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Papst reist nach Bangladesch weiter - Rohingya-Lager überflogen



Nach Abschluss seines Myanmar-Besuchs ist Papst Franziskus am Donnerstag nach Bangladesch weitergereist. Dabei überflog er die Rohingya-Flüchtlingslager im Süden Bangladeschs.

Vom Flugzeug aus war die Gegend zu sehen, in der sich eine der grössten Flüchtlingskrisen der Welt abspielt. Franziskus steht in der Kritik, weil er sich auf seiner Reise bisher nicht direkt zum Konflikt um die aus Myanmar geflohenen Rohingya geäussert hat und kein Besuch in einem der Lager angesetzt ist.

Nach einem Besuch des Nationalen Märtyrerdenkmals und des Bangabandhu Memorial Museums, der früheren Residenz des Staatsgründers Sheikh Mujibur Rahman, wird der Pontifex von Bangladeschs Staatspräsident Abdul Hamid in der Hauptstadt Dhaka empfangen. Anschliessend wird das Katholiken-Oberhaupt eine Ansprache vor Vertretern von Regierung und vor Diplomaten halten.

Mit Spannung wird erwartet, ob Franziskus sich nach dem Besuch in Myanmar direkter gegen die Gewalt gegen die muslimischen Rohingya ausspricht. Seit August sind mehr als 620'000 Menschen vor Gewalt von Myanmar ins Nachbarland Bangladesch geflohen, wo sie unter notdürftigsten Umständen leben. Bei seinem dreitägigen Aufenthalt in Dhaka ist am Freitag ein interreligiöses Treffen angesetzt, bei dem Rohingya dabei sein sollen.

Islam offizielle Staatsreligion

Bangladesch, einem der ärmsten Länder der Welt, ist der Islam seit 1988 offizielle Staatsreligion. Er stellt mit rund 90 Prozent der mehr als 163 Millionen Einwohner die mit Abstand grösste Glaubensgemeinschaft.

Zugleich hat sich die Lage der religiösen Minderheiten - Hindus (8.5 Prozent), Buddhisten (0.6) und Christen (0.3) - immer weiter verschlechtert. Islamistische Tendenzen haben den Druck zuletzt weiter erhöht, Gewalttaten radikaler Gruppen sind nicht selten. Mit einem gemeinsamen Dachverband treten Hindus, Buddhisten und Christen gegen ihre Diskriminierung und für Religionsfreiheit in Bangladesch ein.

Nur 0.24 Prozent der Einwohner sind Katholiken. Nach Papst Johannes Paul II. ist Franziskus das zweite Katholiken-Oberhaupt, das Bangladesch besucht. (sda/dpa)

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