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Venezuelas Opposition portiert neuen Parlamentspräsidenten



Die Opposition in Venezuela hat einen neuen Parlamentspräsidenten gewählt. Der 47-jährige Anwalt Julio Borges will einen neuen Anlauf zur Amtsenthebung des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro unternehmen.

Die Volksvertretung wählte Borges, den Gründer der Oppositionspartei Primero Justicia, am Donnerstag zu ihrem Vorsitzenden. «Was uns zu tun bleibt, ist ohne Furcht zu kämpfen, um die Verfassung zu retten, Venezuela zu retten und das Wahlrecht zu retten», sagte er nach seiner Wahl.

«Wir müssen alle zusammen und mit Mut diese Diktatur besiegen», fügte er hinzu. In den kommenden Tagen werde im Parlament ein neues Verfahren gegen Maduro wegen «Pflichtverletzung» eingeleitet. Dieses Verfahren werde die Tür für Neuwahlen öffnen. Details nannte Borges nicht.

Die Übertragung von Borges' Vereidigung im venezolanischen Staatsfernsehen wurde abrupt unterbrochen, stattdessen wurde eine Rede von Präsident Maduro vom Vortag gezeigt.

Neuer Vizepräsident ernannt

Die Opposition in Venezuela kämpft seit Monaten für eine Volksabstimmung über eine Amtsenthebung des sozialistischen Präsidenten. Sie macht Maduro für die schwere Wirtschaftskrise verantwortlich, die durch den starken Ölpreisrückgang seit 2014 verschärft wurde.

Wegen Versorgungsengpässen gab es im südamerikanischen Land bereits mehrfach schwere Unruhen und Plünderungen. Der Präsident hat bisher jedoch alle Versuche der rechtsgerichteten Opposition abwenden können, ihn aus dem Amt zu jagen.

Laut Wahlrat müsste das Referendum über eine Amtsenthebung von Maduro vor dem 10. Januar stattfinden, damit im Falle seiner Absetzung Neuwahlen angesetzt werden könnten. Findet die Volksabstimmung jedoch nach dem 10. Januar statt, dann bleiben die Sozialisten selbst bei einer Niederlage des unpopulären Präsidenten an der Macht.

In diesem Fall würde Maduros Stellvertreter das Amt bis zum Mandatsende im Jahr 2019 übernehmen. Am Mittwoch hatte Maduro den 42-jährigen Ex-Minister Tareck El Aissami zum neuen Vize-Präsidenten ernannt. (sda/afp)

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