiz bestätigte, sei am letzten Samstag ein Mann «wegen des Tatverdachts einer rechtswidrigen Einreise» verhaftet worden.

Weil der Verdacht einer Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung bestehe, haben die Thurgauer Behörden umgehend die Bundesanwaltschaft informiert. «Die Einvernahme durch die Kantonspolizei Thurgau erfolgte aus diesem Grund in Gegenwart von Beamten der Bundeskriminalpolizei», so ein Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft. Unterdessen befindet sich der Syrer in Ausschaffungshaft.

Ob die Bundesanwaltschaft (BA) ein Verfahren wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eröffnen wird, konnte «Crime News» am Freitag nicht abschliessend in Erfahrung bringen.

«Gemäss unserem Kenntnisstand verzichtete die Bundesanwaltschaft mangels ausreichendem Anfangsverdacht auf die Eröffnung einer Strafuntersuchung», sagte ein Vertreter der Oberstaatsanwaltschaft am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Hinblick auf Terrorismus. Zur Nationalität des Mannes machte er keine Angaben. Eine Anfrage von watson zum Thema bei der BA ist hängig.

Bei anderen Bewohnern angeeckt

Gemäss dem Bericht von «Yeni Özgür Politika» soll E. D. bei den anderen Bewohnern der Asylzentren in Altstätten und Kreuzlingen angeeckt sein. Er habe gute Beziehungen zu den Mitarbeitern der Zentren und den für die Sicherheit zuständigen Privatfirmen gepflegt. Ausserdem habe er auf ärztliche Verschreibung hin andere Mahlzeiten als die übrigen Bewohner erhalten.

E. D. soll in Gesprächen Informationen über die anderen Bewohner gesammelt haben und sie mit seinem Handy gefilmt haben. Zunächst habe er angegeben, aus der kurdisch dominierten Stadt Qamishlo in Nordsyrien zu stammen und lediglich Arabisch zu sprechen.

Doch schon bald sei klar geworden, dass er auch sehr gut Deutsch, Kurdisch und Türkisch spreche. Einem kurdischen Asylbewerber gegenüber gab er an, in den Reihen der kurdische YPG gegen den «IS» gekämpft zu haben. Nachdem er bei Kämpfen verwundet worden sei, sei er in der Türkei in einem Krankenhaus behandelt worden und von dort in die Schweiz gekommen. (cbe/sda)

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Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

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Syrische Armee unterstützt Kurden in Nordsyrien

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Smeyers
23.11.2019 18:04registriert August 2017
Bitte nach erfolgreicher und positiver Abklärung, den kurdischen Unabhängigkeitskämpfern übergen.
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MaxHeiri
23.11.2019 18:34registriert März 2016
Wieso wurde der nicht rascher ausgeschafft?
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9
«Dunkler Tag»: Keine Einigung auf Syrien-Hilfe im UN-Sicherheitsrat

Der UN-Sicherheitsrat hat sich zunächst nicht auf die Fortsetzung lebensnotwendiger humanitärer Hilfe für Millionen notleidende Syrer einigen können. Bei einer zuvor mehrfach verschobenen Sitzung legte Russland am Freitag in New York ein Veto gegen einen von Irland und Norwegen verfassten Resolutionsentwurf ein, der die Fortsetzung des wichtigen Hilfsmechanismus in dem Bürgerkriegsland um ein weiteres Jahr vorsah. China enthielt sich, die anderen 13 Mitgliedsländer stimmten dafür.

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