Wirtschaft
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China erneuert Warnung an Washington in Bezug auf Strafzölle



Einen Tag vor der möglichen Bekanntgabe neuer Strafzölle durch das Weisse Haus hat China eine Warnung gegen die USA erneuert. Etwaige Wirtschafts- und Handelsabkommen, über die beide Regierungen verhandelt haben, würden nicht zustande, wenn die USA Strafzölle verhängten, sagte Geng Shuang, Sprecher des Pekinger Aussenministeriums, am Donnerstag.

Die drohenden Zölle waren am gleichen Tag auch Thema bei einem Treffen zwischen US-Aussenminister Mike Pompeo erklärte, dass das Handelsdefizit der USA gegenüber China noch immer zu hoch sei, hoffte Wang Yi, dass Washington «nicht weitere Hindernisse schafft».

Obwohl beide Regierungen zunächst vielversprechende Gespräche geführt hatten, kündigte das Weisse Haus Ende Mai überraschend an, am Freitag (15. Juni) doch eine Liste mit chinesischen Waren im Umfang von 50 Milliarden Dollar (43 Milliarden Euro) vorlegen zu wollen, auf die Zölle von 25 Prozent erhoben werden sollen.

U.S. Secretary of State Mike Pompeo, left, shakes hands with Chinese Foreign Minister Wang Yi as they pose for photograph at the Great Hall of the People in Beijing, Thursday, June 14, 2018. (AP Photo/Andy Wong, Pool)

Mike Pompeo und Wang Yi. Bild: AP/AP POOL

China hatte diesen Schritt scharf kritisiert: Man habe «keine Angst davor, einen Handelskrieg zu führen», hiess es. Schon zuvor hatte Peking angekündigt, auf Zölle der USA mit Strafen im gleichen Umfang reagieren zu wollen. 

Retorsionszölle drohen

Derweil wurden Warnungen laut, dass mögliche US-Strafzölle gegen chinesische Produkte auch die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen könnten. «Unsere Unternehmen haben viele Niederlassungen und Engagements in beiden Ländern», sagte der Aussenwirtschaftschef des Deutschen Industrie-und Handelskammertags, Volker Treier, in Berlin. Deutsche Unternehmen liefen Gefahr «in die Mühlen des Handelsstreits» zu geraten und so doppelt zu verlieren.

Während die Waren deutscher Produzenten in den USA mit Zöllen belegt würden, wären von Deutschen in den USA produzierte Waren in China von sogenannten Retorsionszöllen betroffen, die China einführen könnte, um drohende Verluste auszugleichen. Europa müsse nun gemeinsam für offene Märkte eintreten, forderte Treier. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland sei von internationalen Geschäften abhängig.

US-Präsident Donald Trump kritisiert seit langem das Handelsdefizit der USA mit China und will es deutlich reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte die Volksrepublik für 375 Milliarden Dollar (303.3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA, als es von dort einführte. Zudem will Trump Pekings staatlicher Unterstützung für eigene Technologie-Firmen und dem angeblichen Diebstahl geistigen Eigentums einen Riegel vorschieben. (awp/sda/dpa)

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