Jakartas Ex-Gouverneur nach Blasphemie-Strafe wieder frei

Jakartas Ex-Gouverneur nach Blasphemie-Strafe wieder frei

24.01.2019, 06:0024.01.2019, 06:00

Der ehemalige Gouverneur von Indonesiens Hauptstadt Jakarta, Basuki Tjahaja Purnama, ist nach anderthalb Jahren Gefängnis wegen angeblicher Gotteslästerung wieder frei. Der 52-Jährige wurde am Donnerstag wegen guter Führung vorzeitig entlassen.

Ein Gericht hatte den christlichen Politiker 2017 aufgrund von Bemerkungen über den Koran wegen Blasphemie zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der Fall gilt vielen als Beleg für die zunehmende Islamisierung von Indonesiens Politik und Gesellschaft.

Mit mehr als 200 Millionen Gläubigen ist das Inselreich der bevölkerungsreichste muslimische Staat der Welt. Seit einigen Jahren gewinnen konservative Kräfte an Einfluss. Zum christlichen Glauben bekennen sich etwa 20 Millionen Indonesier. Purnama (Spitzname: Ahok) hat zudem chinesische Wurzeln, gehört in Indonesien also einer weiteren Minderheit an. Mit Unterstützung von Präsident Joko Widodo hatte er sich um eine zweite Amtszeit beworben - anfangs mit guten Aussichten.

Massenproteste gegen ihn

Bei einem Auftritt im Wahlkampf sagte er dann jedoch, die Wähler sollten sich nicht von jenen leiten lassen, die den Koran zitierten, um seine Wahl zu verhindern. Daraufhin gingen aus Protest bis zu eine halbe Million Menschen gegen ihn auf die Strasse. Vermutet wird, dass ihn die Bemerkungen über den Koran den Wahlsieg kosteten. Kurz darauf wurde er trotz internationaler Kritik verurteilt.

Offen ist, ob der Ex-Gouverneur nun in die Politik zurückkehren wird. Seine Freilassung wurde von Anhängern gefeiert. Er selbst liess seine Zukunft offen - kündigte aber schon an, dass er auf seinen chinesischen Spitznamen Ahok verzichten will. Künftig will er mit seinen Initialen genannt werden: BTP. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!