Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Kampfmontur und Vollbart: E. D. auf einem in Syrien aufgenommenen Bild.

Mann verhaftet – Angeblicher «IS»-Kämpfer soll in Schweizer Asylzentrum gelebt haben



Gemäss einem Bericht des türkischen Portals Yeni Özgür Politika soll ein «IS»-Kämpfer in die Schweiz eingereist sein und in Asylzentren des Bundes gewohnt haben. E. D. soll vor gut einem halben Jahr als Flüchtling in die Schweiz eingereist sein. In Syrien habe er an Kampfhandlungen gegen die Kurden teilgenommen.

Zunächst soll er im Asylzentrum des Bundes in Altstätten SG untergebracht worden sein, danach im vom Staatssekretariat für Asyl (SEM) betriebenen Zentrum für abgewiesene Asylbewerber in Kreuzlingen TG.

Dort soll ein anderer Bewohner den Mann als Mitglied der Terrormiliz «Islamischer Staat» erkannt haben. Die Person wandte sich an die Zentrumsleitung. Diese soll nach Belegen für die behauptete «IS»-Mitgliedschaft von E. D. gefragt haben.

Der Bewohner zeigte darauf ein Foto auf seinem Handy, das E. D. mit Bart und in Kampfmontur vor einem Auto zeigt. Das Foto soll der «IS» publiziert haben, als er den Tod eines Kämpfers publik machte. Dabei soll fälschlicherweise das Bild von E. D. verwendet worden sein.

Oberstaatsanwaltschaft bestätigt Verhaftung

Die Zentrumsleitung informierte die Polizei, welche E. D. umgehend in Gewahrsam nahm. Wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Thurgau gegenüber Crime Schweiz bestätigte, sei am letzten Samstag ein Mann «wegen des Tatverdachts einer rechtswidrigen Einreise» verhaftet worden.

Weil der Verdacht einer Mitgliedschaft einer terroristischen Vereinigung bestehe, haben die Thurgauer Behörden umgehend die Bundesanwaltschaft informiert. «Die Einvernahme durch die Kantonspolizei Thurgau erfolgte aus diesem Grund in Gegenwart von Beamten der Bundeskriminalpolizei», so ein Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft. Unterdessen befindet sich der Syrer in Ausschaffungshaft.

Ob die Bundesanwaltschaft (BA) ein Verfahren wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eröffnen wird, konnte «Crime News» am Freitag nicht abschliessend in Erfahrung bringen.

«Gemäss unserem Kenntnisstand verzichtete die Bundesanwaltschaft mangels ausreichendem Anfangsverdacht auf die Eröffnung einer Strafuntersuchung», sagte ein Vertreter der Oberstaatsanwaltschaft am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Hinblick auf Terrorismus. Zur Nationalität des Mannes machte er keine Angaben. Eine Anfrage von watson zum Thema bei der BA ist hängig.

Bei anderen Bewohnern angeeckt

Gemäss dem Bericht von «Yeni Özgür Politika» soll E. D. bei den anderen Bewohnern der Asylzentren in Altstätten und Kreuzlingen angeeckt sein. Er habe gute Beziehungen zu den Mitarbeitern der Zentren und den für die Sicherheit zuständigen Privatfirmen gepflegt. Ausserdem habe er auf ärztliche Verschreibung hin andere Mahlzeiten als die übrigen Bewohner erhalten.

E. D. soll in Gesprächen Informationen über die anderen Bewohner gesammelt haben und sie mit seinem Handy gefilmt haben. Zunächst habe er angegeben, aus der kurdisch dominierten Stadt Qamishlo in Nordsyrien zu stammen und lediglich Arabisch zu sprechen.

Doch schon bald sei klar geworden, dass er auch sehr gut Deutsch, Kurdisch und Türkisch spreche. Einem kurdischen Asylbewerber gegenüber gab er an, in den Reihen der kurdische YPG gegen den «IS» gekämpft zu haben. Nachdem er bei Kämpfen verwundet worden sei, sei er in der Türkei in einem Krankenhaus behandelt worden und von dort in die Schweiz gekommen. (cbe/sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Türkei startet Offensive gegen Kurden in Syrien

Syrische Armee unterstützt Kurden in Nordsyrien

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Satan Claws 24.11.2019 01:40
    Highlight Highlight Das hiesse ja, je mehr Flüchtlinge wir aufnehmen umso höher ist die Chance dass ein Verbrecher erkannt wird.

