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Vaduz' Spieler feiern den Aufstieg im Fussball Barrage Rueckspiel zwischen dem FC Thun aus der Super League und dem FC Vaduz aus der Challenge League, am Montag, 10. August 2020, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Spieler und Staff des FC Vaduz jubeln über den Aufstieg. Bild: keystone

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Der geläuterte FC Vaduz verdient Respekt

Der FC Thun steigt in die Challenge League ab. Der Gegner aus Liechtenstein war über 180 Minuten die bessere Mannschaft.

Markus Brütsch / ch media



Am Ende vergessen die Vaduzer noch einmal die Abstandsregeln. Sie feiern mit einer Jubeltraube die Rückkehr in die Super League. Nach dem 2:0 im Hinspiel verlieren sie in Thun zwar 3:4, schaffen den Aufstieg aber doch souveräner, als das Ergebnis es vermuten lässt. Über 180 Minuten sind sie das bessere Team gewesen.

Für die Thuner dagegen ist der Abstieg nach zehn Jahren in der Super League besiegelt. Sie verabschieden sich zwar als Sympathieträger des Schweizer Fussballs in die Challenge League, aber kaufen können sie sich dafür nichts. Und wie es dort mit ihnen weitergeht, ist offen und wird vom weiteren Verlauf der Coronakrise mitbestimmt.

Präsident Markus Lüthi sagt, die Infrastruktur sei nur über die Super League finanzierbar. Dieses Modell breche nun weg und sie müssten genau analysieren, was künftig noch möglich sei. Doch mit ihren Sorgen sind die Berner Oberländer nicht allein. Der Entscheid des Bundesrats, ob bald wieder mehr als 1000 Zuschauer zugelassen werden können, ist für die ganze Liga von grösster Bedeutung.

Die speziellen Umstände dieser Spielzeit sollen die Vaduzer aber nicht davon abhalten, stolz auf eine vorzügliche Saisonleistung zu sein. Bei ihren zwei bisherigen Aufenthalten in der Super League waren sie nicht unbedingt willkommene Gäste. Die bescheidenen Zuschauerzahlen und üppigen Löhne waren vielen ein Dorn im Auge. Aber die teuren Zeiten, als mit Pierre Littbarski ein Weltmeister als Trainer an der Linie stand, sind passé.

Vor zwei Jahren hat der FC Vaduz strategisch einen neuen Weg mit mehr Bescheidenheit eingeschlagen. Es heisst nun zwar im Ländle nicht gleich «Liechtenstein First», weil das Einzugspotenzial mit 38'000 Liechtensteinern das nicht hergibt. Doch die regionale Ausrichtung mit Einbezug des Rheintals, des Glarnerlandes und des Vorarlbergs wird konsequent umgesetzt. Mit den Brüdern Patrick (Präsident) und Franz Burgmeier (Sportchef) sowie Mario Frick (Trainer) sind drei Liechtensteiner am Ruder, die zusammen mit fünf Landsleuten im Spielerkader dafür sorgen, dass sich die Menschen wieder mit ihrem FCV identifizieren.

Vaduz' Cheftrainer Mario Frick, Mitte, und seine Spieler feiern den Aufstieg im Fussball Barrage Rueckspiel zwischen dem FC Thun aus der Super League und dem FC Vaduz aus der Challenge League, am Montag, 10. August 2020, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Aufstiegstrainer Mario Frick kann es kaum fassen. Bild: keystone

Nur das Staatsoberhaupt, Fürst Hans-Adam II., ziert sich weiter. Auf der Tribüne des schmucken Rheinpark-Stadions hat er sich seit Menschengedenken nicht mehr blicken lassen und als Sponsor tritt der steinreiche und der Kunst und Kultur zugetane Landesfürst schon gar nicht auf. Was auch deshalb weniger ins Gewicht fällt, weil das Budget des FC Vaduz von bisher 4,5 Millionen Franken auch in der Super League nicht höher als 6,0 Millionen betragen wird. Und noch eine Zahl, zeigt, dass kleinere Brötchen gebacken werden: Der Durchschnittslohn des Aufstiegskaders liegt unter 4500 Franken. Gar nicht so unsympathisch, diese Vaduzer.

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bubalibre 11.08.2020 12:07
    Highlight Highlight War Vaduz wirklich über 180min die bessere Mannschaft?
    Will nichts kleinreden, habe die Matches nicht gesehen darum frage ich.
    Laut Spielstatistiken hätte ich eher etwas anderes vermuten.

    Aber eben, wer sie Vorne nicht macht...
  • Dwight D Eisenhower 11.08.2020 08:56
    Highlight Highlight Vaduz soll endlich denn Uefacup Startplatz abgeben, wenn sie schon hier spielen dürfen... Alles andere ist respektlos und unsportlich
    • McStem 11.08.2020 11:02
      Highlight Highlight Sie nehmen niemandem den Europaleague-Startplatz weg. Den haben sie weil der Liechtensteinische Verband einen eigenen Cup austrägt. Wäre dies nicht der Fall, hätte die Schweiz keinen einzigen Platz zusätzlich.
  • McStem 11.08.2020 08:34
    Highlight Highlight Fand Vaduz eigentlich auch zuvor Sympathisch. Auf jedenfall freue ich mich, dass es endlich wieder ein Ostschweiz-Derby in der SL gibt, auch wenn Vaduz ein Angstgegner von St. Gallen ist.
    • Lars mit Mars 11.08.2020 08:54
      Highlight Highlight Liechtenstein gehört also zur Ostschweiz. Interessant.
    • McStem 11.08.2020 09:09
      Highlight Highlight Ehrlich gesagt irgendwie schon, auch wenn es natürlich ein eigenes Land ist.
      Ähnlicher Dialekt (wie SG-Rheintaler), gleiche Währung, gleiche Läden (Migros, Coop, etc.). Nur haben sie ein etwas zu absolutistisches Regierungssystem aber dafür viel mehr Feiertage. Wenn man in relativer Nähe aufwächst verschwimmt diese Grenze halt.
    • neutrino 11.08.2020 09:45
      Highlight Highlight @McStem: aus Schweizer Sicht ok. Aber jeder der mal länger in FL gearbeitet hat, weiss, dass die Liechtensteiner ihrerseits sehr viel Wert darauf legen, dass sie eben genau nicht Schweizer sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glenn Quagmire 11.08.2020 08:31
    Highlight Highlight Wenn zuschauertechnisch GC die bessere Alternative gewesen wäre.....
    • Adi E. 11.08.2020 11:35
      Highlight Highlight Das ist mit Sicherheit nicht der Fall.
    • Glenn Quagmire 11.08.2020 13:02
      Highlight Highlight stimmt, da keine Gästefans könnte auch Yverdon, Delemont oder Bulle aufsteigen.
  • höckli 11.08.2020 07:33
    Highlight Highlight Es macht wenig Sinn einen Verein, der keine Zuschauer anlockt wie der FC Vaduz, in der Schweizer Fussballiga mitspielen zu lassen.
    • SF_49ers 11.08.2020 08:26
      Highlight Highlight Also darf gc auch nie mehr aufsteigen?
    • McStem 11.08.2020 08:32
      Highlight Highlight Eigentlich kann es den anderen Vereinen egal sein, wenn Vaduz selbst wenig Zuschauer hat. Und was die Gästefans betrifft, bekleckern sich aktuelle SL-Vereine auch nicht mit Ruhm. Bei meinem letzten Spiel im Stadion (SG-Lugano) waren zb. maximal 25-50 Gästefans anwesend.
    • marchinon 11.08.2020 09:56
      Highlight Highlight Tja, man kann über GC natürlich gerne lachen, da sie zuhause wenig Fans anlocken. Aber die Gästeblocks in der CHL waren jeweils sehr gut gefüllt bis ausverkauft in dieser Saison.

      Wer sich freut, dass bei Servette - Vaduz 10 Nasen im Gästesektor sitzen, ist wohl auch ein Fan von Geisterspielen. Die Kosten, den Sektor zu öffnen, werden höher sein als die Ticketeinnahmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lars mit Mars 10.08.2020 22:48
    Highlight Highlight Ehm, die Regierungsgeschäfte hat seit 2004 übrigens Erbprinz Alois inne. Aber auch der lässt sich nicht auf der Ehrentribüne blicken 😃
  • Erklärbart. 10.08.2020 21:51
    Highlight Highlight Musste den Hans Adam II kurz googeln.

    Hans-Adam II. (voller Name: Johannes Adam Ferdinand Alois Josef Maria Marco d’Aviano Pius Fürst von und zu Liechtenstein, Herzog von Troppau und Jägerndorf, Graf zu Rietberg.

    Man könnte meinen das sei eine Aufzählung aller Spieler von Vaduz 😅

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