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Kürzlich in einer SBB-Unterführung. 19 Kantone und eine private Versicherung finanzieren eine Gratis-App, die landesweit vor Unwettern warnt.  bild: watson

Diese geniale Wetter-App gehört auf jedes iPhone und Android-Handy

Wer sich über aktuelle Unwetter-Gefahren informieren will, nutzt den Schweizer «Wetter-Alarm». Die Gratis-App aus Bern taugt aber auch für «normale» Prognosen.

05.05.17, 10:45

daniel schurter



Auch wenn es sehr dramatisch klingt, aber diese App kann dich vor grossem Schaden bewahren oder sogar das Leben retten: Die Rede ist vom Wetter-Alarm. Das ist eine Schweizer Gratis-App, die für das iPhone (iTunes-Link) und für Android-Smartphones (Google Play Store) verfügbar ist.

Ursprünglich als SMS-Dienst lanciert, haben die Verantwortlichen die Smartphone-App in den letzten Jahren ausgebaut. Seit diesem Frühjahr warnt die App nicht nur vor Gewittern und Sturm, sondern auch vor Hochwasser.

Erhebliche Hochwasser-Gefahr

In vielen Gebieten der Schweiz sind Ende Woche beträchtliche Niederschläge gefallen. Im Kanton Glarus verursachten die heftigen Regenfälle am Freitag eine Schlammlawine, die einen Bauarbeiter das Leben kostete.
Der bis Sonntag anhaltende Starkregen wird auf der Alpennordseite zu weiteren Abflusszunahmen in den Flüssen und zu steigenden Pegelständen an den Seen führen. Die Gefahr von Hochwasser ist angestiegen, insbesondere am Hochrhein ist sie zurzeit erheblich. Die App Wetter-Alarm warnt neu vor Hochwassergefahr und gibt Verhaltenstipps.
(Quelle: Medienmitteilung Wetter-Alarm, 13.05.2016)

Die Nutzer erhalten regionale Warnungen per Push-Nachricht und können auf der Hochwasserkarte mitverfolgen, wie sich die Situation bei Gewässern ändert. Durch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) soll die App zuverlässige und stets aktuelle Hochwasserdaten liefern.

Der App-Name mag an Katastrophen-Szenarien erinnern. Doch ist die Wetter-Alarm-App auch bei «normalem» Wetter praktisch. Sie bietet regionale Prognosen und hat weitere Vorzüge.

Vorzüge und Schwächen der App

- Einfache Bedienung
- Warnungen kommen in Echtzeit per Push-Mitteilung (individuell einstellbar).
- Regenradar
- Unwettergefahren-Karte
- Blitzradar-Karte
- Die App wird regelmässig aktualisiert.
- Auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar

- kein Landscape-Modus (die App-Inhalte lassen sich nicht im Querformat anzeigen)

Das bietet die Wetter-Alarm-App

Eine Schweizer Entwicklung

Die Wetter-Alarm-App ist 2010 von der Software-Firma appculture AG im zürcherischen Glattbrugg programmiert worden. Sie wird stetig weiterentwickelt und verbessert. Das hat sich ausbezahlt: Im vergangenen Dezember haben die Entwickler am Swiss App Award Silber und Bronze gewonnen.

Auftraggeberin ist die Gebäudeversicherung Bern (GVB) – ein staatliches Unternehmen, das Hauseigentümer im Kanton Bern gegen Feuer, Hagel, Erdbeben und andere Elementarrisiken versichert. Die entsprechende Versicherung ist Pflicht.

Wie Björn Rappo von der GVB gegenüber watson erklärt, gibt es in 19 Schweizer Kantonen eine obligatorische kantonale Gebäudeversicherung. Jede dieser Versicherungen unterstütze den Wetter-Alarm finanziell. In den restlichen Kantonen werde die Gebäude-Versicherung durch den Privatmarkt abgedeckt.

Auf der Wetter-Alarm-Website kann man SMS-Mitteilungen aktivieren. screenshot: wetteralarm.ch

Neben der öffentlichen Hand fungieren die Helvetia-Versicherungen als Sponsor des Wetter-Alarms. Dies macht natürlich aus wirtschaftlichen Gründen Sinn: Unwetterschäden verursachen Jahr für Jahr beträchtliche Schäden.

Beachtliche Nutzerzahl

Der Wetter-Alarm ist erfolgreich, so viel steht fest. Die Nutzerzahlen können sich sehen lassen: 

«Neben den App-Nutzern bedienen wir rund 225‘000 SMS-Kunden mit Unwetter-Alarmen», lässt uns Björn Rappo wissen. Und dies seit 2005. Macht nach Adam Riese 975‘000 Geräte, respektive Menschen, die vom Wetter-Alarm profitieren.

Die Wetter-Alarm-Macher legen Wert auf Feedback, sagt der Mitarbeiter der Gebäudeversicherung Bern: «Nebst den regulären Rückmeldungen von Kunden via E-Mail und Telefon organisieren wir zusammen mit Nutzern regelmässig Workshops und lassen die Ergebnisse in die Produktentwicklung fliessen.»

Und so gibt es auch zum einzigen Kritikpunkt, den der watson-Redaktor erwähnt hat, eine gute Nachricht. Dazu Björn Rappo:

«Aufgrund der Kundenfeedbacks haben wir den Landscape-Modus bereits in unsere Release-Planung einbezogen. Er wird bis Sommer in einem der nächsten Updates verfügbar sein.»

Übrigens: Wetter-Alarmmeldungen in Echtzeit gibt's auch via Twitter

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  • 7%Wetter (Standard-App, vorinstalliert)
  • 17%WeatherPro
  • 8%Landi-Wetter
  • 5%Search.ch
  • 0%Meteogram
  • 0%Wetter Live
  • 1%Yahoo-Wetter
  • 39%MeteoSwiss
  • 13%SRF Meteo
  • 0%Solar
  • 1%Wetterböcke
  • 2%Yr.no (aus Norwegen)
  • 6%andere App (bitte ins Kommentarfeld schreiben)

Was ist mit der Landi-App und WeatherPro?

Seit ich 2013 für «20 Minuten» Wetter-Apps getestet und unter anderem die Landi-App zur Nutzung empfohlen hatte, hat sich einiges getan. Leider ist die Landi-App nach einem aus meiner Sicht missglückten Redesign nicht mehr mein Favorit, auch wenn ich sie weiterhin für Prognosen-Vergleiche heranziehe.

Die Benutzeroberfläche der Landi-Wetter-App ist zu wenig übersichtlich, Darstellung und Bedienung lassen zu wünschen übrig: Ähnliche Schwächen weist auch die populärste Wetter-App des Landes auf: WeatherPro. In den nationalen Download-Charts steht die kostenpflichtige App aktuell auf Platz 8 (iOS/iPhone), respektive Platz 7 (Android).

Die Fernseh-Wetterfrösche von SRF Meteo sind wirtschaftliche und mediale Partner des international tätigen Unternehmens, das WeatherPro herausgibt – und hier schliesst sich der Kreis: Auch die Wetter-App, die ich in diesem Beitrag wärmstens empfehle, greift auf Wetter-Informationen von SRF Meteo zu.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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