    PS das Chaos kann nicht kontrolliert werden und selbst die Grenzen zu schliessen Schützt uns nicht vor Gewalt. Das einzige was hilft wäre mehr Liebe. Unsere Gesellschaft ist kalt und schliesst jeden aus der nicht der Norm entspricht. Jeder möchte Anerkennung erfahren und wir sind selbst Schuld daran, wenn einige diese nur von Terroristen erhalten. Wie sehr muss jemand leiden um den Tod anderer als Befreiung zu sehen. Egal ob Amokläufe oder Terror, die Ursache ist Ungerechtigkeit.

    • Cédric Wermutstropfen 25.11.2019 03:17
      Highlight Highlight „Das einzige was hilft wäre mehr Liebe.“

      Tja, mir gegenüber bezeugst Du aber jeweils alles andere als Liebe. Da bist Du ein schlechtes Vorbild. Vielleicht solltest Du einfach mal beginnen mich zu lieben und unterstützen. Sei mein Robin 😅
    • Satan Claws 25.11.2019 11:38
      Highlight Highlight @Cédric Wermutstropfen

      Sollte ich Ihnen zu wenig Liebe entgegen gebracht haben tut es mir leid. Ich wusste nicht, dass Sie am Rande der Gesellschaft leben, werde dies aber fürderhin berücksichtigen.

      PS jemanden zu lieben heisst auch ihn vor offensichtlichen Fehlern zu bewahren und ihn bestimmt nicht in solchen zu unterstützen.

      Sehen Sie wie sehr ich Sie mag.

  • MaxHeiri 23.11.2019 18:34
    Highlight Highlight Wieso wurde der nicht rascher ausgeschafft?
    • Tooto 23.11.2019 19:28
      Highlight Highlight Weil wir ein Rechtssystem haben.
  • Smeyers 23.11.2019 18:04
    Highlight Highlight Bitte nach erfolgreicher und positiver Abklärung, den kurdischen Unabhängigkeitskämpfern übergen.
    • Maracuja 23.11.2019 20:53
      Highlight Highlight Es gibt doch keinen kurdischen Staat, man kann Personen in Ausschaffungshaft nicht einfach irgendwelchen Unabhängigkeitskämpfern übergeben, mal abgesehen davon, dass die Kurden nach dem Verrat des Westen ganz andere Sorgen haben. Man kann Personen nur in ihr Heimatland ausschiffen, in diesem Fall also Syrien. Mit Garantie wird er sich auf das Non-Refoulement-Prinzip berufen.
    • Garp 23.11.2019 20:56
      Highlight Highlight Die Kurden haben derzeit ganz andere Sorgen.
  • Turicum04 23.11.2019 17:53
    Highlight Highlight Ein Einzelfall. Es soll uns eine Freude sein, wenn wir Geflüchteten eine bessere Zukunft bei uns bieten können.
    • 044 508 39 39 het sie gseit 23.11.2019 19:23
      Highlight Highlight ja natürlich. es macht richtig spass...

Nationalratskommission ist für Präventivhaft bei potentiellen Terroristen

Die vom Bundesrat vorgeschlagene verstärkte Terrorismusbekämpfung stösst auch in der vorberatenden Nationalratskommission auf Anklang. Sie empfiehlt ein doppeltes Ja zu zwei Vorlagen. Verschärfend beantragt die Kommission, das Instrument der Präventivhaft einzuführen.

Die grosse Kammer hatte im vergangenen Herbst eine entsprechende Motion angenommen. Nun beantragt ihre Sicherheitspolitische Kommission (SiK) mit 11 zu 10 Stimmen bei 4 Enthaltungen, dass die polizeilichen Massnahmen um eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel