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Posthum: «Vonne Endlichkait» - Verlag stellt letztes Günter-Grass-Buch vor



Eigentlich wollte Günter Grass sein Buch «Vonne Endlichkait» bei einer Lesung in Göttingen selbst vorstellen. Doch am 13. April - das Buch war praktisch fertig - starb der Nobelpreisträger. Jetzt stellt der Verlag das Werk vor. Es kommt am Freitag in den Handel.

Fast ein halbes Jahr nach dem Tod von Günter Grass präsentiert der Steidl Verlag heute Dienstag in Göttingen das mit Spannung erwartete letzte Buch des Nobelpreisträgers. Es hat in ostpreussischer Mundart den Titel «Vonne Endlichkait», auf Hochdeutsch «Von der Endlichkeit». Verleger Gerhard Steidl und Literaturexperten wollen den Entstehungsprozess des Werkes darlegen.

Grass hatte das Buch kurz vor seinem Tod am 13. April praktisch fertig und wollte es mit Steidl nur noch druckfertig machen. Nach Angaben des Verlags hat der «Blechtrommel»-Autor «in einem beeindruckenden Wechselspiel aus Lyrik, Prosa und Illustration sein letztes Gesamtkunstwerk» geschaffen.

Das Buch kommt am Freitag mit einer Startauflage von 50'000 Exemplaren in den Buchhandel. Es umfasst 176 Seiten und bietet laut Verlag Liebesbriefe, Selbstgespräche, Eifersuchtsdramen, Schwanengesänge, Gesellschaftssatiren und Augenblicke des Glücks.

Grass habe berührende Geschichten zu kunstvollen Miniaturen verdichtet, so der Verlag. «Plötzlich findet rhythmisierte Kurzprosa ein vielstimmiges Echo in episch wuchernden oder pointiert zugespitzten Gedichten.»

Bei einer bewegenden Matinee hatte Grass' Tochter Helene im Juni erstmals öffentlich Auszüge gelesen. Der Göttinger Germanist und Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, lobte damals das trotz der ernsten Themen so leicht geschriebene Buch: «'Vonne Endlichkait' ist ein anrührendes, manchmal bezauberndes Kunstwerk geworden.»

Probeliegen im Sarg

Ebenso drastisch wie grotesk und mit viel Humor beschreibt Grass - wie die von Helene Grass vorgetragenen Auszüge deutlich machten - die eigenen Altersbeschwerden.

Der ebenfalls vorgetragene Text «Worin und wo wir liegen werden» ist mit deftigem Humor gewürzt. Weil der zweite Herzschrittmacher seine Dienste verweigert und die Lunge nach jahrzehntelangem Rauchen kaputt ist, lässt sich Grass von seinem Tischler für sich und seine Frau Särge liefern, in denen sie dann Probeliegen: «Wie seltsam, jeweils den Atem des anderen zu hören.»

Seine Frau bedauerte, kein Foto von ihm in der Kiste gemacht zu haben. «Du sahst so zufrieden aus», lässt Grass sie in der Erzählung sagen. (sda/dpa)

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