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Diese Republikaner flüchten vom sinkenden Trump-Schiff

Die Liste der Republikaner, die Kritik an Trump äussern oder gar von ihren Ämtern zurücktreten, wird immer länger. Während die einen darin späte Einsicht sehen, äussern die Demokraten vor allem Kritik. Eine Übersicht über die Rücktritte und die Reaktionen.
08.01.2021, 11:5709.01.2021, 12:30

Bildungsministern Betsy DeVos

Bild: keystone

In einem Brief gibt Bildungsministerin Betsy DeVos ihren Rücktritt bekannt. Sie beginnt mit lobenden Worten für den Präsidenten und betont, dass man die vielen Errungenschaften seiner Regierung hätte loben sollen. Stattdessen müssten sie nun das Chaos von gewalttätigen Protestierenden aufräumen. An Präsident Trump gerichtet, schreibt sie:

«Dieses Verhalten war für unser Land unverzeihlich. Der Einfluss Ihrer Rhetorik ist nicht abzustreiten, was für mich der Wendepunkt war.»
Betsy DeVos

Elizabeth Warren, demokratische Senatorin des Bundesstaates Massachusetts, findet alles andere als lobende Worte für den Rücktrittsentscheid der Bildungsministerin:

«Betsy DeVos hat ihre Aufgabe, Amerikas Studenten zu helfen, nie erfüllt. Es überrascht mich kein bisschen, dass sie lieber kündigt, statt ihre Aufgabe wahrzunehmen und zu helfen, dass das 25. Amendment in Kraft gesetzt wird. Gut, sind wir dich losgeworden, Betsy. Du warst die schlechteste Bildungsministerin aller Zeiten.»

Verkehrsministerin Elaine Chao

Bild: keystone

Elaine Chao, Verkehrsministerin und Ehefrau des Senators Mitch McConnell, gab ihren Rücktritt am Donnerstag mit einem Statement auf Twitter bekannt:

«Gestern erlebte unser Land ein traumatisches und völlig vermeidbares Ereignis, als Anhänger des Präsidenten das Kapitolgebäude stürmten, nachdem er eine Kundgebung gehalten hatte. Wie bei vielen von euch, hat es auch in mir eine tiefe Beunruhigung ausgelöst, die ich nicht einfach beiseite schieben kann.»

Für die demokratische US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kommt dieser Schritt gänzlich spät:

«In diesem späten Stadium helfen Rücktritte wenig. Sie dienen einzig dem späten Versuch, sich selbst zu retten. Wenn Ministerin Chao die gestrigen Ereignisse so sehr ablehnt, sollte sie das Kabinett dazu veranlassen, das 25. Amendment in Kraft zu setzen – nicht das Amt aufgeben, das ihr erlauben würde, dies zu tun.»
Alexandria Ocasio-Cortez

Wirtschaftsberater des Weissen Hauses: Tyler Goodspeed

Bild: www.imago-images.de

Ebenfalls am Donnerstag trat der amtierende Vorsitzende des White House Council of Economic Advisers, Tyler Goodspeed zurück. Sich auf die Ereignisse vom Mittwoch beziehend erklärte er gegenüber der New York Times:

«Aufgrund der gestrigen Ereignisse ist meine Position nicht mehr tragbar.»

Auch die im Repräsentantenhaus tätige Demokratin, Val Demings, vermutet andere Motive hinter den Rücktritten:

«Alles, was mir diese Kabinetts-Rücktritte sagen, ist, dass sie nicht den Mut haben, Trump mithilfe des 25. Amendments verantwortlich zu machen.»
Val Demings

Sonderbeauftragter für Irland Mick Mulvaney

Bild: EPA

Der ehemalige Stabschef des Weissen Hauses, Mick Mulvaney, der zuletzt als Sonderbeauftragter für Irland im Amt war, meldete am Mittwochabend seinen Rücktritt bei Aussenminister Mike Pompeo. Gegenüber CNBC sagte er am Donnerstag:

«Ich kann es nicht tun. Ich kann nicht bleiben. [...] Es würde mich nicht überraschen, wenn in den nächsten 24 bis 48 Stunden noch mehr meiner Freunde zurücktreten würden.»

Die demokratische US-Abgeordnete Stacey Plaskett sieht in den Rücktritten vor allem feiges Verhalten:

«Der Rückritt der Kabinettsmitglieder ist ein feiger Schachzug. Geht nicht jetzt. Räumt das Chaos auf, das ihr mitverursacht habt, bevor ihr geht! Beruft euch auf das 25. Amendment.»
Stacey Plaskett

Stellvertretende Pressesekretärin des Weissen Hauses

Bild: keystone

Auch die stellvertretende Pressesekretärin Sarah Matthews gab im Anschluss an die Ausschreitungen ihren Rücktritt bekannt:

«Als Person, die in den Hallen des Kongresses arbeitete, war ich zutiefst beunruhigt von dem, was ich heute gesehen habe. Ich werde mit sofortiger Wirkung von meinem Amt zurücktreten. Unsere Nation braucht eine friedliche Machtübergabe.»

Weitere Rücktritte im Weissen Haus:

  • Stellvertretender nationaler Sicherheitsberater des Weissen Hauses Matthew Pottinger
  • Sozialministerin Rickie Niceta
  • John Costello, stellvertretender Sekretär für Geheimdienst und Sicherheit im Handelsministerium.
  • Stabschefin der First Lady Melania Trump und ehemalige Pressesprecherin des Weissen Hauses, Stephanie Grisham
  • Ryan Tully, leitender Direktor des Nationalen Sicherheitsrates für europäische und russische Angelegenheiten
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Chaos in Washington

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45 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Democracy Now - 100% anti Tankie
08.01.2021 12:44registriert April 2020
wer das Schiff leider nicht verlassen hat: Die wichtigsten Helfer von Trump: Die Lügner von Fox "news" und Co., wie Tucker Carlson usw. sie verbreiten ihre giftige Propaganda weiterhin, als wär nichts gewesen und versuchen die Stürmung Antifa in die Schuhe zu schieben.
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tss
08.01.2021 12:48registriert Juni 2020
"Der Rückritt der Kabinettsmitglieder ist ein feiger Schachzug. Geht nicht jetzt. Räumt das Chaos auf, das ihr mitverursacht habt, bevor ihr geht!" Mehr kann man nicht dazu sagen, war aber klar dass die kein Rückrad haben. Die denken nur noch an sich selbst und versuchen Schadenbegrenzung ihren Politischem werdegang. Einfach nur abscheulich und ist dss gleiche wie der Sturm aufs Kapitol.
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welluknow
08.01.2021 13:19registriert April 2019
Zur Erinnerung an all die "Seeleute" hier: die Ratten verlassen das Schiff ja eben, bevor es sinkt, resp. bevor eben die Mannschaft realisiert, dass es sinkt. Die Ratten waren zu früheren Zeiten die zuverlässige Warnung, das Schiff schleunigst zu verlassen. Mit anderen Worten: diese Heuchler verdienen es nicht mal, als Ratten bezeichnet zu werden.
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