Schweiz
Klima

Coronahilfen für Swiss: Polizei stoppt Klima-Demo vor Sondersession

Polizei stoppt Klima-Demo vor Sondersession – «Unverhältnismässig!» kritisieren Aktivisten

05.05.2020, 16:2305.05.2020, 16:25

Nur kurz haben junge Klima-Aktivisten am Dienstagnachmittag auf dem Bernexpo-Gelände für ihre Anliegen demonstrieren können. Die Polizei wies die ungefähr 20 Personen umgehend weg.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Sie berief sich dabei auf das Kundgebungsverbot gemäss Corona-Notrecht, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei Bern auf Anfrage sagte. Die Demonstrierenden hatten Kartonschilder in die Höhe gehalten, auf denen Parolen wie «Save people not planes» (etwa: Rettet Menschen nicht Flugzeuge) zu lesen waren.

Die Demo-Organisatoren vom Klimastreik kritisierten den Einsatz als unverhältnismässig. Bei der «Schilderdemo» seien die Hygieneregeln eingehalten worden. «Die Aktivistinnen und Aktivisten hielten stets mindestens zwei Meter Abstand voneinander, sie trugen Schutzmasken und benutzten regelmässig Händedesinfektionsmittel.»

Der Protest richtete sich gegen die vom Parlament im Grundsatz gutgeheissene Milliardenhilfe für die Airlines Swiss und Edelweiss. «Im Jahr 2020 Fluggesellschaften am Leben zu erhalten, ist absolut verantwortungslos», erklärte die Aktivistin Maria Weidtmann. «Der Bundesrat und das Parlament nehmen in Kauf, dass dadurch noch mehr Menschen wegen der Klimakrise leiden und sterben werden.»

Das Vorgehen der Polizei im Video:

Video: srf/SDA SRF

Klima-Aktivisten im ganzen Land hätten Schilder gemalt und nach Bern geschickt, heisst es im Communiqué der Organisation Klimastreik. Am Dienstag seien die Kartonschilder auf dem Vorplatz des Expo-Geländes ausgelegt worden. Dort ist seit Montag die Sondersession der eidgenössischen Räte im Gang. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Coronavirus: Was du wissen musst
1 / 15
Coronavirus: Was du wissen musst
Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 geht um die Welt. Was du darüber wissen musst.
quelle: ap / zoltan balogh
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Corona-Lockdown: «F*ck dein Bananenbrot! Und dein Sch**sspuzzle!»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Junger Straftäter
«Carlos» ist jetzt ein Fall fürs Bundesgericht
Das Bundesgericht muss darüber entscheiden, ob der wegen einer Sonderbehandlung bekannt gewordene junge Straftäter «Carlos» aus dem Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) entlassen werden muss. Der 18-Jährige hat den Entscheid des Zürcher Obergerichts zur vorsorglichen Versetzung nach Uitikon nach Lausanne weitergezogen.
Das Bundesgericht gab am Freitag bekannt, dass eine Beschwerde gegen den Entscheid des Zürcher Obergerichts eingegangen ist. Aufgrund einer Fernseh-Reportage von SRF im August 2013 war das teure Sonder-Setting für den wiederholt straffällig gewordenen Jugendlichen zum öffentlichen Thema geworden. Die Kosten der Sonderbehandlung beliefen sich auf monatlich gut 29'000 Franken.
Zur Story