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Verschiedene Gestalten praegen den Fasnachtsumzug am

Sujet aus einer Luzerner Fasnacht. Bild: KEYSTONE

In der Kirche ist der Satan ein Teufel – verbannt ihn an die Fasnacht!

Der Satan dient den Kirchen als Mittel zur Disziplinierung.



Die Fasnacht ist vor allem in katholischen Stammlanden eine hohe Zeit. Man darf sich verkleiden, hinter einer Maske verstecken, eine andere Identität annehmen und sich austoben. Man könnte auch sagen: die Sau rauslassen.

In dieser Zeit scheint es keine Sünde zu geben. Vor der Fastenzeit ist fast alles erlaubt. Fasnacht als Ventilfunktion.

Um die dunkle Seite in sich auszuleben, sind Hexen, Dämonen und teuflische Figuren beliebte Sujets. Sie «überfallen» Passanten, wenn sie durch die Strassen ziehen und ergötzen sich, wenn diese erschrecken.

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Satan sucht Jesus in der Wüste heim. Video: YouTube/ushistorywriter

Nur: Kleine Kinder können oft nicht erkennen, dass hinter den Masken «normale» Menschen stecken. Sie sehen in den Narren richtige Dämonen und Teufel. Unschöne Begegnungen dieser Art können bei ihnen Ängste hervorrufen.

So geht es manchen Kindern auch, wenn sie im Religionsunterricht oder in der Kirche vom Satan hören. Die Vorstellung, dass der Teufel herumschleicht, um Seelen zu fangen und in seinen Bann zu ziehen, löst Ängste aus, die sich traumatisch auswirken können.

Es gibt kein potenteres Mittel, um die Gläubigen einzuschüchtern, als die Drohung mit dem Satan.

Viele Geistliche der Landeskirchen sind sich der psychologischen Problematik bewusst und umschiffen den Satan so weit es geht. Etliche Freikirchen kultivieren hingegen den Gegenspieler Gottes sehr gern: Es gibt kein potenteres Mittel, um die Gläubigen einzuschüchtern, als die Drohung mit dem Satan. Er ist der Herrscher über die Hölle, in der Sünder laut christlicher Heilslehre bis in alle Ewigkeit schmoren werden.

Im Kern des christlichen Glaubens steckt also die Angst. Genauso wie bei den meisten Religionen. Und es gibt kein wirksameres Disziplinierungsinstrument als diese Angst.

Das Kultivieren von Angst im Namen eines Gottes, der uns gleichzeitig als gütiger Schöpfer und liebender Vater dargestellt wird, ist widersinnig. Und in gewisser Weise unmenschlich.

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Es ist auch aus psychologischer und pädagogischer Sicht ein Unsinn, mit der Hölle zu drohen, um die Gläubigen zu «guten Menschen» zu erziehen. Jedes Kind weiss heute, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Angst schüchtert ein, blockiert, unterminiert das Selbstwertgefühl und kann Depressionen auslösen.

Wir Menschen brauchen Zuneigung, Anerkennung und Motivation, um den hohen ethischen Anforderungen der christlichen Moral gerecht zu werden. Dass Gott, der letztlich die Hölle erfunden hat, mit dem Mittel der Angst reagiert, ist unverständlich.

Satan als Konzept zur Disziplinierung der Gläubigen

Erklärbar würde die Sache mit dem Satan und der Hölle allerdings, wenn wir erkennen würden, dass das Konzept von Angst und Disziplinierung entworfen wurde von Menschen, die die Menschen disziplinieren oder gar unterjochen wollten.

Fortschrittliche Geistliche und Theologen haben ebenfalls Mühe mit Teufel und Hölle, weil sie in unserer Zeit anachronistische Überbleibsel sind. Sie interpretieren sie gern metaphorisch, also als Gleichnis.

Allerdings eignen sich beide nicht als Metaphern, denn sie sind zentrale Elemente des christlichen Glaubens. Deshalb müssen Kirchen und Gläubige sie gegen jede Vernunft verteidigen.

Der Teufel hatte erst im Neuen Testament seinen grossen Auftritt

Dabei vergessen sie gern, dass der Satan im Alten Testament noch keine grosse Rolle spielte, sondern seinen grossen Auftritt erst im Neuen Testament erhielt. Und wer hat ihn erfunden? Weder Gott noch die Urchristen.

Satan und die Hölle geisterten schon durch frühere Religionen – wie auch andere Versatzstücke der christlichen Heilslehre. Zarathustra holte ihn in die Welt, als es den Monotheismus noch nicht gab. Was bedeutet, dass der christliche Glaube nicht so original ist, wie uns gern verklickert wird.

Hugo Stamm; Religionsblogger

Hugo Stamm

Glaube, Gott oder Gesundbeter – nichts ist ihm heilig: Religions-Blogger und Sekten-Kenner Hugo Stamm befasst sich seit den Siebzigerjahren mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanerie. Er hält Vorträge, schreibt Bücher und berät Betroffene.
Mit seinem Blog bedient Hugo Stamm seit Jahren eine treue Leserschaft mit seinen kritischen Gedanken zu Religion und Seelenfängerei.

Du kannst Hugo Stamm auf Facebook und auf Twitter folgen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • olive 11.02.2017 08:49
    Highlight Highlight Auch im Islam ist der Teufel und die Hölle wichtig. Stammend aus Zeiten, da man nicht wusste, dass die Möglichkeit für Gut und Böse in uns angelegt ist, konnte man das Böse auslagern und im Aussen bekämpfen. Zugleich dient(diente es als Disziplinierungsmittel für Unliebsame/Ungläubige oder als Drohung, um die Leute bei der Stange zu halten.
    • Pasionaria 11.02.2017 22:19
      Highlight Highlight Schoen wieder einmal von Dir zu lesen - ist die kleine Pause dadurch bedingt, dass Du Dich intensiv (!) dem Islamstudium zugewandt hast....?
      Es toent ja fast so :-)
  • DocM 06.02.2017 22:54
    Highlight Highlight Wer keine Angst vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott.
    • olive 11.02.2017 08:45
      Highlight Highlight Das ist wahrscheinlich der Grund, warum der Teufel vielen Religionsführern, um es neutral auszudrücken , so nützlich ist.
  • Spooky 06.02.2017 07:00
    Highlight Highlight Eigentlich haben wir den Teufel gar nicht nötig. Der Mensch ist viel schlimmer.
    • rodolofo 07.02.2017 07:08
      Highlight Highlight Nicht DER mensch ist viel schlimmer, sondern DER Mensch, wie DU ihn siehst!
      Warum siehst DU "DEN Menschen" so?
      Oder anders gefragt:
      Warum willst Du "DEN Menschen" so sehen?
    • Spooky 07.02.2017 23:44
      Highlight Highlight Hat man in Auschwitz den Teufel gesichtet? Nein.

      Hingegen ganz viele gewöhnliche, anständige Nazis, die gehorsamst ihren alltäglichen Pflichten nachgingen und ihre Arbeit so gut wie möglich machen wollten.


  • Alienus 05.02.2017 15:45
    Highlight Highlight Gott und Satan, ein tolles Gespann.

    Götter der Polygenese waren wie Menschen: wirkten im dreidimensionalen Raum. Dann der Eingott-Exzess der Eindimensionalität. Gott der Einzige. Nicht visualisierbar, nur erkennbar durch Auserwählte!

    Um dieses Idee zu realisieren braucht's ein Outsourcing: Gott für das Gute und der Satan für das Schlechte. Jetzt ward Gott unschuldig am gesamten Leid, der Mensch mit „freien Willen“, verführt durch Satan, in voller Eigenverantwortung. Tolle Zweidimensionalität.

    Ein Taschenspielertrick in diesem göttlich-intergalaktischen liberalen Ablasshandel – für Gott!.
    • rodolofo 05.02.2017 18:16
      Highlight Highlight Gott als eindimensionales Bild...
      Ich glaube, Du hast es durchschaut, Alienus!
      Was ist eigentlich ein eindimensionales Bild?
      Ein Punkt?
      Aber nein, der wäre ja bereits zu gross und mind. zweidimensional!
      Bleibt nur noch... DAS NICHTS!
    • Share 05.02.2017 20:19
      Highlight Highlight @Alienus
      Wüsste ich etwas das gegen den Tunnelblick hilft, ich würde es dir sagen, aus freien Stücken.

      @Rod
      Tut mir jetzt wirklich leid, aber du verwechselst das Nichts mit dem Schwarzen Loch. Das Nichts ist Multidimensional.
    • Pasionaria 05.02.2017 21:53
      Highlight Highlight Alienus
      Es ist offensichtlich, dass Dich der goettliche Teufel eher anspricht, sowie Deine sprachlichen Kreationen aktiviert, als aberglaeubische Spitzensportler!

      Zu diesem Thema habe ich nur zwei Fragen - was liegt mir naeher, als sie Dir zu stellen:
      - Haben sich Gott und der Teufel von der Erde zurueckgezogen, im Wissen, dass sich die Menschen einander selbst die Hoelle heiss machen? 
      - Wieviele Apostel hatte eigentlich der Teufel?
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 05.02.2017 09:35
    Highlight Highlight Interessantes und aufschlussreiches Filmchen!
    Pikantes Detail: Der Jesus versuchende Teufel trägt eine Mönchs-Kutte...
    Zudem: Der weinerlich leidende Held als einsamer Rufer in der Wüste, der aber heldenhaft weiter leidet, obwohl in Durst und Hunger quälen und den die von der Sonne gnadenlos versengte Haut schmerzt.
    Jesus wirkt hier als prägendes Vorbild für heutige Leistung-Sportler, die ihren Körper mental vorwärts peitschen, obwohl dieser schon längst das Bedürfnis geäussert hat, mal Pause zu machen.
    Es geht also wieder mal um Selbst-Disziplinierung im Dienst einer "Grossen Sache"...
  • Spooky 04.02.2017 18:02
    Highlight Highlight "Satan und die Hölle geisterten schon durch frühere Religionen"

    Das ist schon möglich, ich weiss es nicht.

    Aber ganz sicher geisterten Satan und die Hölle nicht durch den Hinduismus.

    Im Hinduismus gibt es weder Satan noch Hölle.

    Im Hinduismus gibt es nur die Befreiung vom Rad der Wiedergeburt - und auch das nur, wenn eine bewusste Kreatur es ausdrücklich wünscht.
    • Nonbeliever 04.02.2017 18:34
      Highlight Highlight Das ist so nicht richtig. Tatsächlich gibt es eine Hölle im Hinduismus. Ähnlich einiger Vorstellung von der Hölle im Christentum werden dort die Sünder gequält und gefoltert. Den Teufel gibt es aber in dem Sinne nicht. Böse Geister und Dämonen aber schon (je nach Auslegung, "Schule") Analog zum Teufel kann ev. die Gottheit Yama genannt werden, auch bezeichnet als Gott des Todes oder der Unterwelt
    • Spooky 04.02.2017 20:00
      Highlight Highlight Vielen Dank, Nonbeliever.

      Endlich jemand, der sich ein bisschenn auskennt im Hinduismus.

      Aber trotzdem, ich bin nicht der gleichen Meinung wie du.

      Die Hölle ist meiner hinduistischen Meinung nach ein Gedankenfehler.

      Und vor allem, das muss ich hier klar und deutlich sagen: nicht ewig.
    • Regas 05.02.2017 13:45
      Highlight Highlight @Spooky: Der Hinduismus ist die Hölle. Will man sich vom Rad der Wiedergeburt befreien, ist das nur unter lebenslangen Qualen möglich, und für das Gelingen gibt es keine Garantie. Aber gähn, die hinduistischen Lehren sind sowieso nur reine Fantasien welche ein ganzes Land wie Indien im Elend verharren lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nonbeliever 04.02.2017 17:56
    Highlight Highlight Die Figur des Hörnlimaas, Beelzebub, Widersachers, Satanas, Höllenfürst oder wie man ihn auch immer nennen mag, geistert nach meiner Erfahrung vor allem noch bei den Evangelikalen und Konservativ-Katholen herum. Bei den meisten etwas aufgeklärteren Kirchgängern, - sofern man überhaupt von Aufklärung reden kann - wird anstelle des Teufels eher "das Böse, das die Menschen verführt" etc. gennannt. Der Teufel also nicht mehr als Person, sondern als negative Kraft oder böse geistige Schwingung (in der Esoterkik-Szene) etc. Solche Vorstellung sind aber letzten Endes infantil.
    • rodolofo 05.02.2017 09:43
      Highlight Highlight Als Kompromiss schlage ich vor, das "Teuflische" als natürlichen Zustand zu sehen, der aber erklärbar ist.
      Wenn zum Beispiel die Psyche eines Menschen wegen gewissen selbstschädigenden Gedanken dermassen verwirrt worden ist, dass kein natürliches Handeln mehr möglich ist, dann führt das zu Anstauungen von Energien, die sich dann wiederum durch noch mehr Gedanken Bahn zu brechen versuchen.
      Solche Zustände des Chaos erleben wir als äusserst unangenehm, weshalb wir nach jedem Strohhalm greifen, der uns hingehalten wird, seien das Drogen, Psychopharmaka, oder Religionen.
    • Agnos ~ 05.02.2017 13:25
      Highlight Highlight Der Teufel steckt wirklich im Detail, gleich eines Flüsterers an Herzens- Ohr bei den Verzweifelten- Ängstlichen und Verunsicherten.

    • Agnos ~ 05.02.2017 13:50
      Highlight Highlight Popcorn wenn man des Teufels Exorzist im Kinosesel sieht. So ein Heimkino aus frömmlichen Gefilden, über Ängste zu debattieren hat keinen Bock. Da es der Seele schadet, und nicht befreit vom kranken Geist eines Leidenden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joseph Dredd 04.02.2017 17:16
    Highlight Highlight "Die schönste List des Teufels ist, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt." - Charles Baudelaire
    • Regas 05.02.2017 13:55
      Highlight Highlight Die grösste List der Christen ist es, zu behaupten, der Teufel, den es in Wirklichkeit gar nicht gibt, würde uns überzeugen das es ihn gar nicht gäbe.
    • Agnos ~ 05.02.2017 14:38
      Highlight Highlight Echt teuflisch wie es an der Fasnacht zu und her geht.

      Die Kostüme und Masken, mit Balken und Trompeten, ein schräges Machdichein, sollten in früheren Zeiten die Finsternis des Winters vertreiben, das mit dem Bögverbrennen seinen endgültigen Höhepunkt hat.

      Auf in die Fasnacht, es kann doch nichts anzuhaben, insofern man die Masse nicht verliert.
  • Franz0506 04.02.2017 15:33
    Highlight Highlight Herr Stamm verfolgt in seinem Blog die Ideologie des Atheismus, da gibt es keinen Platz für Gott - und noch weniger für den Teufel. Argumente nützen nichts.
    Und zu den Christen: Christus hat in seiner Lehrzeit vom Satan gesprochen. Gäbe es diesen"Vater der Lüge" nicht, so hätte er dies sicher nicht getan. Lucifer war vor seinem Fall einer der höchsten Engel. Mit seiner Macht und Intelligenz hat er auch heute bis genug Menschen als seine Handlanger. Diese merken das nicht - und dafür müssen sie ja nicht einmal an den Teufel glauben. Aber an der Wirkung dieser Menschen ist es erkennbar.
    • Oxymora 04.02.2017 17:48
      Highlight Highlight “Mit seiner Macht und Intelligenz hat Satan auch heute bis genug Menschen als seine Handlanger. Diese merken das nicht,“

      er nennt sich jetzt Apostel Simon Petrus erster Bischof von Rom und seit 0067 offizieller Schlüsseldreher an der Pforte zum Paradies.

      Jesus hat Ihn erkannt oder die Bibel lügt.
      User Image
    • Nonbeliever 04.02.2017 18:46
      Highlight Highlight @ Franz... Zitat " Argumente nützen nichts." da nähme mich natürlich mal wunder, welche Argumente du da meinst. Es gibt eine Zeit vor der (wissensch.) Aufklärung und eine Zeit danach. Jede(r) der/die das Internet benutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Voraussetzung für diese geniale Technik auf Wissen und nicht etwa auf Glauben basiert. Ganz im Gegensatz zu mittelalterlichem und aus heutiger Sicht absurdem Gott- und/oder Teufelsglauben.
    • Agnos ~ 04.02.2017 19:16
      Highlight Highlight Der Teufel steckt dahinter, wenn Gutes verteufelt wird, und das machen die Frommen, mit dem scheinst betrügerischen Text: Das Wort ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert, ... das scheidet Seele und Geist, Mark und Bein. Das Wort wird weggelassen, .... und ist Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Vieles wird rausgerissen aus dem Kontext, und vermittelt eines der Bibel befremdendes Eigenzitat, das nichts mit Gott zu tun hat, sondern mit Lynchjustiz suizidalen Todesstoss; besser unter Stalkern bekannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 04.02.2017 14:06
    Highlight Highlight "Viele Geistliche der Landeskirchen sind sich der psychologischen Problematik bewusst und umschiffen den Satan so weit es geht."

    Danke für diesen Satz. Ich war als Kind im Reli-Unterricht, in der Sonntagsschule und im Jugendgottesdienst. Auf eigenen Wunsch, so komisch das klingen mag :D Vom Satan war dort nie die Rede. Nie.
  • Menel 04.02.2017 13:21
    Highlight Highlight Lieber BBQ als Philadelphia 😂👍
    • rodolofo 05.02.2017 14:15
      Highlight Highlight Philadelphia heisst eine Frischkäse-Marke.
      Aber was bedeutet BBQ?
    • Menel 05.02.2017 17:07
      Highlight Highlight Das 😂
      User Image
    • rodolofo 05.02.2017 18:07
      Highlight Highlight Okay. Ich bin von gestern.
  • Granini 04.02.2017 12:28
    Highlight Highlight Herr Stamm wir leben nicht mehr im Mittelalter! Der Teufel wird nicht mehr so proklamiert wie früher. Vielmehr wird über die Verantwortung jedes einzelnen gepredigt.
    Und Satan ist out - wir haben jetzt Hugo Stamm (symbolisch) als Gegenspieler.
    • Share 04.02.2017 14:19
      Highlight Highlight Nicht der Stamm, die Fasnacht. Hat er schon richtig betitelt. Die elf Tage zur Wintersonnenwende haben die Basler im Mittelalter ganz korrekt über die Zeit hinweg gerettet. Deren Drei um genau zu sein; drei Tage zum Einläuten des Frühlings, äh, Austreiben des Winters.
  • Follower 04.02.2017 11:59
    Highlight Highlight Das studieren der Bibel nicht immer zu Einsicht führt zeigt dieser Artikel. Haben Sie noch nie daran gedacht, dass sich die Hölle ganz von selbst öffnet, wenn man sich von allem Guten, Schönen und Vollkommenen abwendet?
    • Follower 04.02.2017 13:22
      Highlight Highlight Ein schöner Sonnenuntergang, ein Mensch der sich hingebungsvoll um Andere kümmert, Freude, ein tolles, rauschendes Fest, ein Kind das gesund auf die Welt kommt, ein Mensch der Frieden stiftet; das sind alles Spiegelbilder des Guten und Schönen und ja, ich glaube an einen liebevollen Gott, der das alles erfunden hat.
    • Share 04.02.2017 13:30
      Highlight Highlight Sieh mich gut an.
    • Share 04.02.2017 16:55
      Highlight Highlight Das Licht ist korrekterweise unbunt, ich habe extra nachgeschaut. Die schönen Farben ergeben sich durch den Anteil verschiedenster Partikel, es lässt sich sagen, je Größer der Anteil Dreck, desto leuchtender die Farbintensität. Gut sichtbar bei den Ölgemälden von Turner, das Farbleuchten gründet nicht auf einem Sehfehler des Meisters, sondern auf der Tatsache, dass die Luft vom vielen Färben und Gerben verschmutzt war. Also nix weiss da.

      Mit Spiegelbild dachte der gute Foley an die nostalgische Verklärung von Vermählung und Vermehrung. Und dankt Gott fuer seinen, wie soll ich sagen, Drang?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hypatia 04.02.2017 11:12
    Highlight Highlight Es lohnt sich hier, wieder einmal das alte Testament zur Hand zu nehmen und darin das Buch Hiob zu lesen...

    • Hypatia 04.02.2017 11:21
      Highlight Highlight Die Geschichte von Hiob illustriert übrigens sehr treffend, was gemeint ist, wenn es im Gebet heisst: "... und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. ..."

    • Share 04.02.2017 11:50
      Highlight Highlight @pat
      Was mich an dieser Textstelle sowohl bei Hiob als auch im Gebet des UnserVater stutzig macht? Das Uns.
    • Hypatia 04.02.2017 17:32
      Highlight Highlight @Share

      Tatsächlich grenzen sich alle, die einem bestimmten Glauben folgen, von Nicht- oder Andersgläubigen ab. Aber darum geht es hier nicht, sondern um die Argumentation, die Stamm hier zum besten gibt. Dass diese Argumentation nichts taugt, scheint mir offensichtlich.

      Der Teufel steckt, wie meist in derartigen Diskussionen, im Detail.
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  • Krocsyldiphic 04.02.2017 10:34
    Highlight Highlight Religion schütz vor Bildung nicht. Denn sonst wären sie sich bewusst, dass das Bild des Teufels von anderen Kulturen geklaut wurde, wie das im Christentum so üblich ist.
    • Rabbi Jussuf 04.02.2017 11:13
      Highlight Highlight Wenn schon, dann ist alles geklaut, auch der Gute Gott - genauso wie es alle anderen Religion auch gemacht haben und machen.
      Hingegen gibt es auch im Christentum Neues, Eigentümliches, denn sonst wäre das Chr. nicht zu einer eigenen Religion geworden.
  • Rabbi Jussuf 04.02.2017 10:25
    Highlight Highlight Natürlich gibt es keinen Teufel als Bild des Bösen im AT, denn dieses ist von einem Gott dominiert, der weder gut noch böse ist. (Das ändert sich aber zusehends in den jüngsten Schriften, wie z.B. Daniel)
    Eine Personifizierung des Bösen wird erst zwingend angesichts eines Guten Gottes. Ohne diese Dualisierung kann das Christentum nicht funktionieren, trotz aller "modernen" Theologen.

    Man kann sagen: je monotheistischer eine Religion, je dualistischer das Welt- und Jenseitsbild.
    • rodolofo 05.02.2017 14:32
      Highlight Highlight Super-Analyse!
      Würdest Du jetzt lieber zurück zum früheren, einheitlichen Gottesbild (ohne Teufel) gehen wollen, damit diese spirituelle "Gespaltenheit" aufgehoben werden kann, oder würdest Du lieber von einer Polarität ausgehen, zwischen der wir Menschen und bewegen?
    • Rabbi Jussuf 05.02.2017 15:41
      Highlight Highlight Warum sollte ich mich zwischen diesen zwei Möglichkeiten entscheiden?
      Ich brauche weder das eine noch das andere.

      Früheres einheitliches Gottesbild? Wann und wo soll es das gegeben haben? Im Christentum jedenfalls nie.
    • rodolofo 05.02.2017 18:03
      Highlight Highlight @ Rabbi Jussuf
      Ich sagte auch nicht, Du müssest Dich für eine der Polaritäten entscheiden.
      Ich fragte, ob Du Dir vorstellen kannst, zwischen diesen Polaritäten zu "schwingen", oder ob Du Dir vorstellen kannst, an einem Spannungslosen Ort "bei Gott" zu sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Trasher2 04.02.2017 09:49
    Highlight Highlight Herr Stamm, das versteh ich jetzt nicht wirklich. Zum einen prangern sie (zurecht) die Instrumentalisierung des Bösen zur Konditionierung der Gläubigen an. Bemerken wenige Sätze später, dass fortschrittliche Theologen auch Mühe mit Teufel haben. Nur um danach zu sagen, dass Gläubige die Existenz von Satan verteidigen müssen.

    Nun, warum sollte ich das müssen? Warum sollten es die fortschrittlichen Theologen müssen? Muss ich mir das von Ihnen vorschreiben lassen?

    Ich lebe als Katholik meinen Glauben an einen liebenden Gott. Über die Fegefeuer einschüchterungs Stories bin ich längst hinweg.
  • Share 04.02.2017 09:47
    Highlight Highlight Mir gefällt der Ausdruck Irrlicht um einiges besser. Aber ich hab`s auch nicht so mit Luthers Übersetzung oder der Inquisition oder dem Buchdruck, der die Möglichkeiten der Sprachschöpfung mehr als ausgereizt hat. Und jetzt Herr Stamm. Wenn ich das in einen tausendhundertjährigen Horizont einbetten müsste, würde ich von Gegenpapst und Johanna der Päpstin einen Reigen an Alternative News bemühen. Wo Soziologen von `Einer fault raus` sprechen, reden die Frommen vom `Bösen`. Läuft auf dasselbe hinaus. Ja, wer hat`s erfunden?
  • Michael Mettler 04.02.2017 09:19
    Highlight Highlight Korrekt, mit dem Bösen zu drohen ist schlicht unchristlich. Es ist aber genau so falsch zu glauben alles wäre nur gut. Und da wären wir bei der Frage: Von wo kommt das Böse das uns Herr Stamm in Form von Krieg und jeglicher anderem menschlichen Leid immer wieder vor Augen führt? Und in welcher Part spielt Gott dabei?
    • sintho 04.02.2017 09:42
      Highlight Highlight Richtig. Also lassen wir die Kinder lieber von der Vergangenheit lernen, die auch aus Gut und Böse besteht (und wirklich passiert ist). Wir können nicht jedes Leid dem Teufel, jede gute Tat Gott zuordnen und bei jeder Unerklärlichen Frage antworten: Gottes wege sind unergründlich. Aber so läufts leider in der Religion ab.
    • Leon1 04.02.2017 09:48
      Highlight Highlight Ich schlage vor: Keinen.

      Es gibt Menschen die tun gutes, es gibt Menschen die tun schlechtes, manchmal etwas dazwischen.

      Satan für das Schlechte verantwortlich zu machen ist genauso abwegig wie Gott für das Gute.

      Ich fänds ja mal super wenn die Menschen für ihr eigenes Handeln selbst die Verantwortung übernehmen müssen
    • Michael Mettler 04.02.2017 10:23
      Highlight Highlight @leon: zwischen verantwortung (da bin ich ganz bei ihnen) und part spielen besteht für mich ein wesentlicher unterschied.
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