Coronavirus
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Aerosole mit Coronaviren

Aerosole mit Coronaviren (Symbolbild). Bild: Shutterstock

Sind zwei Meter Abstand zu wenig? Forscher warnen vor Aerosol-Übertragung

Wird die Gefahr durch Aerosole bei Corona unterschätzt? Mehr als 200 Wissenschaftler kritisieren die Haltung der WHO zu den Übertragungswegen des Virus – und stellen die Abstandsregelung in Frage.

Melanie Weiner / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Die Übertragung des Coronavirus SARS-CoV-2 über die Luft muss ernster genommen werden. Das fordern 239 Wissenschaftler in einem Beitrag, den sie im Fachjournal «Clinical Infectious Diseases» veröffentlichten. Ihr Appell richtet sich primär an Behörden, öffentliche Gesundheitsorganisationen und die Weltgesundheitsorganisation WHO .

Die Forscher – darunter Virologen, Aerosol-Physiker, Epidemiologen, Mediziner und Gebäudetechniker aus 32 Ländern – argumentieren, dass es zu allen Übertragungswegen des Coronavirus wenig Evidenz gäbe.

Sie fordern daher insbesondere die WHO auf, die derzeitige Einschätzung zur Übertragbarkeit des Pandemie- Virus zu überdenken und auf die Gefahr der Aerosol-Übertragung hinzuweisen. Zuvor hatte das «Ärzte Blatt» darüber berichtet.

Was sind Aerosole?

Aerosole sind winzigste Speicheltröpfchen, die beim Ausatmen in die Luft gelangen und dort für eine gewisse Zeit schweben.

Neue Erkenntnisse zur Aerosol-Übertragung

Nach dem bisherigen Forschungsstand kann das Coronavirus nicht nur über die Tröpfchen- oder Schmierinfektion, sondern auch durch Aerosole in der Raumluft übertragen werden. Hält sich eine infizierte Person für längere Zeit in einem Innenraum auf, stösst sie beim Atmen oder Sprechen kleinste Aerosol-Partikel aus. Über diese könnte sich eine nachfolgende Person anstecken. Darauf deuten Corona-Fälle bei Chorauftritten und in Restaurants hin.

In Einzelfällen könne das Coronavirus weitere Strecken zurücklegen und über längere Zeit in der Luft bleiben als bisher angenommen, schreiben die Experten. Das würde bedeuten, dass die geltende Abstandsregelung von 1.5 bis 2 Metern nicht ausreicht, um die Übertragung zu stoppen.

WHO äussert sich nicht zum Ansteckungsrisiko durch Aerosole

Die Empfehlungen sollten daher aktualisiert und das Aerosol-Risiko stärker in den Blick genommen werden, fordern die Wissenschaftler. Die WHO hat bislang keine generelle Warnung zu Corona-Infektionen durch Aerosole herausgegeben.

Das  Robert Koch-Institut (RKI) hingegen verweist in der aktuellen Fassung seines Coronavirus-Steckbriefes bereits auf eine mögliche Ansteckung durch Aerosole: «Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2  ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen», heisst es vom RKI.

Und weiter: Der längere Aufenthalt in «kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen» könne das Ansteckungsrisiko erhöhen, auch wenn der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werde. Übertragungen an frischer Luft kämen dagegen «selten» vor. Denn die Konzentration virenbehafteter Partikel in der Luft werde durch den Wind schnell vermindert.

Verwendete Quellen:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 12.07.2020 17:37
    Highlight Highlight Ah ja, Aerosole...

    "Auch die Corona-Pandemie hat dem Klimawandel keine Pause aufgedrängt. Zwar sind die Treibhausgas-Emissionen während der verbreiteten Shutdowns um 17 Megatonen pro Tag gesunken. Doch inzwischen steigt der Ausstoß wieder und trotz Corona-Krise registrierten Messstationen neue Rekordwerte für das atmosphärische CO2."

    Weiterbewirtschäfteln!
    • Ludwig van 13.07.2020 14:09
      Highlight Highlight Wir brauchen eine starke Wirtschaft, damit wir die Sozialhilfe und den Umstieg auf erneuerbare Energien bezahlen können.
  • Rethinking 12.07.2020 14:08
    Highlight Highlight Es ist klar, dass die WHO das Thema Aerosole nur sehr zurückhaltend angeht...

    Würden sie dies bestätigen / übernehmen, hätte das massive Auswirkungen auf die Wirtschaft...
    • Tschowanni 12.07.2020 20:01
      Highlight Highlight Die WHO hat null Einfluss auf die Wirtschaft. Die WHO veranlasst weder Schließungen noch sonstige Einschränkungen. Die WHO empfiehlt ausschliesslich, was die Regierungen daraus machen liegt nicht in der Macht der WHO
  • JoeThrasher 12.07.2020 10:11
    Highlight Highlight Das Dumme ist dabei nur wenn sich schon Wissenschaftler nicht einig sind, wieso sollten es dann die Bevölkerung sein? Sie sollten lieber zusammensitzen bei der Problemlösung und erst dann, wenn sie sich einig sind, an die Öffentlichkeit gehen. So ist es nur kontraproduktiv...
    • Lexxus0025 12.07.2020 21:31
      Highlight Highlight Kontraproduktiv ist, wenn medien den diskurs der wissenschaft in die öffentlichkeit trägt (in so einer situation). Wissenschaft funktioniert über diskussionen, erst nach einer gewissen zeit erhält man einigkeit.
    • Ludwig van 13.07.2020 14:07
      Highlight Highlight Die Bevölkerung wird sich niemals einig sein. Wir müssen akzeptieren dass die Welt so kompliziert ist dass sie niemand jemals verstehen kann. Auch die Wissenschaft wird niemals in allen Punkten einig sein. Dennoch ist es vernünftig davon auszugehen, dass die Wissenschaft die beste Methode ist, sich der Wahrheit zu nähern. Und in sehr vielen Punkten ist sich die Wissenschaft weitgehend einig.

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