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Die Hälfte der Senioren behandelt ihre Hörprobleme nicht



Fast die Hälfte der Seniorinnen und Senioren behandelt ihre Hörprobleme nicht. Ältere Menschen mit Hörproblemen leiden aber eher unter Stress, Bluthochdruck, Verlustgefühlen, Ängsten und Depressionen. Ausserdem stürzen sie häufiger als Menschen ohne Hörprobleme.

Dies hat eine Auswertung aktueller Studien zum Thema Schwerhörigkeit durch das Interdisziplinäre Kompetenzzentrum Alter (IKOA-FHS) der Fachhochschule St. Gallen ergeben. Den Auftrag dazu hatte es von Pro Senectute erhalten, wie die Organisation für ältere Menschen und ihre Angehörigen am Montag in einer Mitteilung schreibt.

Reden wird anstrengend

Hörgeschädigte Menschen zögen sich oft zurück, «da die Kommunikation mit den Mitmenschen durch häufiges Nachfragen oder Missverständnisse anstrengend ist».

Betroffen sind gemäss Pro Senectute rund 380'000 Menschen, die über 65 Jahre alt sind. In der Regel vergingen nach dem ersten Verdacht sieben bis zehn Jahre, bis ein Hörtest gemacht werde.

«Damit geht wertvolle Zeit verloren: Denn je länger die Hörminderung unbehandelt bleibt, desto schwieriger wird es, Hörhilfen erfolgreich anzupassen. Das Gehirn verlernt mit der Zeit die Bedeutung der akustischen Signale und kann Geräusche nicht mehr zuordnen.»

Viele ältere Menschen wollen heute so lange wie möglich selbständig zu Hause leben. Dafür sollte auch das Gehör so fit wie möglich bleiben.

Alterserscheinung

Von den 450'000 hörgeschädigten über 65-Jährigen haben rund 15 Prozent ein Hörgerät. Doch auch unter diesen sind nicht immer alle «ganz Ohr».

«Viele Senioren halten Schwerhörigkeit für eine normale Begleiterscheinung des Alters. Sie unternehmen nichts oder tragen ihr Hörgerät nur sporadisch oder gar nicht», wird Pro-Senectute-Direktor Werner Schärer im Communiqué zitiert.

Die Organisation ruft deshalb dazu auf, gleich beim ersten Verdacht, einen Hörtest zu machen.

www.prosenectute.ch/hören (sda)

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