USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trotz Handelskrieg mit USA: Chinas Aussenhandel floriert

12.10.18, 11:30


Um den Sonderzöllen der USA zuvorzukommen, haben chinesische Exporteure viele Ausfuhren vorgezogen. Die weltweite Nachfrage bleibt auch stark. Doch Chinas weitere Aussichten sind nicht so rosig.

Trotz des Handelskrieges mit den USA sind die chinesischen Exporte im September insgesamt noch unerwartet stark gestiegen. Wie der Zoll am Freitag in Peking mitteilte, legten die Ausfuhren in US-Dollar berechnet um 14.5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu – deutlich mehr als von Experten vorhergesagt. Die Importe wuchsen dank einer starken heimischen Nachfrage weiter kräftig um 14.3 Prozent.

Handelsüberschuss auf Rekordhoch

Chinas Handelsüberschuss mit den USA erreichte im September aber einen Rekord von 34 Milliarden US-Dollar, was die Spannungen zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften weiter anfachen könnte. Die USA sind nach der Europäischen Union der zweitgrösste Handelspartner der Volksrepublik. Experten erklärten die unerwartete Stärke der chinesischen Ausfuhren damit, dass Unternehmen möglicherweise ihre Exporte vorgezogen haben, um den Sonderzöllen der USA zuvorzukommen.

Nach Sonderzöllen auf chinesische Importe anfänglich im Wert von 50 Milliarden US-Dollar hatte US-Präsident Donald Trump erst Ende September neue Abgaben auf weitere Einfuhren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erhoben. Mit Waren im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar ist jetzt rund die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen. Als Vergeltung hat China Sonderzölle auf Waren aus den USA im Wert von 110 Milliarden US-Dollar verhängt.

Da die Auswirkungen erst später zu spüren sein werden, erwartet der chinesische Zoll im vierten Quartal ein langsameres Handelswachstum. Jedoch hat China auch Einfuhrzölle gesenkt, um Importe anzukurbeln. Die weltweite Nachfrage nach chinesischen Waren scheint weiter stark.

Ein ausgewachsener Handelskrieg zwischen den USA und China könnte das globale Handelsvolumen nach Berechnungen der Welthandelsorganisation allerdings um 17.5 Prozent nach unten ziehen. Der Weltwährungsfonds (IWF) glaubt, dass China und die USA selbst erheblich leiden werden. Bei den bis jetzt angekündigten Straf- und Sonderzöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 360 Milliarden Dollar sowie den angekündigten Zöllen auf Autos und Autoteile würde die US-Wirtschaftsleistung laut IWF um 0.9 Prozent, diejenige Chinas um 0.6 Prozent sinken.

China demonstriert auch beim Militär Stärke

Mehr Importe aus den USA – Ausfuhren wachsen langsamer

Ungeachtet der Spannungen importierte China seit dem Jahresanfang um 19.8 Prozent mehr Güter aus den USA als im Vorjahreszeitraum. Die Ausfuhren Chinas in die USA hingegen wuchsen in den drei Quartalen langsamer mit einem Plus von 11.5 Prozent. Seit dem Jahresbeginn wuchsen die chinesischen Ausfuhren insgesamt um 12.2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Einfuhren um 20 Prozent zulegten.

Der gesamte Handelsüberschuss der Volksrepublik erreichte im September knapp 32 Milliarden US-Dollar – deutlich mehr als vorhergesagt, aber immer noch weniger als mit den USA allein. Trump hatte am Donnerstag gedroht, noch härter gegen China vorzugehen, wenn er kein Entgegenkommen sieht. Er könne «noch viel mehr tun», sagte der US-Präsident in einem Interview mit Fox News – aber er wolle es nicht. China müsse wieder an den Verhandlungstisch kommen.

Die Gespräche zwischen beiden Seiten liegen derzeit auf Eis. Doch werden sich Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf dem Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen (G20) am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires in Argentinien treffen. Trump fordert von Peking eine grössere Marktöffnung, ein Ende staatlicher Subventionen und ein wirksames Vorgehen gegen Technologieklau. (awp/sda/dpa)

So kauft sich China Freunde in Afrika

Video: srf

Handelskrieg USA gegen China

China erneuert Warnung an Washington in Bezug auf Strafzölle

Trump verhängt milliardenschwere Strafzölle – China kündigt Vergeltung an

Im Handelspoker gegen Trump hat Xi einen Royal Flush

Trumps schöpferische Zerstörung führt zum Untergang des Westens

Warum Xi Trump hilft, Kim in den Griff zu bekommen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schweizer Firmen spenden 1,7 Millionen an Trumps Partei

Tochterfirmen hiesiger Konzerne spenden bei den Zwischenwahlen für beide Parteien. Allein die Lobbygruppe der UBS hat im Wahlzyklus 2018 bis Ende September eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet.

Die amerikanischen Gesetze sind eigentlich glasklar. Ausländische Personen, seien es Individuen oder Firmen, dürfen sich nicht finanziell im Wahlkampf engagieren. Wer gegen diese Auflage verstösst, gerät schnell ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Doch es gibt Schlupflöcher.

US-Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen etwa dürfen bei ihren Mitarbeitern Spenden einsammeln und an Politiker verteilen. Bedingung ist: Das Geld muss von US-Bürgern stammen. Und nur US-Bürger dürfen …

Artikel lesen