Asylgesetz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Prostitutes are seen in Rome in this July 3, 2007 photo.  Italian law gives foreign prostitutes a chance to escape human traffickers who force young women from poor countries to sell their bodies to pay for their passage into Western Europe. While some other European nations also have laws to help trafficked prostitutes, Italy's legislation stands out because of its elasticity: Women are encouraged, but not required, to testify against their traffickers.    (AP Photo/Andrew Medichini)

Neues Phänomen: Strassenprostitution im Umfeld von Asylheimen.  (Archivbild). Bild: AP

Freier in der Asylunterkunft: Flüchtlingsfrauen werden auf den Strich geschickt

Die Berner Migrationsbehörden registrieren ein neues Phänomen: Asylbewerberinnen prostituieren sich im Umfeld der Unterkünfte. Laut Migrations-Fachstelle FIZ geht es oft um Fälle von Menschenhandel. 



Die meisten von ihnen kommen aus Westafrika, vornehmlich aus Nigeria: Asylbewerberinnen, die im Umfeld von Berner Asylunterkünften auf den Strich gehen. Die Frauen prostituierten sich aus den unterschiedlichsten Gründen oder würden auf den Strich geschickt, berichtet die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf die Stadtberner Migrationsbehörden. 

Der Berner Fremdenpolizei ist das Problem bekannt: «Wir haben Kenntnis davon, dass sich Asylbewerberinnen auf der Strasse prostituieren», sagte Alexander Ott, Leiter der Berner Fremdenpolizei, der «NZZ am Sonntag». Die Frauen würden oft im direkten Umfeld eines Asylheims oder einer Kollektivunterkunft anschaffen – es gebe Hinweise darauf, dass sie Freier in die Unterkunft mitnähmen. 

Dies sei allerdings schwierig zu beweisen, räumte Ott ein. Es habe bisher auch noch kein Strafverfahren gegeben. «Wir haben jedoch keine Hinweise auf Zwangs-Prostitution», sagte er laut der Zeitung. Die Frauen prostituierten sich, um etwas Geld zu verdienen. 

Menschenhandel im Asylbereich immer häufiger 

Bei der Fachstelle für Frauenmigration (FIZ) sehe man das anders, schreibt die «NZZ am Sonntag». Menschenhandel im Asylbereich komme in letzter Zeit immer häufiger vor. Susanne Seytter, FIZ-Geschäftsleiterin, sagte der Zeitung: «Frauen werden zwecks sexueller Ausbeutung nach Europa oder direkt in die Schweiz geschickt.»

2014 sei ein Höchststand bei Fällen von Menschenhandel verzeichnet worden. Etwa drei Prozent von diesen betreffen laut FIZ Frauen, die sich im Asylverfahren befinden. Dies sei aber nur die Spitze des Eisbergs: «Die Asylbehörden sind noch wenig sensibilisiert, Fälle von Frauenhandel bei Befragungen zu erkennen», sagte Seytter der «NZZ am Sonntag». 

Es sei häufig eine Zwangslage, die die Frauen dazu bringe, auf den Strich zu gehen. Sie würden oft mit Drohungen gefügig gemacht und zum Beispiel durch die Rückzahlung des Schlepper-Geldes unter Druck gesetzt. Das Asylverfahren werde von Menschenhändlern genutzt, um die Frauen in die Prostitution zu bringen. (dhr)

Flüchtlinge haben Gesichter

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joey Madulaina 17.08.2015 08:08
    Highlight Highlight Frauen als Flüchtlinge in die Schweiz einzuschleusen ist eine geschickte Taktik, die Drahtzieher sind nicht dumm. Es muss mehr ermittelt werden und härter gegen Menschenhändler vorgegangen werden!
  • Zeit_Genosse 16.08.2015 13:36
    Highlight Highlight Irgendwie haben die Behörden und Polizei immer von allem Kenntnis und können scheinbar nichts tun. Weder beweisen noch gegen illegales Handeln vorgehen. Mir wäre es angenehm, wenn man von den Behörden erwarten darf, dass sie von einem beobachtenden ihn einen handelnden Status wechseln. Diese Erwartung steckt meist auch hinter den überrissenen und ungeschickt formulierten Kommentaren.

Interview

Jean Ziegler zu Moria: «Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses Lager liquidiert»

Jean Ziegler kennt die Leiden der Ärmsten auf dieser Welt. Sein Besuch auf der griechischen Insel Lesbos hat den 86-Jährigen dennoch zutiefst erschüttert. Ein Gespräch über die europäische Migrationspolitik und die Rolle der Schweiz.

Herr Ziegler, vor etwas mehr als einem Jahr haben Sie Moria auf Lesbos besucht. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Bilder des brennenden Lagers gesehen haben? Ich darf es fast nicht sagen. Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses schreckliche Lager liquidiert. Gottseidank ohne Todesopfer. Gleich danach packte mich eine grosse Angst um die Leute, die vor dem Feuer in die Hügel geflohen sind. Ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Medikamente, nichts. Ein Flüchtling ist der …

Artikel lesen
Link zum Artikel