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Russland baut Drohnenarmee auf Krim auf – auch Schulen spielen Rolle

Russische Mädchen bei einer Militärübung auf der russisch besetzten Krim: Kinder sind offenbar auch an der Entwicklung und Erprobung von Kamikazedrohnen beteiligt.
Russische Mädchen bei einer Militärübung auf der russisch besetzten Krim: Kinder sind offenbar auch an der Entwicklung und Erprobung von Kamikazedrohnen beteiligt. (Archivbild)Bild: IMAGO

Russland baut Drohnen-Armee auf der Krim auf – und beginnt bei Kindern

Auf der besetzten Krim entsteht ein Ausbildungssystem für den Drohnenkrieg. Dabei spielen auch normale Schulen eine Rolle.
20.02.2026, 06:2020.02.2026, 06:20
anna von stefenelli / watson.de

Es steckt eine ganze Industrie hinter Russlands fortwährenden Angriffen auf die Ukraine. Nachschub will kontinuierlich beschafft werden: neben Kriegsgerät und Drohnen auch personell. Moderne Konflikte entscheiden sich schliesslich auch durch die Menschen, die diese Waffen bedienen können.

Immer deutlicher wird dabei: Der Nachwuchs zur Nutzung dieser Technologie kommt nicht nur aus den Reihen des russischen Militärs. Und er wird systematisch und weit weg von der eigentlichen Frontlinie vorbereitet. Eine besonders grosse Rolle spielt dabei die seit 2014 besetzte Halbinsel Krim. Dort sollen bereits Kinder eingespannt werden, wie ein aktueller Bericht zeigt.

Russland nutzt Krim als Ausbildungszentrum für den Drohnenkrieg

Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der Krim bauen nach Einschätzung von Experten eine umfassende Infrastruktur zur Ausbildung für unbemannte Luftfahrtsysteme auf. Laut Euromaidan Press, mit Berufung auf Informationen von «Crimea.Realities», soll dort eine vollständige Ausbildungskette entstanden sein.

Der russische Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, erklärte demnach, die Halbinsel sei die einzige Region auf ukrainischem Territorium, in der ein kompletter Ausbildungszyklus für Drohnen existiere. Dieser reiche von der Auswahl von Schülerinnen und Studierenden bis zu ihrer Aufnahme in die Personalreserve der russischen Armee.

Der Jurist und Krim-Experte Borys Babin beschreibt den Umfang deutlich: «Der Prozess umfasst sowohl die Militarisierung der Jugend durch Kurse, Trainings und Schulen in Zusammenarbeit mit Colleges und Universitäten als auch die Ausbildung aktiver Soldaten auf zahlreichen Trainingsgeländen auf der Krim.»

Für Drohnen und den Krieg: Vom Unterricht direkt in die Reserve

Russische Medien berichten zudem über ein grosses Ausbildungszentrum für Drohnenoperatoren, das als das grösste in Russland bezeichnet wird. Ein Kurs dauert demnach mehr als 50 Tage, über 1500 Soldaten sollen bereits geschult worden sein.

Zu den Organisatoren zählt Maksym Daniielian, Gründer eines Trainingszentrums für unbemannte Systeme in Feodossija. Die Struktur folgt dabei einer klaren Logik: Nachwuchs wird früh identifiziert, technisch ausgebildet und später militärisch eingesetzt. Die Krim fungiert damit faktisch als Personalbasis für den Drohnenkrieg.

Nach Einschätzung von Fachleuten läuft die Ausbildung parallel zu einer breiten Propagandakampagne. Russische Behörden planen demnach sogar eine Militärakademie in Simferopol, die Offiziere speziell für Drohnentruppen ausbilden soll.

Menschenrechtsverteidiger auf der Krim betonen jedoch, dass sich Umfang und tatsächliche Reichweite der Programme schwer überprüfen lassen. Ein Grossteil der Informationen sei bislang nicht unabhängig bestätigt.

Fest steht dennoch: Die Halbinsel wird zunehmend nicht nur als militärischer Stützpunkt genutzt, sondern als langfristige Ausbildungslandschaft für den technologischen Krieg der Zukunft.

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65 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lebig51
20.02.2026 07:54registriert Juli 2015
Hier zeigt es sie wie pervers, gefährlich und menschenfeindlich Putins Hirn funktioniert. Abscheulich!
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Janster
20.02.2026 08:06registriert März 2021
Krieg ist per se schon eine schlechte Sache. Aber wenn du gegen einen Gegner kämpfen musst dem gar nix heilig ist wirds doppelt schwer. Es wäre schön wenn ich Putin irgendwann in Den Haag sehen dürfte.
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Linebacker
20.02.2026 08:28registriert April 2019
Wer pro Monat über 30'000 Soldaten an der Front im Kampf verliert, hat ein Problem und ist wohl gut beraten sich um Nachschub an Menschenmaterial zu kümmern ...
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