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Medizin: Fall von angeblich blindmachendem Augenmittel in Romandie



Das Augenmittel Ala Octa, das im Verdacht steht, bei mehreren Patienten in Spanien und Frankreich zu einer Erblindung geführt zu haben, ist auch in der Schweiz vertrieben worden. Im Universitätsspital Genf (HUG) ereignete sich möglicherweise ein solcher Fall.

«Wir vermuten, dass eine post-operative Komplikation mit dem Einsatz des Mittels in Verbindung stehen könnte», sagte HUG-Sprecher Nicolas de Saussure am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Eine Bestätigung für einen Zusammenhang zwischen dem Produkt und dem Problem gebe es jedoch noch nicht.

Die Gründe für die Komplikationen würden zur Zeit analysiert, teilte das Spital mit. Die Verwendung des Produkts sei vorsorglich ausgesetzt worden.

Inzwischen erwägt auch die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic, am (morgigen) Donnerstag einen Anwendungsstopp für das Mittel auszusprechen, wie Swissmedic-Sprecher Peter Balzli auf Anfrage sagte. Die Abteilung Marktüberwachung stehe in Kontakt mit dem deutschen Produzenten Alamedics. «Die Möglichkeit, dass ein Qualitätsproblem besteht, ist sehr hoch», sagte Balzli.

Für Netzhaut-Operationen

Das Augenmittel Ala Octa wird vor allem bei Netzhaut-Operationen verwendet. Das HUG setzt Ala Octa seit Januar 2014 ein. Probleme tauchten jedoch erst in letzter Zeit auf. In Nordspanien waren nach Angaben der dortigen Gesundheitsbehörde nach der Anwendung von Ala Octaim Juni insgesamt 13 Menschen auf einem Auge erblindet.

In Frankreich gab es im Juli zwei Fälle, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die nationale Medikamentenbehörde (ANSM) berichtete. Allerdings machte die ANSM nicht direkt «Ala Octa» für die Erblindungen verantwortlich. Auch in Italien gab es einen verdächtigen Fall.

«Keine Verunreinigung»

Der deutsche Hersteller teilte Anfang Woche mit, es sei verfrüht, das Mittel für die tragischen Vorfälle verantwortlich zu machen. Analysen unabhängiger Labore hätten ergeben, dass es keinen Hinweis auf eine Verunreinigung oder sonstige Auffälligkeiten gegeben habe, sagte der Geschäftsführer der Alamedics GmbH mit Sitz in Dornstadt (Baden-Württemberg), Christian Lingenfelder, am Dienstag.

Möglicherweise habe es Fehler bei der Anwendung des Mittels gegeben, hiess es bei Alamedics weiter. Dem Unternehmen sei mindestens ein Fall aus Spanien bekannt, in dem das Produkt eine Woche lang im Auge belassen worden sei und nicht nach der Operation sofort wieder entfernt wurde. «Sollten Reste im Auge verbleiben, kann dies zu Entzündungsreaktionen führen.»

Alamedics hatte nach den Vorfällen im Sommer einen Rückruf des Mittels gestartet und das Produkt vom Markt genommen. Wie viele Einheiten im Umlauf sind und in welchen Ländern sie vertrieben wurden, teilte das Unternehmen nicht mit. (sda/afp)

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