International

Ahmet wird am Sonntag «Nein» stimmen. bild: watson

«Ich werde ‹Nein› stimmen, weil ich mich in der Türkei nicht sicher fühle»

Vor der Abstimmung erzählen junge Leute in Istanbul warum sie für oder gegen Erdogan stimmen werden. 

15.04.17, 23:12 19.04.17, 19:33
Sarah Serafini, Can Kgil

Erdogan Anhänger sind in Istanbul einfach zu finden. Sie sind überall und kaum zu übersehen. Sie schwingen ihre Fahnen, singen Lieder und schmeissen mit Parolen um sich. Breitwillig geben sie Auskunft und beteuern ihre Treue zum Präsidenten Erdogan.

Leute aus dem Nein-Lager geben sich hingegen bedeckter. Sie fürchten polizeiliche Repression und sprechen deswegen nicht gerne öffentlich über die Abstimmung. Das watson-Team in Istanbul hat bei Erdogan-Befürwortern und -Kritikern nachgefragt, was sie vom morgigen Referendum erwarten.

Samed, Literatur-Student

Video: streamable

Samed wünscht sich eine starke Türkei. Deshalb wird er Ja stimmen. Er sagt, in der Vergangenheit habe das türkische Parlament unter Koaliationsproblemen gelitten. 

Ahmet, Lehrer

Video: streamable

Ahmet wird Nein stimmen, weil er sich als Homosexueller in der Türkei nicht sicher fühlt. Er sagt, Erdogan könne tun was er wolle, wenn das Präsidialsystem angenommen wird. Das will Ahmet nicht.

Ecem, Studentin

Video: streamable

Ecem findet Erdogan gut, weil er sich für das Bildungssystem einsetzt. Ihm verdankt sie, dass sie studieren könne.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mehmed 16.04.2017 11:41
    Highlight Ein Land, wo Menschen Angst um ihr Leben haben müssen, wenn sie eine dem Präsidenten unangenehme Meinung äussern, ist eine Diktatur. Türken in der Schweiz, die eine Diktatur unterstützen, sollen zurück in die Türkei und in der Diktatur leben gehen.
    31 4 Melden
  • Schläfer 16.04.2017 10:08
    Highlight Ecem findet Erdogan gut, weil er sich für das Bildungssystem einsetzt. (Und 10000de Lehrer inhaftiert hat) Ihm verdankt sie, dass sie studieren könne. (Da sie ansonsten wie Papa Erdogan wohl gar nicht das Zeug dazu hätte).
    Verblendete Recepisten.
    23 5 Melden
  • Enes Sözeri 16.04.2017 09:44
    Highlight Naja so schlimm ist die "Verfolgung" der nein sager nun doch nicht. In meiner Familie sind die Meinungen sehr gespalten und man redet und diskutiert offen darüber. Auch in Tee Kaffees, laut und deutlich, mit Freunden in der Türkei. Da rannte auch niemals die Polizei rein und hat die erdogan hasser mitgenommen. Beobachtet, November 2016.
    3 13 Melden
    • Datsyuk * 16.04.2017 14:49
      Highlight Hast du auch keine Inhaftierungen von Lehrern beobachtet?
      9 5 Melden
    • Enes Sözeri 16.04.2017 18:07
      Highlight Die Inhaftierung von Lehrer, hat mit der gülen Bewegung was zu tun. Wer durch die lehrer wurde, wurde vorsichtshalber zur nach Forschungen inhaftiert und mehr als 95 Prozent sind wieder auf freiem Fuß. Das ist ja aber eine ganz andere Geschichte..
      1 16 Melden
    • Datsyuk * 16.04.2017 23:26
      Highlight Auf freiem Fuss? Hofgang?
      5 1 Melden
  • Calvin WatsOff 16.04.2017 08:23
    Highlight Go Ahmet 👍🏻👍🏻👍🏻 (leider ist der Herr Sultan wohl so gut wie bestätigt).
    2 4 Melden
  • Nausicaä 16.04.2017 08:19
    Highlight Armer Ahmet :(. Das muss ein Horror sein.
    7 3 Melden
  • selassi1 16.04.2017 01:11
    Highlight Etwas seltsam dass Ahmet ja stimmt, wenn er doch das Präsisialsystem nicht will...
    7 52 Melden
    • Boyfromtheblue 16.04.2017 05:20
      Highlight Ist doch der Einige der Nein stimmen wird..?
      55 4 Melden
    • lilas 16.04.2017 11:30
      Highlight @Silas, ich würde den Bericht an Ihrer Stelle nochmals lesen...
      11 3 Melden

Türkei-Kritiker verlieren auf Facebook tausende Follower – und niemand weiss wieso

Innerhalb weniger Wochen verlieren User, die Erdogan-kritische Beiträge auf Facebook posten, bis zu 5000 Follower und Freunde. Es werde automatisch und systematisch entliked. Sie sind überzeugt: Dahinter steckt Politik. 

Kerem Schamberger ist äusserst aktiv auf Facebook. Jeden Tag schreibt er über politische Vorgänge in der Türkei, über kurdische Aktivisten, die verhaftet worden sind, über verschwundene Journalisten, über Anti-Erdogan Demonstrationen. Er übersetzt türkische Zeitungsartikel ins Deutsche und stöbert Nachrichten über Rojava auf, ein de facto autonomes Gebiet in Syrien, in dem die Kurden einen freiheitlichen Staat errichten wollen.

Schamberger ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für …

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