SVP-Kandidat Dessauges verzichtet auf zweiten Wahlgang in der Waadt

SVP-Kandidat Dessauges verzichtet auf zweiten Wahlgang in der Waadt

19.03.2019, 11:2819.03.2019, 11:28

Der SVP-Politiker Pascal Dessauges tritt nicht zum zweiten Wahlgang der Ersatzwahl für den Staatsrat im Kanton Waadt an. Er landete am Sonntag auf dem zweiten Platz, deutlich hinter Rebecca Ruiz. Damit könnte die Sozialdemokratin in stiller Wahl gewählt werden.

«Mit fast 13'000 Stimmen Rückstand sind unsere Erfolgsaussichten fast gleich Null», sagte Dessauges am Dienstag vor den Medien in Lausanne. «Ich werfe nicht einfach das Handtuch, aber ich muss konsequent und pragmatisch sein. Ich übernehme meine Verantwortung und habe beschlossen, auf die Ausgabe von mehr als einer halben Million Franken zu verzichten», sagte der Oberamtmann des Bezirks Gros-de-Vaud.

Die Basis sei der FDP-Parteileitung welche Dessauges unterstützte, nur teilweise gefolgt, bedauert die SVP in einem Communiqué. Der deutliche Vorsprung zur Sozialdemokratin beruht auf einer starken Mobilisierung bei den Grünen. Die allgegenwärtige Klimadiskussion habe im ersten Wahlgang zweifellos eine grosse Rolle gespielt, ist die SVP überzeugt.

Einzige Bewerberin

Die Frist für die Listeneinreichung für die Stichwahl am 7. April läuft am (heutigen) Dienstag um 12 Uhr ab. Die Sozialdemokratin Ruiz dürfte als einzige Bewerberin für den Sitz des abtretenden SP-Staatsrats Pierre-Yves Maillard im Rennen verbleiben und könnte so in stiller Wahl gewählt werden.

Die 37-jährige SP-Nationalrätin hatte am Sonntag 46.59 Prozent der Stimmen erreicht. Dessauges lag mit 37.56 Prozent deutlich zurück. Der CVP-Kandidat Axel Marion, der als Drittplatzierter 6 Prozent der Stimmen erhalten hatte, kündigte bereits am Sonntag an, dass er nicht an der Stichwahl teilnehmen werde.

Jean-Michel Dolivo von der Linksaussenpartei Ensemble à Gauche mit 4.12 Prozent und Anaïs Timofte von der Linksaussenpartei POP mit 3.26 Prozent der Stimmen scheiterten an der 5-Prozent-Hürde für den zweiten Wahlgang.

Bürgerliche Angriffe

Die Waadtländer Regierung hat seit 2011 eine linksgrüne Mehrheit. SP und FDP stellen je drei Sitze, die Grünen haben ein Mandat. SVP und FDP unternahmen bei diesen Wahlen den mittlerweile dritten Versuch, die Mehrheit ins bürgerliche Lager zurückzuholen.

Vor 2011 regierte in der Waadt eine bürgerliche Mehrheit. FDP und SP hielten je drei Sitze und die SVP ein Mandat in der Regierung. Bei der Ersatzwahl für den im Amt verstorbenen SVP-Staatsrat Jean-Claude Mermoud ging der vierte bürgerliche Sitz jedoch an die Grünen. Als Hauptgrund für die bürgerliche Niederlage gilt, dass die FDP-Wähler den damaligen SVP-Kandidaten Claude-Alain Voiblet zu wenig unterstützten.

Gewichtiger Abgang

Mit dem Sozialdemokraten Maillard tritt Ende April nach fast 15 Jahren Amtszeit ein Schwergewicht aus der Waadtländer Regierung zurück. Der 51-Jährige löst Paul Rechsteiner (SP/SG) als Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes ab. (sda)

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