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Grosse Schweizer Messen müssen rentabler werden



Auch wenn das goldene Zeitalter für sie vorüber scheint und neue Konsumformen Einzug gehalten haben, behaupten sich die Schweizer Publikumsmessen recht gut. Sie verlieren aber Publikum und die Veranstalter und Aussteller sind punkto Rentabilität gefordert.

Die gerade beendete 98. Ausgabe der Waadtländer Messe Comptoir Suisse in Lausanne zählte über 108'000 Besucherinnen und Besucher. Das waren 2.8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Organisatoren waren erleichtert nach einem Publikumseinbruch um 15 Prozent 2016. Sie hatten auf die neuen Technologien gesetzt, um die Messe zu modernisieren.

An der Basler Frühlingsmesse muba registrierte man 144'300 Eintritte. Gegenüber 2016 ist das ein Zuwachs um 12'500 Billette. Im Zentrum der Messe standen die Themen Mobilität und Energie. Zum zweiten Mal gab es als Schwerpunkt zudem ein Festival.

2016, ausgerechnet im Jubiläumsjahr der ältesten Publikumsmesse der Schweiz, konnte die muba die Besucherzahl nicht steigern - trotz eines Grossaufgebot an Stars aus der nationalen Comedy-, Musik- und Magieszene am erstmals durchgeführten Live-Festival.

Die nächste grosse Messe im Kalender ist die Landwirtschafts- und Ernährungsausstellung Olma in St. Gallen. Diese grösste Publikumsmesse der Schweiz beginnt am 12. Oktober und dauert elf Tage. Sie feiert ihr 75. Jubiläum. 2016 besuchten sie rund 365'000 Leute. Das war ein Rückgang um 3 Prozent.

Publikumsmagneten im Wirtschaftswunder

Das alles bleibt weit unter den Rekorden früherer Jahre. Zu Zeiten von Wirtschaftswunder und aufkommendem Massenkonsum durchbrach etwa 1966 die muba bei den Besuchern die Millionenmarke. Das Comptoir Suisse feierte seine Erfolge in den 1970-er Jahren: Damals dauerte die Messe drei Wochen anstatt der aktuellen zehn Tage.

Nicht nur die Besucher - sondern auch die Ausstellerzahl an den Publikumsmessen ist rückläufig, konstatiert Kathrin Ebner, Mediensprecherin des Messeveranstalters MCH. Die grossen Fachmessen wie Swissbau oder Swissmoto entwickelten sich hingegen gut. Neben muba und Comptoir veranstaltet MCH auch Art Basel und die Uhrenschau Baselworld.

Der Ausstellerrückgang an den grossen Publikumsmessen erklärt sich für Ebner in der drastischen Konsolidierung in diversen Branchen. Zudem sei der einheimische Markt gesättigt und die Deindustrialisierung setze sich fort, sagte sie weiter.

Gewinneinbruch bei MCH

Zu diesen Faktoren gesellten sich noch die Frankenstärke und die schwache Konjunktur in den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, Südafrika). So lastete die letzte Uhren- und Schmuckmesse Baselworld schwer auf dem Halbjahresabschluss von MCH.

Der Gewinn brach gegenüber der Vorjahresperiode auf die Hälfte ein. Der Umsatz sank um 9.4 Prozent auf noch 305.6 Millionen Franken. Die Baselworld wird als Folge zurecht gestutzt.

Für die MCH haben Investitionen in Inhalt und Attraktivität der grossen Publikumsmessen nunmehr Priorität. Ebner sagt dazu, die Kosten ihres Unternehmens würden für das selbe Resultat steigen. Das könne die Rentabilität mindern.

Dagegen will der Messeveranstalter unterhaltende und spielerische Inhalte an die Messen bringen. Das fordere aber von den Ausstellern ein Umdenken und eine gezielte Ausrichtung des Marketings, erklärte Ebner.

Einfluss des Wetters

Der internationale Automobilsalon in Genf bezeichnet sich als rentabel. Als Stiftung ohne Gewinnziel seien nicht Rentabilität oder Gewinn der Motor, sagte André Hefti, Generaldirektor des Anlasses. So seien die Ergebnisse befriedigend und seit Jahren stabil.

Den Rekord verzeichnete der Automobilsalon 2005 mit 747'700 Eintritten. Bei der 87. Ausgabe im März 2017 zählten die Organisatoren 691'400 Besucherinnen und Besucher. Der Erfolg hänge immer etwas vom Wetter ab, besonders beim Zustrom aus der Deutschschweiz, resümierte der Generaldirektor.

Auf der Autobauern bleibt die Zahl der Aussteller am Autosalon stabil. Im Zubehörsektor und lokalen Anbietern ist sie dagegen rückläufig. Gerade für Schweizer KMU sei die Salonteilnahme schwierig, sagte Hefti. Elf Tage Ausstellungsdauer und das nötige Personal dazu seien anspruchsvoll. (sda)

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