Zu hohe Bleibelastung: Bund untersucht Schweizer Spielplätze
Tausende Spielplätze in der Schweiz könnten mit Blei verseucht sein. Dies berichtet der Blick. Die Gemeinden müssen nun abklären, inwiefern das auf ihre Anlagen zutrifft und diese allenfalls sanieren.
Bleivergiftungen schädigen die Hirnentwicklung von Kleinkindern. Da sie auf dem Boden spielen, ihre Hände dreckig machen und auch mal etwas in den Mund nehmen, sind sie besonders gefährdet durch bleihaltige Böden auf Spielplätzen.
Betroffen seien unter anderem ehemalige Industrie-, Ablagerungs- oder Unfallstandorte, schreibt der «Blick». Es gehe jedoch nicht mehr nur um Abfälle. Da früher mit Holz oder Kohle geheizt und die Asche oft im Garten verteilt wurde, hätten sich so Schwermetalle im Boden gesammelt. Ebenso seien teerhaltige Eisenbahnschwellen ein Problem. Dadurch habe sich gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) die Zahl sanierungsbedürftiger Flächen «deutlich erhöht». Gemäss «Blick» schätzte das Bafu die Anzahl belasteter Standorte im Jahr 2021 auf möglicherweise 6000. Wie viele tatsächlich betroffen sind, weiss niemand.
Seit April 2025 müssen öffentliche Spielplätze bei zu hohen Belastungswerten saniert werden. Die Kantone «werden in den kommenden Monaten die Gemeinden auffordern, eine Liste der öffentlichen Kinderspielplätze zu erstellen», erklärt das Bafu dem «Blick». Die Gemeinden müssten nun Abklärungen treffen und Verdachtsfälle melden, wobei der Kanton dann entscheiden wird, wo weitere Untersuchungen anstünden.
Bei der Sanierung eines Spielplatzes werden «in der Regel die obersten 20 bis 30 Zentimeter Boden entfernt», schreibt das Bafu. So auch auf dem Spielplatz Alte Gärtnerei in der Stadt Bern, wo teils Grenzwerte für Blei überschritten wurden. Zum Schutz der Kinder wurde provisorisch ein Rollrasen auf den betroffenen Stellen ausgelegt. Gemäss «Blick» kostet die Sanierung des Spielplatzes rund 600'000 Franken.
Die Kosten für Untersuchung und Sanierung von Kinderspielplätzen werden sich in den kommenden 35 Jahren auf 1,1 bis 1,6 Milliarden Franken belaufen. Bei öffentlichen Spielplätzen übernehme der Bund 60 Prozent der Kosten, bei Privaten 40 Prozent.
Welche Spielplätze betroffen sind, wird nun erarbeitet. Für Eltern bedeutet dies eine grosse Unsicherheit. Laut «Blick» gelten Anlagen, die in den letzten 30 bis 40 Jahren gebaut wurden, als kaum betroffen. Ehemalige Industrieareale oder seit den 1960er-Jahren besiedelte Gebiete jedoch schon. (nil)
