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Proteste in Istanbul

Türkischer Demonstrant stirbt nach Kopfschuss

23.05.2014, 00:2223.05.2014, 08:33

Bei gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizisten in der Türkei ist ein Mann durch einen Kopfschuss getötet worden. Der Mann habe nicht gerettet werden können, schrieb Istanbuls Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu am Donnerstagabend auf Twitter.

Die türkische Polizei setzte in Istanbul Wasserwerfer gegen demonstrierende Regierungsgegner ein.
Die türkische Polizei setzte in Istanbul Wasserwerfer gegen demonstrierende Regierungsgegner ein.
Bild: EPA/EPA

Der stellvertretende türkische Regierungschef Bülent Arinc hatte zuvor berichtet, der 30-Jährige sei von einer Kugel in den Kopf getroffen worden, als er an einer Beisetzung in Istanbul teilnahm. Die Polizei sei in der Nähe des Begräbnisses mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vorgegangen und habe mit scharfer Munition Schüsse in die Luft abgegeben. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Polizisten hätten mit scharfer Munition in die Menschenmenge geschossen.

Untersuchung angekündigt

Arinc kündigte an, die von den Polizisten eingesetzten Schusswaffen sowie die auf den Mann abgefeuerte Kugel sollten untersucht werden. «Wenn einer unserer Bürger, der nichts mit den Ereignissen zu tun hat, durch einen von einem Polizisten abgefeuerten Querschläger verletzt wird, will ich, dass alle Beteiligten sofort zur Verantwortung gezogen werden», sagte der Vize-Regierungschef.

Eine kleine Gruppe von Demonstranten hatte im Stadtteil Okmeydani ihren Unmut über das Grubenunglück von Soma sowie den Tod eines jugendlichen Demonstranten nach den Gezi-Unruhen im vergangenen Jahr kundgetan, als die Polizei eingriff. Die Demonstranten antworteten mit Steinwürfen und Brandsätzen, ein Polizeifahrzeug wurde in Brand gesetzt. Laut Istanbuls Gouverneur Avni Mutlu wurden zwei Zivilisten und acht Polizisten verletzt.

Proteste halten an

Die Proteste in Istanbul hielten in der Nacht zum Freitag an. Demonstranten warfen Brandsätze, errichteten Strassensperren und setzten Autoreifen in Brand. Rund 400 Menschen versammelten sich vor dem Spital, in dem Kurt starb, und riefen «Ihr seid Mörder!» und «Der Mörderstaat nimmt ein weiteres Menschenleben».

Die Lage in der Türkei ist kurz vor dem Jahrestag des Beginns der regierungskritischen Gezi-Proteste und wenige Tage nach dem Grubenunglück in Soma mit mehr als 300 Toten angespannt. (trs/sda)

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