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Hamas vermeldet Durchbruch bei Versöhnungsgesprächen mit Fatah



Es wäre das Ende eines zehnjährigen Bruderkriegs: Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben sich in Kairo auf ein Abkommen zur Versöhnung verständigt. Das teilte Hamas-Chef Ismail Hanija am frühen Donnerstag mit.

Ein Vertreter der Fatah-Regierung erklärte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa, dass die Details zur Einigung gegen Mittag in Kairo vorgestellt werden sollten.

Bei den Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens war es darum gegangen, den seit 2007 von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen unter die Kontrolle der palästinensischen Regierung von Präsident Mahmud Abbas zu stellen. Abbas regiert in dem von Israel besetzten Westjordanland.

Die radikalislamische Hamas ist nach der Fatah die grösste Palästinenserorganisation. Sie wird von den USA, der Europäischen Union und Israel als Terrororganisation eingestuft. Vor zehn Jahren hatte sie die Macht im Gazastreifen in einem blutigen Bruderkrieg mit der gemässigten Fatah an sich gerissen. Die Abbas-Regierung ist international anerkannt.

Einigung über Strom und Grenzübergang

Nach palästinensischen Medienberichten haben sich die Parteien unter anderem über die Lieferung von Strom und wegen des Grenzübergangs nach Ägypten geeinigt. Letzterer soll unter ägyptische Kontrolle gestellt werden. Fatah und Hamas sollen beide dort präsent sein.

Die Fatah-Regierung hat den Berichten nach zugestimmt, rund 30'000 Hamas-Mitarbeiter weiter zu beschäftigen. Der Übergangsprozess soll vier Monate dauern. Gemäss den Angaben soll ein Innenminister für den Gazastreifen benannt werden, der für das Thema Sicherheit zuständig sein soll.

Was mit dem bewaffneten Arm der radikal-islamischen Hamas passieren soll, ist dagegen weiter unklar. Die Hamas hatte verkündet, dass sie den bewaffneten Widerstand gegen Israel nicht aufgeben werde. Abbas betonte dagegen in einem Interview im ägyptischen Fernsehen, dass seine Regierung jegliche Kontrolle haben müsse.

Gescheiterte Versuche zur Versöhnung

Im September hatte die Hamas verkündet, die Verwaltung des Küstengebietes an die Abbas-Regierung abzugeben. Frühere Versöhnungsversuche waren immer wieder gescheitert, zuletzt 2014. Die Hamas ist in den vergangenen Monaten verstärkt unter Druck geraten, unter anderem nachdem Israel die Stromlieferungen in den Gazastreifen auf Wunsch von Abbas hin reduziert hat.

Israel hat vor rund zehn Jahren eine Blockade über den Gazastreifen verhängt, die mittlerweile von Ägypten mitgetragen wird. Die Staaten kontrollieren strikt die Grenzübergänge und begründen dies mit Sicherheitsinteressen.

Israel und die Hamas haben in den vergangenen zehn Jahren drei Kriege gegeneinander geführt, die schwere Zerstörungen in dem Küstengebiet hinterlassen haben. (sda/dpa)

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