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Kinder ziehen lassen. Immer wieder. Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

Guten Tag Frau Freitag! Ich habe einen 19 Monate alten Sohn und erwarte in 5 Wochen unser 2. Kind. Als Entlastung für mich haben wir vor 4 Wochen mit der Eingewöhnung in einer Krippe begonnen. 

Allerdings hat unser Sohn nun gerade eine ziemliche "Mama Phase" (was wohl auch mit der fortschreitenden Schwangerschaft zu tun hat) und will ohne mich nicht in der Krippe bleiben. Die Krippenleiterin meint auch das sich dies wohl bis zur Geburt des 2. Kindes nicht ändern wird. Nun breitet sich eine kleine Panik in mir aus und der Respekt vor der neuen Situation mit 2 Kindern ist groß. Es gibt nun 2 Möglichkeiten und ich würde gerne von Ihnen wissen welche dieser beiden Sie bevorzugen würden: 1. Ich begleite meinen Sohn, in der Hoffnung das er nach der Geburt alleine dort bleiben wird, weiterhin in die Krippe und bleibe vor Ort damit er sich gut integrieren kann und die bisherige Eingewöhnungszeit nicht „umsonst“ war. Oder 2. Ich stoppe das "Projekt Krippe" bis zum Sommer und starten dann einen neuen Versuch. Zwischenzeitlich suche ich mir Unterstützung im Haushalt oder einer Babysitterin die stundenweise nach Hause kommt. Ariane, 32

27.03.15, 17:25 27.03.15, 18:31

Liebe Ariane 

Eines vorweg: Es gibt nie nur 2 Möglichkeiten zur Lösung eines Problems. Nie. So auch bei Ihnen nicht, aber dazu später.

Was kann ich Ihnen gut nachfühlen! Es ist ja bei mir bereits 10 Jahre her, dass ich meinen Sohn in die Krippe eingewöhnt habe, aber ich erinnere mich wahnsinnig gut daran. Das tut vermutlich jede Mutter, denn schliesslich ist es ein erstes grosses Loslassen des Kindes. Davon kommen später noch viele mehr, aber das erste Mal ist natürlich sehr prägend. Ein grosser Schritt, für Eltern und Kind. Und ein wahnsinnig wichtiger.

Was bin ich in den 10 Tagen der Eingewöhnung schweren Herzens unter dem Wink-Fenster (vermutlich eine Erfindung einer sadistisch veranlagten kinderlosen Krippengründerin) gestanden und habe meinem weinenden Sohn zugewunken und mir die eigenen Tränen verbissen, bis um die Hausecke war. Dort habe ich losgeplärrt, als gäb's kein Morgen. Aber ich habe es durchgezogen. Weil ich wusste, dass er in der Krippe Dinge erlebt und lernt, die für seine Entwicklung wichtig sind. Weil ich wusste, dass ich nur dann eine gute Mutter sein kann, wenn ich auch mal einen Tag lang etwas für mich machen kann. Weil ich wusste, dass es vor mir Millionen Eltern geschafft haben und es nach mir Millionen von Eltern schaffen würden. Weil ich es so wollte.

Ihr Sohn ist jetzt in einem Alter, wo er unter gleichaltrige Kinder gehört. Das können Sie ihm zu Hause nicht bieten. Darum bin ich kategorisch gegen Ihre beiden Möglichkeiten. Und ich sage Ihnen auch, warum:

Möglichkeit 1 ist keine gute Idee. Sie haben Ihren Sohn bereits 4 Wochen eingewöhnt und damit ist dann auch mal gut. Wenn Sie darauf warten, dass er eines Tages einfach "Bye Mama, einen schönen Tag" sagt, dann können Sie noch weitere 25 Jahre warten. Denn das wird nicht passieren. Ihr Sohn spürt ganz genau, dass es Ihnen nicht leicht fällt, ihn dort zu lassen und gibt drum alles, dass Sie es nicht tun. Das ist ein Game, welches jedes Kind spielt, das ist ganz normal. Sie müssen lernen, zu gehen, auch wenn er noch tobt und weint. Das gehört dazu und es ist meistens nach 10 Minuten vorüber. Ich habe damals mit der Krippenleiterin ausgemacht, dass sie mich anruft, wenn mein Sohn nach 30 Minuten noch traurig ist und weint. Das hat sie kein einziges Mal getan und ich habe bei anderen Kindern beobachten können, wie schnell sie mit dem Drama aufhören, sobald die Eltern weg sind. Man könnte manchmal sogar das Gefühl bekommen, sie würden es der Eltern zuliebe machen, damit diese nicht das Gefühl bekommen, ersetzbar und unwichtig zu sein.

Wenn Sie Ihren Sohn noch länger eingewöhnen, dann kann es passieren, dass die Eingewöhnung mit dem Tag der Entbindung endet. Und das wäre mehr als fatal. Ihr Sohn würde daraus schlussfolgern, dass er jetzt abgeschoben wird, weil ein Geschwisterchen da ist. Dieses Vorgehen könnte die Beziehung der beiden Kinder stark beschädigen. Das sollten Sie darum in gar keinen Fall tun.

Möglichkeit 2 ist auch keine gute Idee. Wenn Sie Ihren Sohn jetzt wieder aus der Krippe nehmen, dann wird ihn das lebenslang prägen. Und nein, das ist jetzt kein Witz. Mit 19 Monaten kapieren Kinder schon unglaublich viel. Im Prinzip viel zu viel, aber es ist nun mal so... Er wird schnallen, dass er seinen Kopf durchgesetzt hat und er wird im Gegenzug nicht lernen, etwas durchzuziehen. Ich weiss, dass das im Bezug auf ein so kleines Kind seltsam klingt. Aber das ist es nicht. Kinder werden genau in dieser Zeit stark von solchen Entscheidungen geprägt. Und der Abbruch vom Eingewöhnen in die Krippe wäre eine Prägung, die es ihm später im Leben nicht sehr einfach machen wird. Es werden Klassenlager folgen und ­später noch ganz andere Dinge, durch die ein Mensch durch muss. Das hat auch mit der Stärkung der eigenen Resilienz zu tun. Resilienz ist im Moment ein riesen Thema in der Forschung. Sie entscheidet, ob man als Mensch Enttäuschungen und Rückschläge gut verkraftet, oder nicht. Sie ist zu einem Teil angeboren und wird zu einem Teil in den ersten Lebensjahren gestärkt oder eben geschwächt. Kinder, die in einem Elternhaus aufwachsen, in dem ihnen etwas zugemutet, aber auch zugetraut wird, haben später eine höhere Resilienz als Kinder, die man vor allem behütet und bewahrt.

Und es hat auch mit Vertrauen zu tun. Trauen Sie Ihrem Kind zu, dass es den Schritt schafft, oder nicht? Soll aus Ihrem Sohn ein Mensch werden, der sich selber etwas zutraut, oder nicht? Hier geht es um die Werte, die sie Ihren Kindern mitgeben wollen. Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass mein Sohn Selbstvertrauen hat und möglichst selbstständig durch sein Leben gehen kann. Wenn Sie ihn jetzt aus der Krippe nehmen, dann ist das auch ein Zeichen Ihres Misstrauens gegenüber Ihrem eigenen Kind.

Mein Sohn war letztes Jahr zum ersten Mal in einem Ferienlager. Und zwar nicht mit seiner Schulklasse, sondern in einem Sportlager, wo er kein einziges Kind kannte. Er hatte wirklich Pech und teilte sein Zimmer mit einem Kind, dass ausschliesslich Französisch sprach. Dementsprechend war es unglaublich hart für ihn, er hatte wahnsinniges Heimweh. Es war das erste Mal, dass er in diesem Rahmen alleine von Zuhause weg war und er rief mich manchmal mitten in der Nacht weinend an. Es hat mir beinahe das Herz gebrochen, müssen Sie wissen. Und ich habe ihm sogar angeboten, dass ich ihn jederzeit abholen würde, wenn es gar nicht gehen würde. Das hat ihm Sicherheit gegeben und er hat die Woche überstanden. Er wusste, dass wenn er heimkommen würde, er beim nächsten Lager die gleiche Erfahrung nochmals würde machen müssen. Das wollte er nicht. Er wollte da durch. Und er hat es geschafft und ist um etwa 5 cm grösser wieder heimgekommen. Für mich war es eine schlimme Woche, mein mütterliches Herz wurde stark malträtiert. Ich weiss darum ganz genau, wie Sie sich fühlen.

Aber auch wir Eltern dürfen uns nicht schonen. Auch wir müssen es uns zutrauen, dass wir das schaffen. Wir bekommen Kinder und haben die Aufgabe, sie zu beschützen. Trotzdem müssen wir lernen, Sie loszulassen und anderen Menschen anzuvertrauen. Das ist nicht easy, aber es ist enorm wichtig. Denn wenn Sie diesen Schritt nicht machen, dann werden Sie Ihr künftiges Leben nur noch nach Ihren Kindern ausrichten und Ihr Leben ohne Rücksicht auf sich selber um diese herum planen. Das ist nicht gesund, liebe Ariane. Sie bekommen in etwa einem Monat ein 2. Kind und Sie haben vollkommen richtig entschieden, dass Sie dann mehr Zeit für das Baby brauchen. Lassen Sie sich Ihre Pläne nicht von einem U2 durchkreuzen, weil sonst übernimmt er die Führung zu Hause. Und damit eines klar ist: Der Chef sind SIE!

Ganz herzlich! Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

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Bild: Kafi Freitag

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Biene Maja 15.04.2015 16:47
    Highlight Am Rande des emotionalen Hochschaukelns... Finde es gut, dass mindestens ein Mann so leidenschaftlich mitdiskutiert, danke Bruno Wüthrich. Ist Toerpe Zwerg auch einer? Dann wäre B.W. nicht alleine...
    3 0 Melden
  • Dame vom Land 30.03.2015 21:51
    Highlight @Fräulein Oh wie herrlich gut tut es doch, wenn frau in der Anonymität solcher Foren Luft ablassen kann, ohne das Gesicht zeigen zu müssen. Einer vermeintlichen Übermutter die Leviten lesen darf, diese verurteilen kann und gradwegs auch, in der Hitze des Wortgefechtes und der verschiedenen Ansichten, etwas von der Contenance - sofern vorhanden - verlieren darf. Würd jetzt grad zu gern mit Ihnen Frau Fräulein am gleichen Tisch sitzen und dieses Thema ausführlich diskutieren Im Ernst! Die Krone der Übermutter haben Sie mir selber aufgesetzt und gleich wieder weggenommen. Richtig so! Ich brauch keine Krone! Aber ich brauchte die Alimente für meine Kinder. Legitim! Da war ein Vater, der seinen Pflichten und Rechten gegenüber seinem Nachwuchs nicht nachkommen wollte. Sie haben doch nicht im Ernst gemeint, dass in meinem Garten Geldbäume wachsen und ich, mit meinen Kindern im Arm, darunter Muttchen happy spielen kann. Welch naive Einstellung!
    Mit Babyphon die Kinder hüten lassen? Legitim, wenn die Aufsichtsperson grad mal 8 Meter entfernt im Nebenhaus wohnt.
    Aber kommen wir doch zum Kernthema zurück. Ich hab niemanden verurteilt, hab lediglich die Frage in den Raum gestellt, ob denn Kinder eine Last seien! Wissen Sie Fräulein, ich setze mich, von Berufes wegen, oft mit jungen Müttern auseinander, die Kinder, aus welchen Gründen auch immer, in die Welt setzen, aber nicht wirklich bereit sind, die dazugehörende Verantwortung zu übernehmen. Diesen jungen Damen muss ich dann erklären, dass nicht die Gesellschaft die Verantwortung für die kleinen Erdenbürger übernehmen muss, sondern die Eltern.




    Ob gemeinsam oder nicht, sei dahingestellt

    5 5 Melden
    • Peschamel 25.07.2016 11:01
      Highlight Liebe Dame vom Land. Ich bewundere, wie Sie hier die Stellung gegen den Tenor des Zeitgeistes halten. Es ist sehr schade, dass gewisse Exponenten versuchen, Sie niederzuschreien. Die Fragen sind interessant. Ich vermute, dass diese Fragen einfach viele Leute verunsichern. Daher die Abwehrhaltung. Ich wundere mich darüber, dass man sich hier offenbar sehr einig ist: "Kinder gehören in die Krippe, das tut ihnen gut, das tut mir gut, und ich will es so!". Ich wundere mich auch darüber, dass eine Bloggerin von der Erziehung bis zur Gesundheit (Fischöl!) für alle den perfekten Rat hat.
      0 0 Melden
    • Peschamel 25.07.2016 11:05
      Highlight Und zum Schluss: Wissen Sie, liebe Mitlesende, was der Unterschied von Fräulein Lande und vielen Kommentierenden ist? Sie hat das getan, was ihr richtig erschienen ist, die Verantwortung dafür übernommen und es durchgezogen. Ich ziehe meinen Hut davor.
      0 0 Melden
    • Peschamel 25.07.2016 11:33
      Highlight Noch etwas zu meiner Person: Ich habe keine Kinder, bin 33 Jahre alt, verfüge über eine universitäre Ausbildung und wäre gerne dazu bereit, mein Arbeitspensum zu Gunsten der Kindererziehung im Idealfall auf 50% zu reduzieren. Ich habe aber die passende Frau dazu noch nicht gefunden :)
      0 1 Melden
  • Toerpe Zwerg 30.03.2015 12:06
    Highlight Du meine Guete, 4 Wochen eingewoehnen? Schon verloren. Den Balg einfach mal loslassen und gut ist.
    7 3 Melden
  • Dame vom Land 30.03.2015 10:38
    Highlight @ Liz Die Alimente wurden vom Soz. bevorschusst. Hab vormittags während der Schulzeit und abends, wenn die Kids schliefen, gearbeitet. Wir Mütter haben uns im Quartier so organisiert, dass wir einander abends mit Babyfon die Kids gehütet haben. Während den Schulferien musste ich meist auch arbeiten und meine Kids hielten sich derweilen bei den Nachbarinnen auf. Wenn ich frei hatte, hütete ich deren Kids bei mir oder bei ihr. Statt Ausflüge, die viel Geld kosten, unternahmen wir mit Velos und öV spannende Ausflüge, packten Reisefutter mit ein, damit wir uns nicht in Restaurants verköstigen mussten. Cervelats bräteln, schwimmen im See statt in der Badi, Kinderkleidertausch im Quartier statt immer neue Sachen kaufen. Gesund und vollwertig beim Bauer direkt einkaufen. Es gibt so viel tolle Möglichkeiten, gesund und fröhlich und zufrieden durchs Leben zu gehen. . Dafür wird dann jedes Extra doppelt geschätzt! Ich denke, wenn man als Elternteil den Verzicht vorlebt, dann sind auch die Kids mit weniger glücklich und zufrieden. Kein noch so teurer Schmuck ziert den Hals einer Mutter schöner, als die innige Umarmung der eigenen Kinder :-)
    2 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.03.2015 13:26
      Highlight Also lässt Du Deine Kinder auch fremd betreuen. Sorry Ei, aber ob das nun in einer KITA oder von Nachbarinnen passiert, spielt keine Rolle. DU bist in der Zeit nicht da. Kinder allein zu lassen und via Babyphone zu "beaufsichtigen" ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ohne Unterstützung läuft es also auch bei Dir nicht, denn Du erhältst ja Geld vom Sozialamt. Ich frage mich, warum Du es Dir heraus nimmst hier andere Mütter anzumachen und die Übermutter rauszuhängen.
      11 4 Melden
    • Bruno Wüthrich 30.03.2015 15:28
      Highlight Sie lässt betreuen und betreut auch selbst. Sie nimmt Hilfe an und bietet Hilfe an. Das ist doch ein klitzekleiner Unterschied zur reglemässigen Abschiebung des Kindes in die Kita. Fraglich ist allerdings, ob das Kind den Unterschied ebenfalls bemerkt. Da bin ich mir nicht so sicher. Ein Faktor könnte sein, wie oft dies denn geschieht. Einmal, zweimal pro Woche oder täglich? Ein Aspekt ist bei dieser Diskussion nicht ausser acht zu lassen. Die unterschiedlichen Auffassungen zwischen Stadt und Land in dieser Frage. Auf beiden Seiten ist man überzeugt, recht zu haben. Und zwar ohne Abstriche.
      4 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.03.2015 18:34
      Highlight @Herr Wüthrich

      Es gibt wohl auch noch Leute wie mich. Ich denke, dass jede Familie selbst entscheiden soll, welches Modell zu ihnen passt. Und es steht niemanden zu, andere für ihr Modell zu verurteilen.
      Ich habe selbst noch keine leiblichen Kinder und gehöre zu keiner der Parteien. Es würde mir aber nie in den Sinn kommen, Eltern zu verurteilen, weil sie ihr Kind in die KIGA oder nicht in die KIGA schicken. So lange niemand seine Kinder in den Keller sperrt.
      8 0 Melden
    • Bruno Wüthrich 31.03.2015 00:01
      Highlight Ist denn jemand verurteilt worden? Ein Blog, wie ihn Frau Freitag ins Netz stellt, bietet doch eine interessante Diskussionsgrundlage. Ich schätze diesen Blog sehr, obwohl, oder gerade weil ich nicht immer der Meinung von Frau Freitag oder andern Schreibern bin. Wenn andere Meinungen oder Diskussionen nicht erwünscht wären, könnte man ja die Kommentarfunkion abschalten. Diskutieren Sie doch einfach. Schreiben Sie einfach ihre Meinung. Haken Sie nach, wenn Sie dies für notwendig erachten. Aber fühlen Sie sich bitte nicht verurteilt oder betupft, wenn jemand eine andere Meinung vertritt als Sie.
      3 0 Melden
    • Liz 31.03.2015 09:43
      Highlight Aso haben Sie ca was über 5 Jahre vom Sozialamt gelebt. Solange die Kinder ja nicht in den Kindergarten gehen, konnten Sie ja nicht Arbeiten den Tag durch. Aber gut, jeder soll sich so arrangieren wie es ihm beliebt. Rabeneltern gibt es immer, ob die Kinder in die Kita gehen oder zuhause betreut werden spielt da glaub keine Rolle. In dem Sinne; fröhliches Erziehen :-)
      1 3 Melden
  • Liz 29.03.2015 14:26
    Highlight Ich frage mich woher Alleinerziehende Mütter das Geld für den Lebensunterhalt her nehmen. Ohne Vermögen, Alimente, Unterstützung von irgendjemandem, ohne Job. Kann jemand Licht ins Dunkle bringen?
    2 1 Melden
    • Dame vom Land 29.03.2015 23:40
      Highlight Normalerweise muss der Kindsvater bis zur Beendigung der Erstausbildung für seinen Nachwuchs finanziell aufkommen. Normalerweise muss der Exgatte der Exfrau während einer bestimmten Zeit Alimente zahlen. Meist reichen diese Unterhaltszahlungen nie und nimmer, um die Existenz der Mutter und Kinder zu sichern, also muss die alleinerziehende Mutter einer Arbeit nachgehen und die Kinder während der Arbeitszeit in Obhut geben. Wenn sie Glück hat, helfen Omis, Gottis, Freundinnen unentgeltlich. Wenn sie nicht so Glück hat, muss sie für die Obhut (Kita, Tagesmutter ) bezahlen. Meldet sie sich beim Sozialdienst an, wir sie von diesem meistens angewiesen, sich bei der RAV anzumelden. Dort wird via Arbeitslosenkasse abgeklärt, ob sie Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wenn ja, dauert dies dann auch nur eine begrenzte Zeit. Zudem wird abgeklärt, ob die Obhut der Kinder während der arbeitsbedingten Abwesenheit der Mutter gewährleistet ist. Wenn die Obhut der Kinder nicht gewährleistet ist, gehts ab in die Abhängigkeit des Sozialdienstes.

      1 1 Melden
    • Liz 30.03.2015 08:34
      Highlight Frau Landei, das war eher eine retorische Frage. Da sie ja ohne jegliche Hilfe/Unterstützung ihre zwei wunderbaren Kinder grossgezogen haben.
      3 2 Melden
  • Dame vom Land 28.03.2015 21:43
    Highlight Oh...dann gibt es sie doch, die Leser- und Schreiberlinge mit Stil und Niveau. Schön, schön und danke. Und mein Jahrgang wird vorläufig noch nicht auf dem Anmeldeformular eines Seniorenheimes stehen :-) Und ja, das Thema ist sehr spannend und ist es Wert, ausführlich diskutiert zu werden. Ein paar der Diskussionsteilnehmerinnen scheinen aber noch nicht ganz bei sich angekommen zu sein. Das braucht Zeit! Und ihnen wär zu gönnen, dass sie irgendwann "ältere :-)" Mitmenschen nicht mehr als ihre Feinde betrachten.
    Zudem find ich es sehr spannend , dass hier auf dieser Plattform eine "Bloggerin" Ratschläge so frei zum Bauch raus und ohne Journi-Studium gibt. .
    Spannend, spannend auch diese Entwicklung...
    2 14 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.03.2015 10:37
      Highlight Da du, liebes Ei, ja so super Bescheid weisst und offensichtlich die Weisheit mit dem grossen Löffel geschöpft hast, bewirb Du Dich doch bitte für die Stelle. Ich bin mir sicher, dass Du uns allen sehr viel mit auf den Weg geben kannst. Es würde mich vor allem interessieren, wie man seine Kinder ohne Unterstützung und Job gross ziehen kann.
      8 2 Melden
  • Bruno Wüthrich 28.03.2015 18:00
    Highlight Kinderkrippen (und Altersheime) mögen ein Segen sein, und die arbeitsfähige Bevölkerung von ihren Kindern und betagten Eltern entlasten. Kinder zu fragen, ob sie denn ein anderes Aufwachsen vorziehen würden, bringt wohl mangels derer Unkenntnis der Alternativen nicht viel. Aber diejenigen, die heute alt sind, haben vielleicht noch an ihren Grosseltern erlebt, wie das Altsein damals war. Völlig klar: wir leben in einer völlig anderen Zeit. Aber ein bisschen dürften wir uns schon fragen, ob denn gut ist, was wir da tun. Einfach nur glauben, was uns die Psychologen vorlabern, kann es nicht sein.
    13 9 Melden
  • Dame vom Land 28.03.2015 17:45
    Highlight Sehr geehrte Damen
    Danke für Ihr Feedback. Zu Ihrer Information: Ja ich habe zwei wunderbare Kinder und hab die Beiden ohne deren Vaters Unterstützung und Kita grossgezogen. Nein, ich bin keine aus der oberen Schicht, die dicke Alimente kassieren kann oder vom Sozialdienst unterstützt wird! Alles eine Sache der Organisation, der eigenen Prioritäten setzen und der Verantwortung den Kindern gegenüber wahr nehmen und der Fähigkeit, die eigenen Interessen mal ein paar Jahre zurück zu stecken und sich voll und ganz den Kids zu widmen, bis sie in den Kindergarten gehen dürfen!!!
    10 13 Melden
    • Bruno Wüthrich 28.03.2015 19:04
      Highlight Da haben sich einige «MitderZeitgeher/innen» ganz krass ins Vorurteils-Nest gesetzt. Nach dem Motto, «wer anders denkt als ich, hat keine Ahnung», wurde versucht, jemand mit anderer Meinung einfach bloss zu stellen. Doch nun ist da eine Frau, die hat sowas von Ahnung von dem, was sie schreibt. Nun gucken die Neunmalklugen, sofern diese checken, was ihnen soeben widerfuhr, ganz schön blöd aus der Wäsche. Wohlverstanden: Mit dieser Aussage lasse ich offen, wer in der Sache recht hat. Aber die Art und Weise, wie gewisse Leute ihrer Meinung zur Durchsetzung verhelfen wollen, stinkt zum Himmel!
      16 2 Melden
  • noznoz 27.03.2015 23:21
    Highlight Kann mir jemand sagen, wieso man bei Kleinkindern das Alter in Monaten angiebt anstatt in Jahern ? (Eineinhalb Jahre klingt doch besser als 19 Monate.....und ich sage ja auch nicht ich sei zweihundertirgendwas Monate alt )
    17 8 Melden
  • Dame vom Land 27.03.2015 18:32
    Highlight Zur Entlastung...
    Ihren 19 Monate alten Knirps zu Ihrer Entlastung in die Krippe abschieben? Betrachten Sie Ihre Kinder als Last? Kopfschütteln!
    12 60 Melden
    • dieser Nickname wird schon verwendet. 27.03.2015 21:35
      Highlight Ich habe keine Kinder, finde Kinder aber etwas Wunderbares. Aber aus Ihrem Kommentar schliesse ich, dass Sie noch nie in der Nähe eines Kindes waren. Oder täusche ich mich?
      27 10 Melden
    • amberli 27.03.2015 22:35
      Highlight Wenn man von etwas keine Ahnung hat: einfach mal Klappe halten. Auch Kopfschütteln...
      16 8 Melden
    • Bloody Mary 28.03.2015 15:20
      Highlight JA! zur Entlastung. Wer sein Kind zwischen durch abgibt, schafft sich Freiräume, Zeit andere Dinge zu erledigen. Und Last but not least: Wenn die Eltern arbeiten gehen, muss sich irgendwer um das Kind kümmern. Das nennt man Organisation. Das hat nichts damit zu tun, dass das Kind zur Last wird, im Gegenteil; bei Eltern, die Ihre Kinder nie abgeben, wird das Kind vermutlich irgendwann zur Last. Es gibt einen bekannten Spruch der lautet; Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Dieser Spruch ist sehr wahr und sehr gesund - gerade auch für das Kind.
      21 8 Melden

Liebe Kafi, Ich arbeite in einem Unternehmen, bei dem Überzeit nicht vergütet und als Investment angesehen wird

Seit 4 Jahren arbeite ich bis zum Gehtnichtmehr – Beförderungen etc. erreicht. Mittlerweile habe ich mich entschieden, zu gehen und habe eine tolle Stelle gefunden. Künden werde ich sobald ich den neuen Vertrag habe – sogar 7 Monate vorher anstatt nur die 2 Monate, die ich müsste. Wie höre ich auf? (Überstunden zu machen, um alles kümmern, mich für alle zu opfern). Danke :-) Lea, 29

Liebe Lea

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie weitere 7 Monate im Betrieb bleiben werden, obwohl Ihre Kündigungsfrist 2 Monate beträgt? Bin mir gerade nicht ganz sicher. Hoffe eigentlich sogar, dass ich das falsch verstehe. Denn das wäre sehr ungünstig.

Ich bin der Meinung, dass man gekündigte Menschen möglichst schnell aus der Firma haben sollte. Und zwar im Interesse beider Seiten. Es ist meist recht unangenehm, in diesem Zustand weiterhin in einem Team zu arbeiten. Darum: Falls ich das …

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