Anwalt: Mutmasslicher Attentäter will sich selbst verteidigen

Anwalt: Mutmasslicher Attentäter will sich selbst verteidigen

18.03.2019, 00:5218.03.2019, 00:52

Der mutmassliche Attentäter von Christchurch will sich nach Aussage seines bisherigen Pflichtverteidigers Richard Peters selbst vor Gericht verteidigen. Peters sagte, dass ihn der 28-jährige Brenton Tarrant von seinem Mandat als Anwalt entbunden habe.

Er sei damit nicht länger für ihn tätig, sagte der Anwalt der Zeitung «New Zealand Herald». Der festgenommene Australier habe ihm selbst gesagt, dass er sich künftig selbst verteidigen werde.

Peters äusserte die Vermutung, dass der Rechtsextremist einen Prozess als Plattform nutzen könnte, um «seine ziemlich extremen Ansichten» vor den Augen der Weltöffentlichkeit zur Schau zu stellen. «Die Aufgabe des Richters wird sein damit umzugehen», sagte Peters der Zeitung.

Tarrant war nach dem Massaker mit mindestens 50 Todesopfern in zwei Moscheen am Freitag festgenommen worden und allen bisherigen Erkenntnissen nach als Einzeltäter vorgegangen. Dem Australier, der seit mehreren Jahren in Neuseeland lebt, droht nun lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes.

Kurz vor der Tat stellte er eine 74-seitige Kampfschrift mit rechtsextremen Parolen ins Internet und verschickte sie auch per E-Mail, unter anderen an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. Muslime und Immigranten bezeichnet er darin als «Invasoren», sich selbst als Rassisten. (sda/dpa)

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