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Türkei erhält erste S-400-Luftabwehrraketen aus Russland



Ungeachtet drohender Sanktionen der USA hat die Türkei am Freitag die ersten S-400-Luftabwehrraketen aus Russland erhalten. Der erste Teil des russischen Luftabwehrsystems ist auf einer Luftwaffenbasis bei Ankara eingetroffen.

Dies teilte das türkische Verteidigungsministerium am Vormittag mit. Auch Russland hat den Beginn seiner Lieferungen des Raketenabwehrsystems S-400 an das Nato-Mitglied bestätigt. Gegen Mittag trafen auf der Luftwaffenbasis laut Medienberichten zwei weitere russische Frachtmaschinen ein. Die US-Regierung hatte ihren Nato-Partner wiederholt gewarnt, der Vollzug des Rüstungsgeschäfts werde «negative Konsequenzen» haben.

Auch die Nato hat das Mitgliedsland Türkei vor der Stationierung des russischen Raketenabwehrsystems S-400 gewarnt. «Wir sind besorgt angesichts der möglichen Konsequenzen», sagte ein Bündnissprecher am Freitag in Brüssel. Für die Militärallianz sei es elementar, dass die Streitkräfte der Mitgliedstaaten im multinationalen Rahmen zusammenarbeiten können.

Die ersten Teile der S-400 wurden per Frachtflugzeug auf den Militärflughafen Murted geliefert. Der Stützpunkt hiess früher Akinci und diente während des Putschversuchs im Juli 2016 als Kommandozentrale für die Putschisten. Die Türkei hatte im April 2017 bei dem staatlichen russischen Rüstungskonzern Almas-Antei zwei S-400-Batterien für einen Preis von 2.5 Milliarden Dollar bestellt. Wo sie in der Türkei stationiert werden, ist noch unklar.

Weitere Lieferungen in nächsten Tagen

Jede S-400-Batterie besteht aus einem mobilen Kommandozentrum, mehreren Radarstationen und bis zu zwölf Startern mit jeweils vier Raketen. Die Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie, die im türkischen Verteidigungsministerium für Rüstungsprojekte zuständig ist, erklärte, die S-400 würden aktiviert, sobald sie «vollständig bereit» seien. Weitere Lieferungen würden «in den kommenden Tagen» in der Türkei erwartet.

Der Kauf der russischen Luftabwehrraketen durch die Türkei sorgt seit Monaten für Streit mit den USA. Washington fürchtet, dass die Installation des russischen Systems beim Nato-Partner die Sicherheit der eigenen Flugzeuge gefährdet. Die US-Regierung droht daher, der Türkei keine F-35-Kampfflugzeuge zu liefern. Türkische Rüstungsfirmen sind an der Produktion des neuen Kampfjets beteiligt, und Ankara hat 116 Maschinen bestellt.

In den USA und Europa wird der Kauf der russischen Raketen als weiterer Schritt der Türkei hin zu einer Abwendung von ihren westlichen Partnern gesehen. Der Türkei drohen nun neben dem Ausschluss vom F-35-Programm weitere Sanktionen gemäss dem Caatsa-Gesetz, das Geschäfte mit russischen Rüstungsfirmen unter Strafe stellt. US-Sanktionen könnten die ohnehin angeschlagene türkische Wirtschaft hart treffen.

Präsident Recep Tayyip Erdogan äusserte sich nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Donald Trump Ende Juni aber zuversichtlich, dass keine Sanktionen verhängt würden. Trump zeigte Verständnis für Erdogans Entscheidung zum Kauf der S-400 und machte die Regierung seines Vorgängers Barack Obama verantwortlich, da sie der Türkei kein gutes Angebot zum Kauf von US-Patriot-Raketen gemacht habe.

Für die Türkei gibt es kein Zurück

Die Türkei betont seit Monaten, dass es bei den S-400 kein Zurück gebe. «Wir sagen dies immer wieder: Dieses Geschäft ist beschlossene Sache», sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag erneut. Die Lieferung werde ohne Probleme erfolgen. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte in Moskau, alles erfolge «unter strikter Einhaltung der geschlossenen Verträge», und beide Seiten erfüllten ihre Verpflichtungen.

Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf informierte Kreise, ein weiteres Frachtflugzeug mit weiteren S-400-Teilen werde «in Kürze» in die Türkei starten. Eine dritte Lieferung mit 120 Raketen verschiedenen Typs werde «Ende des Sommers» auf dem Seeweg in die Türkei gebracht. Laut Tass wurden im Mai und Juni 20 türkische Soldaten in Russland im Umgang mit den S-400 geschult.

Der Experte Nick Heras vom Center for a New American Security sagte, die S-400 würden die türkische Luftabwehr revolutionieren. Die Türkei sei von Staaten mit hoch entwickelten Luftwaffen umgeben und brauche ein System wie die S-400 zur Verteidigung. Es sei «kein Geheimnis», dass Erdogan die Türkei zu einer «eurasischen Macht» machen wolle. «Es gibt keine Garantie, dass die Türkei ewig im US-Lager bleibt», sagte Heras. (sda/afp/dpa)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • FITO 12.07.2019 20:04
    Highlight Highlight Es fragt sich nur warum die Schweiz in Person des Aussenministers bei einer Pressekonferenz von Kriegstreibern Kulisse steht?
    Meines Erachtens einem neutralen Staat wie der Schweiz unwürdig.
    Dieses Jahr balgen sich wirklich zwei Bundesräte darum wer den peinlichsten Auftritt absolviert.
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