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Atombetreiber Tepco erstmals seit Fukushima mit Reaktorgenehmigung



Gegen breiten Widerstand in der Bevölkerung hat Japans Atomaufsicht erstmals seit der Katastrophe in Fukushima zwei Reaktoren des verantwortlichen Betreiberkonzerns Tepco für sicher erklärt. Der Entscheid trifft aber auf Widerstand von Behörden und Bevölkerung.

Die Atomregulierungsbehörde befand am Mittwoch, dass die Reaktoren 6 und 7 im weltgrössten Atomkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa an der Küste des Japan-Meeres die nach Fukushima verschärften Sicherheitsauflagen erfüllt hätten.

Es wird angesichts Widerstände in der Bevölkerung jedoch noch mindestens drei bis vier Jahre dauern, bevor die Reaktoren tatsächlich ans Netz können. Der Gouverneur der betroffenen Provinz Niigata lehnt ein Wiederhochfahren bislang ab.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übte scharfe Kritik und bezeichnete die Entscheidung der Atombehörde als «rücksichtslos». Erneut würden dieselben Risiken, die schon zur Katastrophe in Fukushima geführt hatten, missachtet, erklärte der Atomexperte von Greenpeace Deutschland, Shaun Bernie.

Klage gegen Wiederanfahren

Dass die Behörde die Reaktoren im grössten Atomkraftwerk der Welt trotz «extremer Risiken» durch Erdbeben für sicher erklärte, offenbare die Schwäche der Atomaufsicht. Unter dem Gelände von Kashiwazaki-Kariwa verliefen 23 Verwerfungslinien. Bürgerinnen und Bürger klagen derzeit vor Gericht gegen ein Wiederanfahren der Reaktoren.

Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten des fernöstlichen Inselreiches war es im März 2011 in Folge eines schweren Erdbebens und gewaltigen Tsunamis zu Kernschmelzen in drei Reaktoren gekommen. Die Region um die Unglücksreaktoren musste darauf evakuiert werden.

Als Konsequenz aus der Katastrophe hatten zwischenzeitlich zwei Jahre lang alle 48 kommerziellen Reaktoren in Japan stillgestanden. Die rechtskonservative Regierung hält jedoch an der Atomkraft weiter fest. Inzwischen sind die ersten Reaktoren wieder am Netz. Auch der Betreiber Tepco will dringend Reaktoren wieder hochfahren, um hohe Importkosten für ersatzweise betriebene Wärmekraftwerke zu senken. (sda/dpa)

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