Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Pope Francis exchanges gifts with President Donald Trump and First Lady Melania Trump, on the occasion of their private audience, at the Vatican, Wednesday, May 24, 2017. (AP Photo/Alessandra Tarantino, Pool)

Der Papst der Armen trifft sich auch mit den Mächtigen und Reichen. Bild: keystone

Die rechten Fundis sehen in Papst Franziskus einen Ketzer

Eine Fussnote in einem Lehrschreiben führt zu einem Aufstand der Konservativen.



Papst Franziskus ist vor gut vier Jahren angetreten, um als Pontifex der Armen die katholische Kirche zu reformieren. Endlich ein Papst zum Anfassen, jubelten die Katholiken. Einer, der keinen Pomp braucht, um die grösste Kirche der Welt zu führen. Einer, der trotz der Nähe zum Himmel die Bodenhaftung nicht verloren hat.

Doch seine bisherige Bilanz fällt dürftig aus. Reformen? Fehlanzeige. Befreiung von den rechtskonservativen Fundis in der Kurie? Nichts da. Zurückstutzung des Geheimordens Opus Dei? Weit gefehlt.

Der Vatikan und die katholische Kirche haben sich auch unter Papst Franziskus kaum bewegt. Die Distanz zu den Gläubigen ist nur unwesentlich kleiner geworden, auch Franziskus kann ihre Sorgen und Nöte kaum lindern.

Empfängnisverhütung mit Pille oder Kondomen ist immer noch Sünde, die Frauen bleiben in der Rolle der Dienenden, geschiedene Katholiken bleiben Menschen zweiter Klasse, von den Homosexuellen ganz zu schweigen. Das ist insofern absurd und scheinheilig, als ein beträchtlicher Teil des Klerus bis hinauf zur Kirchenspitze selbst homosexuelle Neigungen hat.

Franziskus möchte auch die erzkonservative, traditionalistische Priestergemeinschaft der Piusbrüder zurück in den Schoss der Mutterkirche holen. Mehrere ranghohe Exponenten und Bischöfe dieser „Brüder“ sind mit antisemitischen Äusserungen aufgefallen, Bischof Richard Williamson leugnete gar den Holocaust.

200 Fundis haben sich organisiert und schreien Zeter und Mordio, als stünde die Zukunft der katholischen Kirche auf dem Spiel.

Bezeichnend für das Pontifikat ist ein aktueller Aufstand der einflussreichen konservativen Kräfte in der katholischen Kirche, wie Religionsexperte Michael Meier im «Tages-Anzeiger» berichtete. Auslöser ist eine unverdächtige Fussnote im langen Lehrschreiben «Amoris Laetitia», («Freude der Liebe») von Franziskus, das sich auf die Familiensynoden bezieht. In dieser deutet er an, dass in bestimmten Fällen auch Gläubige die Kommunion und andere Sakramente empfangen dürfen, die geschieden und wiederverheiratet sind.

Gegen diese Bemerkung laufen einflussreiche konservative Theologen und Würdenträger nun Sturm. 200 von ihnen haben sich organisiert und schreien Zeter und Mordio, als stünde die Zukunft der katholischen Kirche auf dem Spiel.

Angriff auf ein Gebot von Jesus

Die Fussnote sei ein Angriff auf das von Jesus erhobene Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe, monieren sie. Ausserdem sehen die Papst-Kritiker die Familien- und Sexualmoral in Gefahr. Sie sehen in Franziskus bereits einen Ketzer, der die Kirche in eine beispiellose Krise gestürzt habe. Ehebrechern die Kommunion zu geben sei eine ebenso schwere Sünde wie der Ehebruch selber.

Der Aufstand des rechten Flügels der katholischen Kirche ist nicht nur absonderlich, sondern auch sachlich verfehlt, wie liberale Katholiken monieren. Sie weisen verbittert darauf hin, dass Franziskus in seinem Lehrschreiben eben nicht von seinen traditionellen Vorstellungen von Familienpolitik und Sexualmoral abrücke. Tatsächlich hält er darin immer noch an seinem rigiden Verbot der Empfängnisverhütung fest.

epa06237659 Pope Francis (C) poses for a selfie as he meets with migrants at a regional migrant center, in Bologna, Italy, 01 October 2017. Pope Francis is in Cesena and Bologna for a one-day visit.  EPA/TONY GENTILE / POOL

Der volksnahe Papst: ein Selfie in der Menge. Bild: keystone

Die betagten Fundis sehen nicht, dass sich die Welt in den letzten 2000 Jahren grundlegend verändert hat. Dass die Ehe heute mehr ist als eine Zweckgemeinschaft zur Existenzsicherung. Und vor allem: Dass die Frauen keine „Leibeigenen“ ihrer Männer mehr sind und heute zum Glück ihre Rechte einfordern sowie selbstbestimmt leben wollen. Und sich scheiden lassen, wenn der Ehemann ein Ekel ist.

Sie reklamieren damit lediglich die Freiheit für sich, die sich die Männer seit Jahrhunderten herausnehmen. Ausserdem berufen sie sich lieber auf die Menschenrechte als auf die veralteten Dogmen einer verknöcherten Kurie. Diese muss sich deshalb nicht wundern, wenn ihr die Gläubigen in der westlichen Welt in Scharen davonlaufen.

Der Streit um die Fussnote zeigt, dass die katholische Kirche auch im 21. Jahrhundert versteinert bleibt. Nicht nur die Kräfte am rechten Rand kämpfen wie Löwen gegen jeden Gedanken, der sich mit Reformideen befasst, auch Franziskus selbst bleibt im klerikalen Elfenbeinturm gefangen und verteidigt die „reine katholische Lehre“.

Die Wahl von Franziskus als geschickter Schachzug?

Von der Aufbruchstimmung, die er vor vier Jahren verbreitete, ist nur noch wenig übrig geblieben. Die mehrheitlich konservativen Kardinäle, die Franziskus gewählt hatten, wussten offenbar genau, dass dieser zwar in sozialen Belangen erfrischend munter ist, in Sachen Kirchenlehre aber ebenfalls ein Fundi.

In diesem Licht betrachtet war die Wahl von Franziskus möglicherweise ein geschickter Schachzug des Wahlgremiums. Es wählte einen Papst, der bei Katholiken und Nicht-Katholiken beliebt ist, den Traditionalisten aber nicht gefährlich werden kann.

Ihre Rechnung ist aufgegangen. Ob sie damit den Niedergang der katholischen Kirche stoppen können, ist aber fraglich.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

Abonniere unseren Newsletter

55
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
55Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ratrac Ruedi 16.10.2017 05:04
    Highlight Highlight ". Das ist insofern absurd und scheinheilig, als ein beträchtlicher Teil des Klerus bis hinauf zur Kirchenspitze selbst homosexuelle Neigungen hat."

    Quellenangabe? Oder mal einfach munter drauf los spekuliert, Herr Stamm?
    • Michael Bamberger 16.10.2017 11:40
      Highlight Highlight "Es existieren unterschiedlich hohe Schätzungen verschiedener Theologen, die ohne Angabe ihrer methodischen Vorgehensweise den Anteil auf zwischen 20 und 60 % einschätzen. Für die Römisch-katholische Kirche in den Vereinigten Staaten wird der Anteil der homosexuellen Priester zwischen 25 und 50 % geschätzt." (Wikipedia)

      So schreibt Charamsa: „Auf der Grundlage meiner persönlichen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass ungefähr die Hälfte aller katholischen Geistlichen schwul ist.“

      Quelle: http://www.focus.de/politik/videos/katholische-kirche-in-der-kritik
    • Michael Bamberger 16.10.2017 11:40
      Highlight Highlight "Between 20 and 60 percent of all Catholic priests are gay, according to one estimate cited by Donald B. Cozzens in his well-regarded The Changing Face of the Priesthood. For gay clerics at the Vatican, one fundamental condition of their power, and of their priesthood, is silence, at least in public, about who they really are."

