Islamischer Staat (IS)
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Der Topterrorist von Obersiggenthal

Ein Aargauer soll in die Führungsriege des «Islamischen Staates» aufgestiegen sein. Schon in der Schule fiel er durch Gewalt auf.

pascal ritter / schweiz am wochenende



Das Aargauer Dorf Obersiggenthal erlebte diese Woche einen Schockmoment. Das Gesicht eines ehemaligen Dorfbewohners erschien gross auf der Webseite der «Bild». Thomas C. soll gemäss der deutschen Zeitung unter dem Namen Abu Musab einer der führenden Köpfe der islamistischen Terrorgruppe IS und «der gefährlichste Terrorplaner Europas» sein.

Vor vier Jahren sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor dem Stade de France in die Luft. Kurz darauf richteten islamistische Terroristen im Konzertlokal Bataclan ein Blutbad an. Insgesamt kamen 130 Menschen ums Leben. Thomas C. soll die Terroristen trainiert haben.

epa07992913 People pay their respect at the entrance of the Bataclan concert venue after a ceremony marking the fourth anniversary of the Paris attacks of November 2015, in Paris, France, 13 November 2019. Terrorists targeted the Bataclan concert hall, as well as a series of bars in Paris on 13 November 2015, killing 130 people.  EPA/YOAN VALAT

Ort des Geschehens: Das Bataclan. Bild: EPA

Er zeigte vor, wie man jemandem das Genick bricht

Schon vorher geisterte Thomas C. als Terrorist mit Schweizer Wurzeln durch die Medien. Doch erst diese Woche zeigte «Bild» den Obersiggenthaler mit Foto und vollem Namen. Ein ehemaliger Schulkamerad sah das Bild und wusste sofort: «Das ist mein Schulkolleg Tömmel.»

Thomas C. stiess im Jahr 2000 mitten im ersten Schuljahr zur Bezirksschulklasse (BEZ) im Oberstufenzentrum und bestand die Probezeit mit Note 4 nur knapp. Er fiel auf, weil er immer den gleichen dunklen Pullover der Marke «Da Soul» trug, war übergewichtig und trank gerne Süssgetränke.

Die Einschätzungen der Lehrer von damals geben ein zwiespältiges Bild ab. Er sei vorlaut und frech gewesen, heisst es. Eine andere Lehrperson hielt fest, er sei ein lieber und sensibler Kerl. Seine damaligen Gspändli sind weniger differenziert, wenn sie sich an Tömmel erinnern. «Dieser Typ war richtig, richtig böse. Er plagte andere physisch und psychisch. An Mobbing beteiligten sich zwar auch andere Schüler, aber Tömmel setzte immer noch einen drauf», sagt jemand, der ihn damals kannte.

Er sei ein Waffennarr gewesen und habe mit Softairpistolen und Messern geprotzt. Zudem habe er sich schon damals für Spezialeinheiten und deren Kampftechniken interessiert. Einmal habe er im Schulhaus vor anderen Schülern demonstriert, wie man einer Person das Genick brechen kann.

Ein damaliger Wegbegleiter erzählt eine besonders fiese Episode. Thomas C. sei einmal zu einem Mitschüler nach Hause gegangen. Dort habe er diesen gefesselt und alleine zurückgelassen. Er habe ausharren müssen, bis seine Mutter zurückkam und ihn befreite. Gemäss der Schule sind solche Episoden weder bei den damaligen Lehrern noch bei der Schulpflege bekannt. Thomas C. sei zwar ein auffälliger Schüler gewesen, nicht aber ein Problemfall. Es sind keine disziplinarischen Massnahmen gegen ihn aktenkundig.

Die Leistung von Thomas C. verschlechterte sich im zweiten Jahr der Bezirksschule. Er hatte zunehmend Mühe, den nötigen Schnitt einer 4 zu erreichen. Mit den Noten verschlechterte sich offenbar auch sein Verhalten in der Klasse. Er habe gegen Schluss aufgegeben und sich nicht mehr beteiligt, ist aus der Schule zu erfahren. Im Juli 2001 hätte Thomas C. entweder die zweite BEZ-Klasse wiederholen oder in die Sekundarschule absteigen müssen.

Doch es kam nicht so weit. Er verschwand wieder aus der Gemeinde. Wohin, ist nicht ganz klar. Es gibt Hinweise darauf, dass er wieder zu seinem Vater an die Cote d’Azur zog, wo er auch zwischen 1998 und 2000 lebte und privat unterrichtet wurde.

Lebt Thomas C. trotz Angriffen noch?

Gemäss «Bild» lebte er ab 2006 mit seiner Mutter in Frankfurt. Dort fand der reformierte Obersiggenthaler zum Islam. Er konvertierte und radikalisierte sich. Er machte ein Abitur, zog nach Bonn und begann ein Studium. Im Jahr 2013 soll er sich in Syrien den Terroristen des «Islamischen Staates» angeschlossen haben und in deren Hierarchie schnell aufgestiegen sein. Schliesslich habe er Terroristen für Auslandseinsätze trainiert. Gemäss Recherchen von «Bild» ist Thomas C. in einem Propagandavideo zu sehen, wie er einen der Paris-Attentäter im Schiessen ausbildet.

Dank dem für die Terroristen sehr erfolgreichen Anschlag von Paris, soll Thomas C. zum Kommandeur der Auslandsoperationen des IS aufgestiegen sein. Er habe einen weiteren Anschlag in Deutschland geplant, der aber vereitelt wurde. Ob Tömmel aus Obersiggenthal, der zum Terroristen wurde, noch lebt, ist offen. Es soll mehrere Angriffe auf ihn gegeben haben.

