Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Berichte über Angriffe von Demonstranten auf Polizeiposten im Iran



Die Strassenproteste im Iran gegen die Führung spitzen sich immer mehr zu. Bislang gab es mindestens ein Dutzend Tote. Mehrere ausländische Regierungen richteten Appelle an den Iran. In der Nacht auf Dienstag griffen offenbar Demonstranten auch Polizeiposten an.

Die Nachrichtenagentur Mehr meldete aus der Stadt Kermanschah, ein Posten der Verkehrspolizei sei in Brand gesetzt worden. Es habe keine Verletzten gegeben.

Auf sozialen Medien wurden zudem Videos veröffentlicht, die schwere Zusammenstösse zwischen den Sicherheitskräften und Demonstranten in Kahderidschan zeigen sollen. Demnach versuchten die Protestler eine Polizeiwache zu stürmen. Diese stand zum Teil in Flammen. Unbestätigten Berichten zufolge gab es mehrere Opfer unter den Demonstranten.

Dem Staatsfernsehen zufolge wurden in mehreren Städten staatliche Einrichtungen von Bewaffneten attackiert. Angriffe auf Polizeiwachen sowie Militärkasernen seien vereitelt worden. Auch diese Berichte liessen sich nicht unabhängig verifizieren.

Präsident: Lage nicht mehr unter Kontrolle

Bei den Protesten kamen bisher mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Es gab zudem Hunderte Festnahmen. Nach Berichten in sozialen Netzwerken reichte die Zahl landesweit von 100 bis 800. Die Proteste hatten am Donnerstag begonnen. Sie richteten sich zunächst gegen die Wirtschafts- und Aussenpolitik der Regierung, wurden aber zunehmend systemkritisch.

Präsident Hassan Ruhani räumte ein, dass die Regierung die Lage nicht mehr völlig kontrolliere. In seiner ersten Reaktion am Sonntag hatte der Präsident aber auch vor Ausschreitungen gewarnt, die die Sicherheit des Landes gefährden könnten. Er rief die Regimekritiker dazu auf, Proteste über legale Kanäle zu beantragen. In sozialen Netzwerken wurde der Vorschlag als Rhetorik bewertet. Das Innenministerium würde nach Meinung vieler Iraner niemals Anträge auf systemkritische Kundgebungen genehmigen.

Die USA und Israel unterstützten die Proteste und äusserten ihre Hoffnung auf einen politischen Umsturz in Teheran. Die EU, Grossbritannien und Deutschland appellierten unterdessen an die Regierung des Iran, eine öffentliche Debatte zuzulassen. Der britische Aussenminister Boris Johnson verlangte auf Facebook eine «Debatte» über «legitime und wichtige» Anliegen der Demonstranten.

Das russische Aussenministerium warnte dagegen vor jeglicher «Einmischung» des Auslandes. Dies würde die Situation im Iran «destabilisieren». (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter