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Versicherungen: Zurich mit weniger Gewinn im ersten Halbjahr



Der Versicherer Zurich hat im ersten Halbjahr unter höheren Kosten gelitten. Der Reingewinn sank um 3 Prozent auf 2.059 Mrd. Dollar.

Der so genannte Business Operating Profit (BOP), den Zurich als massgebliche Betriebskennzahl ansieht, schrumpfte gar um 15 Prozent auf 2.238 Mrd. Dollar, wie der Versicherer am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Besonders im Schadenversicherungsgeschäft machten sich höhere Kosten bemerkbar. Der Betriebsgewinn dort stürzte um 31 Prozent auf 1.166 Mrd. Dollar ab.

Die Bruttoprämien und Policengebühren der Sparte verringerten sich um 7 Prozent auf 18.669 Mrd. Dollar. Dabei schlug die Aufwertung des Dollars in der letzten Zeit zu Buche. In Lokalwährungen wären die Prämien um 3 Prozent gestiegen.

Verantwortlich für den Gewinneinbruch im Schadenversicherungsgeschäft waren die Zunahme von Grossschäden, insbesondere in Grossbritannien und im US-Geschäft mit Firmenversicherungen, sowie der Anstieg von Katastrophen- und witterungsbedingten Schäden. Der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) verschlechterte sich von 95.7 auf 98.3 Prozent.

Die höheren Kosten waren weitgehend einmaligen Effekten geschuldet, die die Vorjahresperiode positiv beeinflusst hatten. Zudem waren sich die Auswirkungen des Portfolio-Mixes auf die Provisionen spürbar.

Mehr Gewinn in der Lebensversicherung

Dagegen stieg im Lebensversicherungsgeschäft der Betriebsgewinn um 6 Prozent auf 673 Mio. Dollar an. Die Bruttoprämien, Policengebühren und Beiträge mit Anlagecharakter erhöhten sich um 4 Prozent auf 14.833 Mrd. Dollar.

Mit ihren Zahlen hat die Zurich die Erwartungen der Finanzgemeinde verfehlt. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt mit einem BOP von 2.5 Mrd. Dollar und einem Reingewinn von 2.11 Mrd. Dollar gerechnet.

«Bezüglich der Kosten haben wir bereits Massnahmen angekündigt und weitere ergriffen, von denen wir erwarten, dass sie sich ab Anfang nächsten Jahres positiv auf das Ergebnis auswirken werden», erklärte Konzernchef Martin Senn.

Zusätzlich zu den bereits bekannten Einsparungen im Umfang von 250 Mio. Dollar hatte die Zurich im Mai bekannt gegeben, bis Ende 2016 die Kostenbasis im Umfang von 300 Mio. Dollar weiter zu senken.

Wenig zur möglichen Übernahme von RSA

Zu der möglichen Übernahme des britischen Versicherers RSA, welche die Zurich derzeit prüft, steht in der Mitteilung wenig geschrieben. «Wir sind überzeugt, dass eine Transaktion für uns und unsere Investoren erhebliche Vorteile mit sich bringen könnte, da sich das Geschäft von RSA und unseres strategisch ideal ergänzt und auch aus finanzieller Sicht attraktiv wäre», erklärte Senn.

Gemäss britischem Recht hat die Zurich bis zum 25. August Zeit, um entweder den RSA-Aktionären ein Angebot zu unterbreiten oder sich aus dem Bieterverfahren zurückzuziehen. Sollte es zu einer Offerte kommen, dürfte diese in bar erfolgen, wie die Zurich in der letzten Woche verlauten liess. (sda)

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