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Tessiner Behörden verteidigen Schussabgabe des Polizisten



In der Tessiner Grenzgemeinde Brissago hat ein Polizist während eines Einsatzes in der Nacht einen Asylsuchenden erschossen. Der 38-jährige Mann aus Sri Lanka war mit zwei Messern bewaffnet. Die Tessiner Behörden verteidigen das Vorgehen des Polizisten.

«Es gab für den Polizisten keine andere Handlungsmöglichkeit in dieser Situation», betonte Matteo Cocchi, Kommandant der Tessiner Kantonspolizei, am Samstagnachmittag vor den Medien in Noranco TI. Es sei ein Moment grosser Gefahr gewesen. Rückendeckung erhielt der Polizist auch vom zuständigen Regierungsrat Norman Gobbi, der mit Cocchi vor die Medien trat.

Dem Einsatz war ein Streit vorausgegangen. Die Polizei wurde kurz vor 2 Uhr nachts wegen einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen alarmiert. Mehrere Polizisten begleiteten zwei Asylsuchende aus Sri Lanka in ein Gebäude, wo sich ihnen eine «noch nicht geklärte» Situation bot.

Laut den Behörden stürmte daraufhin ein dritter Asylsuchender auf die beiden Asylbewerber ein, welche die Polizisten begleiteten. Der 38-jährige Mann, der ebenfalls aus Sri Lanka stammte, fuchtelte mit zwei Messern herum. Einer der Polizisten feuerte mit seiner Pistole auf den Angreifer.

Dies sei zum Schutz aller Anwesenden geschehen, schreibt die Tessiner Polizei. Die Kugel verletzte den Asylsuchenden so schwer, dass er noch vor Ort verstarb. Die anderen Beteiligten wurden nicht verletzt. Das Motiv für das aggressive Verhalten des 38-jährigen Sri Lankers ist laut Cocchi noch unbekannt.

In dem privaten Gebäude sind gemäss seinen Angaben rund ein Dutzend Asylsuchende aus Sri Lanka seit mehreren Jahren untergebracht. Es steht direkt neben dem Rathaus von Brissago.

Polizist befragt

Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet und klärt namentlich ab, ob der Polizist zur Verantwortung gezogen wird. Auch die kriminaltechnischen Ermittlungen sind am Samstag aufgenommen worden. Um Neutralität zu garantieren, sind Spezialisten aus dem Kanton Zürich damit beauftragt worden.

Der Polizist, der geschossen hatte, sowie weitere beteiligte Personen sind mündlich befragt worden. Aufgrund der Erkenntnisse hätten sich keine Massnahmen gegen die Befragten aufgedrängt, schreibt die Polizei. (sda)

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