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Deutschland: München ruft nach Schiesserei «Sonderfall» aus



Die Landeshauptstadt München hat nach einer Schiesserei in einem Einkaufszentrum am Freitagabend den «Sonderfall» wegen einer «Amoklage» ausgerufen. Die Bürger wurden über das Smartphone-Warnsystem Katwarn aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

«Zu Ihrer Sicherheit Plätze & Strassen meiden; Täter flüchtig; Bahn & Busverkehr eingestellt; Radio und Fernseher einschalten», hiess es in der Mitteilung des behördlichen Warnsystems.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Innenminister Joachim Herrmann haben ein Krisentreffen in der Staatskanzlei in München angesetzt. Dies teilte am Freitagabend eine Regierungssprecherin in München mit.

Der Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt wurde evakuiert. Die Räumung erfolge wegen eines Polizeieinsatzes, teilte die Deutsche Bahn mit. «Der Zugverkehr wurde komplett eingestellt.» Die Züge aus allen Richtungen würden vorzeitig an Bahnhöfen im Umland gestoppt.

In der Stadt herrschte Unruhe und teilweise Panik. Nach der Sperrung des Hauptbahnhofs flüchteten Menschen über Bahngleise, wie Augenzeugen berichteten. Inzwischen wurden auch die Bürger im Landkreis München über Katwarn aufgerufen, nicht in die Stadt zu fahren.

Wohl mehrere Tote

Bei Schüssen im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München sind nach ersten Erkenntnissen der Polizei mehrere Menschen ums Leben gekommen. Ausserdem wurden mehrere Menschen verletzt. Die Lage sei völlig unübersichtlich, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Der oder die Täter seien noch nicht gefasst, hiess es weiter.

Von überall in der Stadt eilten Polizisten zum Einkaufszentrum. Vor dem OEZ waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Polizei und auch ein Krankenwagen zu sehen. Die Gegend war abgeriegelt. Über der ganzen Stadt kreisten Helikopter.

In Schnellrestaurant geschossen

Die Schiesserei begann nach Angaben der Polizei bei einem Schnellrestaurant im Olympia-Einkaufszentrum. Sie sei um 17.52 Uhr losgegangen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Das Olympia-Einkaufszentrum liegt mitten in einem Wohngebiet, zwei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt. Mit 135 Geschäften ist es eine der grössten Shopping-Meilen in München.

Die Polizei rief dazu auf, keine Bilder vom Tatort zu veröffentlichen. «Bitte keine Fotos/Filme von polizeilichen Massnahmen online stellen. Unterstützt nicht die Täter!», twitterte sie. (sda/dpa/reu/afp)

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