Digital

Swift mit Sitz in Brüssel ist eine Genossenschaft im Besitz der Banken. Bild: Dado Ruvic/REUTERS

Hacker dringen in das internationale Zahlungssystem Swift ein

Eigentlich soll der internationale Zahlungsverbund Swift dafür sorgen, dass Überweisungen sicher verlaufen. Doch nun räumt Swift eine Schwachstelle ein. Dadurch können Internet-Kriminelle die Notenbanken angreifen.

26.04.16, 15:53 26.04.16, 16:18

Ein Artikel von

Der spektakuläre Hackerangriff auf die Zentralbank von Bangladesch vom Februar war kein Einzelfall. Der internationale Zahlungsverkehrs-Verbund Swift teilte mit, es habe mehrere Vorfälle gegeben, bei denen betrügerische Nachrichten über das Netzwerk gesendet wurden. Ob dabei ein tatsächlicher Schaden entstand, blieb zunächst offen.

Swift warnte überdies vor einer betrügerischen Schadsoftware, die Geldströme gezielt verschleiern könne. Das Programm sei darauf ausgelegt, Spuren bestimmter Transaktionen zu verbergen, es könne aber nur auf lokalen Systemen von Finanzinstitutionen installiert werden. Swift hat nun ein Software-Update herausgegeben.

Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, abgekürzt S.W.I.F.T. oder meist nur SWIFT, ist eine 1973 gegründete, in Belgien ansässige Organisation, die den Nachrichten- und Transaktionsverkehr von weltweit mehr als 10'000 Banken über sichere Telekommunikationsnetze (das SWIFT-Netz) standardisiert. Sie ist eine Genossenschaft im Besitz der Banken und dem EU-Recht unterworfen. (Quelle: wikipedia.de)

Swift ist ein Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems. Die internationale Kooperative von 3000 Instituten sitzt in Brüssel. Sie soll dafür sorgen, dass Zahlungsvorgänge sicher und reibungslos verlaufen.

Anfang Februar hatten Cyber-Diebe 81 Millionen Dollar von der Zentralbank in Bangladesch erbeutet. Abgesehen hatten sie es auf rund eine Milliarde Dollar. Dass sie nicht die gewünschte Summe bekamen, lag an einem Tippfehler in einer Überweisung, der eine Bank misstrauisch werden liess.

Grosse Banken im Visier

Nach Ansicht von Experten haben Hacker inzwischen verstärkt grosse Ziele im Visier, weil dort im Verhältnis zum Aufwand eine wesentlich höhere Beute winkt als bei Online-Angriffen auf Privatleute oder kleinere Firmen.

Swift zufolge waren die Hacker-Angriffe schwer erkennbar. Die Kriminellen hätten sich Zugriff auf Rechner von Finanzinstituten verschafft, die regulär mit dem Zahlungssystem verbunden waren, hiess es in einer Swift-Nachricht an Kunden, über die die Nachrichtenagentur Reuters zunächst berichtet hatte und die Swift später bestätigte. Die Angreifer hätten dadurch im System die Identität befugter Nutzer annehmen und in deren Namen tätig werden können.

(msc/Reuters/dpa)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

SVP-Extrablatt zur Zuwanderung: 6 Aussagen im Faktencheck

Am letzten Freitag flatterte ein weiteres SVP-Extrablatt in die Briefkästen der Schweizer Haushalte. Die grösste Partei macht darin gegen die Zuwanderung mobil und weibelt für die hauseigene «Begrenzungsinitiative». Wir prüfen sechs Behauptungen im Faktencheck. 

Die Zahl der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung liegt laut Bundesamt für Statistik (BFS) am 1. Januar 2016 bei 2'048'667 Personen. Total leben in der Schweiz 8'419'550 Personen. Das macht einen Ausländeranteil von 24,3 Prozent aus.

Ebenfalls grundsätzlich richtig ist, dass die Schweiz nach Luxemburg den höchsten Anteil an ausländischer Bevölkerung hat.

Aber: Der Vergleich mit anderen europäischen Staaten ist mit Vorsicht zu geniessen. Denn die Höhe des Ausländeranteils in den jeweiligen …

Artikel lesen