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    Alle Leser-Kommentare
  • PeterSilie 18.11.2019 08:15
    Highlight Highlight Ich kann mich noch vage an die Anfänge der Berichterstattung zum IS erinnern. Damals war doch der Tenor, dass man diesen Leuten keine zusätzliche Platform bieten möchte und trotzdem über die Anschläge berichtet. Soweit so einleuchtend, aber dieser Beitrag ist in meinen Augen einer, den diese Person nicht verdient hat. Durch sein Training sind Menschen gestorben, wurden in die Luft gesprengt etc.
    Ich find, diesen Beitrag hätte man sich sparen können.
  • Stratford-upon-Avon 17.11.2019 23:51
    Highlight Highlight Dies ist ein Beweis dafür, dass viele Terroristen absolut furchtbare Menschen sind.
    • Vally Schaub 18.11.2019 02:34
      Highlight Highlight Ein Terrorist ist per Definition furchtbar. Ergo gibt es keine, die es nicht sind und nicht nur viele die es sind.
    • Idiot 18.11.2019 03:46
      Highlight Highlight @vally schaub
      Bin mir sicher bruno manser sieht das anders...
  • TheRealSnakePlissken 17.11.2019 23:35
    Highlight Highlight Filmtipps topaktuell im Kino:
    Benutzer Bild
  • Stratford-upon-Avon 17.11.2019 22:28
    Highlight Highlight The more I consider old people, the more I find them precious, the more I'm horrified at how we treat them. We discard them, we make fun of them, we put them away, we even encourage them to kill themselves under the guise of so-called dignity. In our balance-sheet world, the old only cost. I want to remind that they are their own past as well as our own future. We treat them how our young will one day treat us. Let us celebrate our grannies, our granddads and all the old around us, let us love them and tell them we do. (David Läufer)
    • Stratford-upon-Avon 18.11.2019 00:59
      Highlight Highlight Erratum: David Laufer und nicht Läufer
    • ChlyklassSFI 18.11.2019 10:36
      Highlight Highlight Erde an Stratford-upon-Avon, hallo! Was möchten Sie?
    • Stratford-upon-Avon 18.11.2019 19:13
      Highlight Highlight Der Kommentar war für einen anderen Artikel bestimmt, sorry!
  • Flöte 17.11.2019 21:58
    Highlight Highlight Warum zeigt ihr sein Gesicht nicht? Hier stehen sicher nicht seine Persönlichkeitsrechte im Vordergrund!
    • Frances Ryder 17.11.2019 22:43
      Highlight Highlight Hat nichts mit Persönlichkeitsrechten zu tun. Gesichter von solchen Leuten zeigt man nicht, weil sie es nicht verdient haben gesehen zu werden.
    • Tom Garret 17.11.2019 23:40
      Highlight Highlight Andere Frage. Warum willst du es sehen? Und warum soll ihm noch Zusätzlich eine Platform geboten werden? Schon genug Fame für ihn das man hier überhaupt über ihn berichtet...
    • Aurum 18.11.2019 07:32
      Highlight Highlight Weil solche Personen so wenig Ruhm wie nur möglich verdienen.
  • Magnum44 17.11.2019 21:41
    Highlight Highlight Ist das der Titel eine Serie auf 3+? :D

    Ernsthaft, dieser Typ hat ja offenbar nur seine Kindheit in der Schweiz verbracht. Natürlich bedient man sich bei der Bild gerne am Bild (höhö) des bösen Ausländers (was macht jetzt eigentlich Alice Weidel, die in genau diesem bösen Ausland voller Terroristen lebt?), die Radikalisierung erfolgt aber wohl in Deutschland.
    • Tooto 17.11.2019 22:44
      Highlight Highlight Und wir sind gute Rosinenpicker wenn es um die eigenen Mitbürger geht :)
    • mystiker 18.11.2019 09:27
      Highlight Highlight Der Nordkoreanische Machthaber hat auch seine Schulausbildung in der Schweiz erhalten.

      Soll man da jetzt irgendwelche schlüsse draus ziehen?
  • qolume 17.11.2019 21:37
    Highlight Highlight Oh, hoppla, ich war 1998-2002 auf der selben Schule 😳
    • Spooky 18.11.2019 02:45
      Highlight Highlight Kannst du bestätigen, was da über ihn erzählt wird?
  • Team Insomnia 17.11.2019 21:35
    Highlight Highlight „Eine andere Lehrperson hielt fest, er sei ein lieber und sensibler Kerl.“

    Erinnert mich an meine Bezirksschulzeit (96, 97, 98) als uns plötzlich gewisse neue Mitbürger unsere Töffli vor dem Schulzentrum struzen wollten.

    Lehrperson informiert, Polizei gerufen und die wurden voll erwischt. Alles gewaltfrei💪🏻.

    • Tooto 17.11.2019 22:58
      Highlight Highlight Ich check den Zusammenhang irgendwie nicht :D
    • nöd ganz. klar #161! 17.11.2019 23:43
      Highlight Highlight Bravo.
    • Nelson Muntz 18.11.2019 09:23
      Highlight Highlight @Team: Dein Töffli ist auch zum IS, oder was willst du sagen?
  • Me, my shelf and I 17.11.2019 21:18
    Highlight Highlight Zwar unpassend, aaaaber...

    Die Headline, ich kann nicht mehr xD
    Im Kopfkino läuft bei mir schon die Fernsehsendung "Switzerlands next Topterrorist"
    • Pana 17.11.2019 23:49
      Highlight Highlight lol

Reporter trifft deutsche «IS»-Anhängerin – Gespräch lässt ihn verstört zurück

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