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Mensch spielte Schlüsselrolle beim Aussterben des Höhlenbären



Der Höhlenbär war einer der letzten Vertreter der Megafauna, zu der Mammuts und Säbelzahnkatzen zählten. Die riesige Bärenart verschwand während der letzten Kaltzeit. Eine neue Studie unterstützt nun die Theorie, dass der Mensch dabei eine wichtige Rolle spielte.

Bis vor rund 50'000 Jahren bevölkerten riesige Säugetiere die Kontinente. Dann kam es binnen weniger zehntausende Jahre zum Niedergang dieser Megafauna - mit Konsequenzen für die Landökosysteme, die bis heute nachwirken.

Während der letzten Kaltzeit verschwand auch der Höhlenbär - eine riesige Bärenart, deren fossile Überreste hauptsächlich in Höhlen entdeckt wurden. Die Gründe für sein Aussterben sind unklar, es kommen aber sowohl die Abkühlung des Klimas als auch die zunehmende Verbreitung des modernen Menschen in Frage.

Ein internationales Forschungsteam um Verena Schünemann von der Universität Zürich und Hervé Bocherens von der Uni Tübingen stellt nun im Fachblatt «Scientific Reports» neue Forschungsergebnisse vor, die für eine Schlüsselrolle des Menschen beim Niedergang des Höhlenbären sprechen.

Niedergang bereits vor der Kaltzeit

Anhand genetischer Untersuchungen und Stammbaumanalysen stellten die Forschenden fest, dass der Bestand der Höhlenbären in Europa bereits vor rund 40'000 Jahren drastisch zu schrumpfen begann - rund 10'000 Jahre bevor sich das Klima abkühlte. Wären Klimaveränderungen der Hauptgrund für das Verschwinden des Höhlenbären, würde man mit einem allmählichen Rückgang des Bestands rechnen, schrieben die Forschenden im Fachartikel.

Der relativ plötzliche Einbruch des Bestands vor rund 40'000 Jahren fällt zudem mit der Ausbreitung des anatomisch modernen Mensch in Europa zusammen. Die Ergebnisse deuten damit stark auf eine Rolle des Menschen beim Aussterben des Höhlenbären hin.

Die genetischen Analysen beruhten auf Fossilienfunden von 59 Höhlenbären an 14 Orten in verschiedenen europäischen Ländern, darunter auch in der Schweiz. Überreste der Tiere wurden in den Freiburger Voralpen in der Höhle «Bärenloch» gefunden, wie die Universität Zürich am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb.

Anhand der DNA-Daten konnten die Forschenden fünf Abstammungslinien identifizieren, die auf einen gemeinsamen Vorfahren vor rund 450'000 Jahren zurückgehen. Diese verschiedenen Höhlenbär-Linien verteilten sich über Europa und der Bestand blieb bis vor rund 50'000 bis 40'000 Jahren stabil. Bis der moderne Mensch sich in Europa verbreitete.

Jagd und Konkurrenz um Höhlen

Womöglich fielen die riesigen Bären vermehrt der Jagd zum Opfer, geht aus einer Mitteilung des Fachjournals hervor. Darauf weisen verschiedene archäologische Funde hin. Möglich ist aber auch, dass es zur Konkurrenz um Höhlen kam: Die bisherigen Analysen von Höhlenbärfossilien lassen darauf schliessen, dass die Bären stark an ihre Geburtshöhle gebunden waren. Nicht nur wuchs die Population der modernen Menschen in Europa, die Gruppen verharrten auch zunehmend länger an einem Ort, hiess es im Fachartikel.

«Der Mensch beanspruchte mit den Höhlen in bestimmten Gebieten den gleichen Lebensraum wie die Bären», erklärte Schünemann gemäss der Mitteilung der Uni Zürich.

Mit der Abkühlung des Klimas und dem schrumpfenden Nahrungsangebot zerfiel der Bestand der Höhlenbären zudem in viele Subpopulationen, die sich in Regionen mit moderatem Klima zurückzogen. Möglicherweise erschwerte der Mensch den Austausch zwischen diesen verschiedenen Höhlenbär-Gruppen und untergrub damit die Stabilität des Gesamtbestands weiter.

https://www.nature.com/articles/s41598-019-47073-z (sda)

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