      Quelle: https://www.vanityfair.com/culture/2013/12/gay-clergy-catholic-church-vatican
    • Michael Bamberger 16.10.2017 11:47
      Highlight Highlight "Herr Berger, Sie haben selbst jahrelang im Vatikan gearbeitet. Ist Krzysztof Charamsa als schwuler Priester ein Einzelfall?"

      "Nein. Der Anteil der schwulen Männer unter den katholischen Priestern ist generell überdimensional hoch. Im Vatikan habe ich es so erlebt, dass die Zahl noch mal deutlich höher ist: Ich schätze, rund die Hälfte."

      Quelle: http://www.stern.de/panorama/homosexuelle-in-der-katholischen-kirche---ex-priester-david-berger---die-haelfte-der-priester-im-vatikan-ist-schwul--6484526.html
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 14.10.2017 23:38
    Highlight Highlight Die Trumps und der Papst!

    Die Eliten verstehen sich bestens.

    Das Links-Rechts-Schema könnt ihr getrost vergessen.

    Oder haben Leuenberger und Gross noch etwas zu tun mit euren Geldsorgen?

    Eben.

    Die Eliten verstehen sich bestens.
    • rodolofo 15.10.2017 12:54
      Highlight Highlight Ich gehöre auch zur Elite, möchte aber mit Donald Trump möglichst nichts zu tun haben!
      Mit dem Papst würde ich mich aber ohne Weiteres mal treffen und Wein aus Goldenen Kelchen trinken.
    • Spooky 15.10.2017 19:45
      Highlight Highlight "Ich gehöre auch zur Elite..."

      Ach so, sorry, nicht gewusst 🙄😀
    • rodolofo 15.10.2017 21:50
      Highlight Highlight Spooky, das war doch ein WITZ!
      Ich und Elite... Vergiss es!
  • Oxymora 14.10.2017 20:29
    Highlight Highlight Eigentlich könnte es egal sein,
    was im Vatikan geglaubt und gewurstelt wird; wäre die Schweiz nicht klerikales Untertanengebiet.

    Noch immer treiben kantonale Behörden bei Ungläubigen, bei Wiederverheirateten, bei Frauen, bei Homosexuellen, bei Nichtkatholiken Kirchensteuern ein.

    Die Parteien und ihre Polit-Eliten werden das nicht ändern, die möchten keine Trennung von Kirche und Staat, weil sie sonst eine Tradition aus vordemokratischen Zeiten beenden müssten.

    Ohne Schweiz gäbe es kein klerikales Untertanengebiet mehr in Europa, eine alte Tradition wäre für immer und ewig verloren.
    • vera.vox 14.10.2017 22:20
      Highlight Highlight Total in Ordnung, dass Konzerne und so Kirchensteuern bezahlen müssen. Die können so auch etwas zum Gemeinwohl beitragen, statt nur gottlosen Kapitalgewinnen nach zu hecheln.
      Wir sind eine christliche Nation und es ist klug, dass die CH-Politik unser christliches Erbe nicht einfach verspielt.
      Der zweite Weltkrieg hat deutlich genug gezeigt wohin veratheistete Politik führt.
    • Michael Bamberger 15.10.2017 10:19
      Highlight Highlight vera.vox: "...statt nur gottlosen Kapitalgewinnen nach zu hecheln."

      Was soll denn daran gottlos sein?

      "Lässige Hand macht arm; aber der Fleissigen Hand macht reich." (Sprüche 10,4)
    • Oxymora 15.10.2017 10:40
      Highlight Highlight @ Vera
      Auffällig wie Sie hier von Konzernen schreiben, das soll wohl davon ablenken, dass selbst die Einpersonen-GmbH’s, Genossenschaften, etc. kirchensteuerpflichtig sind.

      Wenn Ihnen das Gemeinwohl so wichtig ist, fänden Sie es sicher auch gut, wenn die Kirchensteuer der juristischen Personen zu einem AHV-Beitrag umgewandelt wird.

      Das würde dann wirklich dem Gemeinwohl dienen und nicht mehr den willkürlich und in feudaler Selbstherrlichkeit auserwählten Vereinen.

      Der Herr Jesus hätte sicher nichts gegen eine funktionierende Altersvorsorge.
      User Image
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 14.10.2017 19:02
    Highlight Highlight Watson scheut sich nicht vor Widersprüchen.

    Das finde ich gut. Die Welt ist ein einziger Widerspruch.

    Also darf man ruhig dazu stehen.

    Aber zur Sache:

    In einem früheren Artikel (oder war es ein Interview?) auf Watson wurde ein Mitglied der päpstlichen Schweizergarde über den grünen Klee gelobt.
    • Anam.Cara 16.10.2017 07:56
      Highlight Highlight Und wo genau ist der Widerspruch?
      Weil man im einen Fall eine Institution kritisiert und im anderen einenMenschen würdigt, der für diese Institution arbeitet?
      So wie Herr Stamm umgekehrt den Piusorden verurteilt, weil einige Mitglieder als Idioten aufgefallen sind.
      Das geht in Richtung "Sippenhaft". Und das ist sehr gefährlich...
  • Agnos ~ 14.10.2017 16:27
    Highlight Highlight Niemand kann von einem Augenblick auf den Andern, von Heute auf Morgen die Welt reformieren, nicht von einer früheren Generation auf die heutige und kommende Generation die Welt verändern, denn Zuviel ist Zuviel was geschehen ist, und da kann sich niemand drücken, denn vor der Reformation waren die Allen in denselben Boot der Ungerechtigkeit, und einiges scheint wieder aufzublühen was abgeschafft wurde, oder hat sich nie geändert.
  • DonPedro 14.10.2017 15:46
    Highlight Highlight Das überhebliche Unfehlbarkeitsdogma des ersten vatkanischen Konzils war eine der Ursachen des Kulturkampfs in der Schweiz.
    Es gehört aber offenbar zum Wesen von Religionen, dass ihre Amtsträger unfehlbar sein müssen, sonst fällt das Kartenhaus in sich zusammen!
  • Share 14.10.2017 13:54
    Highlight Highlight Da braucht keiner Jahrhunderte zurück zu gehen. Es reicht die Vergegenwärtigung des zweiten Vatikanischen Konzils, dessen Geist Franziskus atmet. Wären da bloss nicht die Chiffrierer von der Kommunikationsabteilung.
  • Michael Bamberger 14.10.2017 12:24
    Highlight Highlight Bonus: "Seit wann dürfen sich katholische Männer scheiden lassen?"

    Selbstverständlich dürfen sie das:

    "Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer auf Grund von Hurerei, macht, dass sie Ehebruch begeht; und jeder, der eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch." (Mat 5,32)

    und

    "Falls die zivile Scheidung die einzige Möglichkeit ist, gewisse legitime Rechte, die Sorge für die Kinder oder das ererbte Vermögen zu sichern, darf sie in Kauf genommen werden und ist dann keine sittliche Verfehlung." (Katechismus der Katholischen Kirche, Paragraph 2383)
  • NWO Schwanzus Longus 14.10.2017 12:08
    Highlight Highlight Mal ehrlich mich interessiert es nicht was in diesem Saftladen läuft, bin Evangelisch aber nicht wirklich gläubig, war seit Jahren nicht mehr in der Kirche. Aber wenn wir ehrlich sind, die Kirchen werden von Konfessionslosen zurück gedrängt im Westen, aber stärker noch vom Islam der hohe Geburtenraten bei ihren Anhängern hat. Gerade diese Anhänger haben ein noch Hinterwältlerisches Weltbild als gläubige Katholiken. Herr Stamm, ich finde die Kirchengefahr ist schon längst gebannt hier, aber eine neue Gefahr kommt auf mit der veränderten Demographie!
    • Schlumpfinchen 14.10.2017 20:47
      Highlight Highlight Es gibt gerade einmal 5% islamische Glaubensangehörige in der Schweiz, die Zahl der Konfessionslosen liegt jedoch bei beinahe einem Viertel der Bevölkerung. Macht also schon mal keinen Sinn was du hier schreibst. (Quelle: Zahlen des bfs von 2013-15)
      Weiter zu sagen wäre, dass es zwischen 2000 und 2015 12.5% mehr Konfessionlose gab, weil mehrheitlich die katholischen und reformierten Kirchen mit 5 bzw. 9% ihre Schäfchen verloren haben. Muslime gab es aber in der selben Periode nur 1.5% mehr. Ich seh da die von dir herbeigeredete Zunahme bei den Muslimen nicht.
  • mogad 14.10.2017 11:44
    Highlight Highlight Die Kirche hat keinen direkten Einfluss mehr auf die Lebensgestaltung der Menschen. Sie hat ihre Macht verloren. Deshalb stösst die "Kritik" der rechtskonservativen Fundis zumindest bei den Gläubigen ausserhalb der Kirche ins Leere. Nur das Kirchenpersonal leidet noch unter den strengen Regeln, muss bei Ehebruch, Homosexualität, (nur wenn es rauskommt), Scheidung und Wiederverheiratung mit Sanktionen, ev. Mobbing rechnen. Schlimm genug.
    • Fabio74 14.10.2017 12:24
      Highlight Highlight das mag in West und Südeuropa so sein. Aber in Afrika, Südamerika und anderswo ist der Einfluss nach wie vor zu gross
  • Rolf Grütter 14.10.2017 11:09
    Highlight Highlight WHO cares?
  • Gubbe 14.10.2017 11:05
    Highlight Highlight Eigentlich sind all diese Kirchen komplett daneben. Auch hier gilt doch der Grundsatz, mehr Geld für ein besseres Leben von der Kanzel herab. Früher waren Religionen das Gesetz, heute haben wir so viele Gesetze, dass es Religionen nicht mehr braucht. Alle diese 10 Gebote haben wir in Gesetze umgewandelt und noch ein paar mehr angefügt. Schon längst haben private den Beichtstuhl übernommen. Psychiater, sogar per Telefon kann man seine Ängste und Sorgen abladen. Die Kirchen sind Antiquitäten.
    • Michael Bamberger 14.10.2017 12:32
      Highlight Highlight Bonzino: "Alle diese 10 Gebote haben wir in Gesetze umgewandelt..."

      Falsch, denn lediglich das 5., das 7. und mit Abstrichen das 8. Gebot sind gesetzlich verankert.
    • Trump's verschwiegener Sohn 14.10.2017 12:46
      Highlight Highlight Richtig. Nut ein Aspekt im modernen Westen kommt zu kurz: Die vorurteilslose Einbindung eines jeden in soziale Gruppen und das damit verbundene Gefühl von Zugehörigkeit einer Gruppe. Die Freikirchen haben das erkannt und kapitalisiert.
    • Schlumpfinchen 14.10.2017 20:56
      Highlight Highlight @Bamberger: ich bin gar nicht so unglücklich, dass diese veralterten Grundsätze verbessert in unserer Verfassung und den Gesetzen Platz genommen haben. Wir haben uns weiterentwickelt, nur die Kirche ist irgendwann stehengeblieben.
  • Bonus 14.10.2017 10:35
    Highlight Highlight "Und sich scheiden lassen, wenn der Ehemann ein Ekel ist. Sie reklamieren damit lediglich die Freiheit für sich, die sich die Männer seit Jahrhunderten herausnehmen."

    Seit wann dürfen sich katholische Männer scheiden lassen?
  • MaskedTruth 14.10.2017 10:22
    Highlight Highlight .... und genau deswegen, wegen dieser archaischen Haltung, gab ich mit 20 den aus diesem Club. Heute, 2 Kinder und eine Enkelin später halten wir es in unserer Familie immer noch so. Um ein guter und bamherziger Mensch zu sein, braucht es keine Kirche, weder eine Katholische noch andere. Und denkt mal zurück an die 'heilige Inquisition' und vergleicht es mal mit dem heutigen IS.... da ist wohl klar was wir zu tun haben!
  • FrancoL 14.10.2017 09:55
    Highlight Highlight Wieso soll die katholische Kirche sich anders entwickeln oder besser gesagt verhalten als die Gesellschaft?
    Auch in der Gesellschaft ist ein Drang hin zum Konservatismus klar und deutlich zu erkennen. Ich finde diese Entwicklung alles andere als gut, doch scheint es mir logisch dass die Kirchen (klar Mehrzahl) sich kongruent mit der Zivilgesellschaft verhalten.
  • Grundi72 14.10.2017 09:22
    Highlight Highlight Toll das er die Werte der Ehe hochhält in solchen Zeiten!
    • zombie woof 14.10.2017 11:42
      Highlight Highlight Muahaha in solchen Zeiten, Grundi, du übertriffst dich wieder mal selber
    • Fabio74 14.10.2017 12:26
      Highlight Highlight `Welche Werte sind denn dies so genau?
    • rodolofo 14.10.2017 12:50
      Highlight Highlight @ zombie woof
      Er unterbietet sich mal wieder selber, würde ich sagen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Khoris 14.10.2017 09:05
    Highlight Highlight Da ich mich selbst als gläubigen Katholiken bezeichnen würde, bin ich selten einer Meinung mit Herrn Stamm. Mit diesem Artikel hat er allerdings einen Nerv getroffen.
    Zu bedenken ist jedoch, dass der Papst die Reformbemühungen zwar stärker unterstützen könnte, wie lange er dann aber noch am Leben bleiben würde ist wieder eine andere Frage.

    Und noch ein letzter Punkt: Franziskus galt schon vor seiner Wahl zum Papst als konservativ, nur gibt er sich halt bedeutend volksnäher als zumindest sein direkter Vorgänger.
    • one0one 14.10.2017 12:35
      Highlight Highlight wie kann man an etwas glauben, das ihrer eigenen Aussage nach, Leute welche Reformen vorantreiben wollen um die Ecke bringt. Das ist doch Paradox. Koennen sie mir erklaeren wie man dem katholischen Glauben treu sein kann wenn man selber der Ansicht ist das Querdenker dieses Glaubens von den eigenen Leuten eliminiert werden?
    • Khoris 15.10.2017 10:06
      Highlight Highlight Ich heisse das ja nicht gut in irgendeiner Weise. Ich würde auch einen progressiveren Katholizismus begrüssen. Aber mein Glaube ist nicht an die Taten von Kirchenoberen gekoppelt.
  • rodolofo 14.10.2017 08:59
    Highlight Highlight ...
    Die Evangelikalen Sektierer und Extremisten aber bleiben und "kapern" eine Reformierte Kirchgemeinde nach der anderen!
    Ich konnte das selber im ländlichen Aargau beobachten.
    Paradoxerweise entwickeln sich also heute Teile der Reformierten Kirche (vor allem auf dem Land) "zurück", während andererseits Teile der Katholischen Kirche (vor allem in Städten) erstaunlich weltoffen und geistig flexibel werden.
    Auch diesen sich "reformierenden" Katholizismus beobachte ich hin und wieder wohlwollend an meinem Wohnort, ohne deswegen ein grosser Fan zu werden.
    Etwas verwirrend, das alles...
    • meine senf 14.10.2017 10:05
      Highlight Highlight Ohne mich sehr damit auszukennen, sind mir die christlich-katholischen (ungleich römisch-katholisch) am sympathischsten.

      Die erkennen den Papst nicht als unfehlbar an, und kennen kein Zölibat und sind mehr oder weniger demokratisch organsiert.

      Gleichzeitig sind sie denoch "mythischer" als die Reformierten und haben per Defintion weniger Schnittmengen mit fundamentalistischen Evangelikalen.
  • rodolofo 14.10.2017 08:53
    Highlight Highlight Das Dilemma der Katholischen Kirchenführung besteht darin, dass - einmal am Unfehlbarkeitsanspruch gerüttelt - ein Prozess des "Aufwachens" in Gang gesetzt wird, der sich dann später nicht mehr irgendwo stoppen, oder anhalten lässt.
    Das ist vergleichbar mit einer chemischen Reaktion, bei der eine Anschub-Energie nötig ist, damit sie in Gang kommt, die dann aber aus eigener Kraft weitergeht.
    Bei der Reformierten Kirche führt die gleiche Offenheit gegenüber Veränderungen dazu, dass sehr viele Kirchenmitglieder ganz aus der Christlichen Religion aussteigen.
    ...
  • Michael Bamberger 14.10.2017 08:42
    Highlight Highlight Aus der Predigt von Franziskus am 13.10.17 in Santa Marta:

    "Weltlichkeit ist ein Schritt vorwärts in der Besessenheit vom Teufel. Es ist eine Verzauberung, eine „Verführung“, denn der Teufel ist Vater der Verführung. Und wenn der Teufel so sanft eintritt, so wohlerzogen, und von unseren Haltungen Besitz ergreift, dann gehen unsere Werte über vom Dienst an Gott zur Weltlichkeit,..."

    (Quelle: Radio Vatikan)

    Was zum Teufel soll man dazu noch über Franziskus sagen?
  • A_C_Doyle 14.10.2017 08:11
    Highlight Highlight Das man da immer noch so ein Drama draus macht. Lasst die Leute im Vatikan doch ihren Mist wursteln wie sie lustig sind. Das einzige was mich am Vatikan stört ist deren Archiv das Schriften und andere Dinge enthält die verdammt noch mal in ein Museum gehören wo sie jedem zugänglich sind, und nicht nur den Krichen Heinis die sie auf ihren Mordtouren und Unterdrückungsherrschaften von Leuten konfisziert haben.

    Ob die jetzt geschiedene als Miese Leute betrachten, who cares? Die sollen mal lieber vor der eigenen Türe kehren. So viel wie sich die schon geleistet haben...
    • wololowarlord 14.10.2017 09:24
      Highlight Highlight Schritt für schritt werden diese archive allerdings auch für die forschung geöffnet. Diese schriften bringen einem 0815 museumsbesucher nicht wirklich was...
    • Trump's verschwiegener Sohn 14.10.2017 12:56
      Highlight Highlight Einfach wursteln lassen.....Es kann halt nicht jeder diese Gleichgültigkeit aufbringen in Bezug darauf, was dieses Wursteln noch immer in Dritteweltländern anrichtet: Stichworte Familienplanung, Benützung von Verhütungsmitteln. etc.etc.

Wie der Glaube Intoleranz, Rassismus und Homophobie fördert

Die metaphysische und spirituelle Welt ist die Domäne von Religionen. Im Zentrum stehen geistige Werte. Woher kommen wir, was passiert nach dem Tod, was ist der Sinn des Lebens?

Zentral ist dabei die Frage nach Gott oder den göttlichen Instanzen. Es geht also primär um übersinnliche Phänomene, die sich der rationalen Analyse entziehen.

Bei all diesen Phänomenen gibt es keine eindeutigen Antworten. Jede Religion, jeder Glaube, jede Heilslehre setzt andere Schwerpunkte. Noch mehr: Sogar Gläubige …

Artikel lesen
Link to Article