Schweiz
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Im Berner Breitenrain-Quartier trifft sich der Kurdisch-Türkisch-Schweizerische Kulturverein Bern um gemeinsam die Abstimmung zu verfolgen. Bild: watson

Enttäuschung beim türkisch-kurdischen Public Viewing im Berner «Breitsch»

Es ist auch für sie ein Schicksalstag: Die Mitglieder des Kurdisch-Türkisch-Schweizerischen Kulturvereins Bern verfolgen zusammen gespannt den Ausgang des Referendums in der Türkei. Mit dem proklamierten Resultat sind sie nicht zufrieden. 



Sie kauen nervös Kaugummis und Fingernägel: Die Mitglieder des «Kutüsch», wie sich der Verein nennt, verfolgen auf einer Grossleinwand wie Erdogan und seine AKP den Sieg der Referendumsabstimmung ausrufen und ihre Anhänger in den Strassen von Ankara und Istanbul feiern.

Die Erdogan-Gegner sind hier unter sich. Sie alle hoffen auf einen Sieg des «Hayir»-Lagers, das die Verfassungsreform von Präsident Erdogan ablehnt, aber seit spätestens 20 Uhr abends wissen sie, dass die Verfassungsreform wohl nur noch auf juristischem Weg abgewendet werden kann. 

Sie zweifeln das Resultat an und vermuten breit angelegte Manipulation in den Abstimmungslokalen wo die Ja-Stimmen einiges unbürokratischer gezählt worden sein sollen als die Nein-Stimmen: 

Das Resultat kann nicht stimmen

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Video: watson/Camille Kündig.

Eine weitere Zweiflerin ist Hûrû Tat, Vorstandsmitglied des Vereins. Sie hat Nein gestimmt, befürchtet aber, dass sich Erdogan durchsetzen werde. Denn die Oppostion in der Türkei werde unterdrückt: «Das ist ungerecht.»

Hûrû Tat fürchtet sich vor einer Diktatur:

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Bild: watson

Sie sorgt sich besonders auch um die türkischen Frauen im Falle eines Ja's: «Erdogan repräsentiert das patriarchische System. Eine solche faschistische, islamgefärbte Diktatur ist eine Gefahr für Minderheiten.» Ein Ja wäre eine Katstrophe für den Frieden und die Demokratie, meint Tat.

So sieht der kurdischstämmige Grossrat Hasim Sançar die Abstimmung

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Der Grossrat der Grünen, Hasim Sançar.

Leere Gesichter am Ende des Abends

Nachdem die türkischen TV-Sender den knappen Sieg des Nein-Lagers vermelden, leert sich der «Breitsch-Träff» schnell. Die noch verbleibenden Mitglieder des Türkisch-Kurdischen Kulturvereins Bern sind enttäuscht. Sie starren mit leerer Miene auf die Grossleinwand. Niemand ist gesprächig, alle hören stumm den neusten Entwicklungen aus der Türkei zu. Grossrat Hasim Sançar ist als einziger bereit, vor die Kamera zu treten. Auch er ist enttäuscht vom Ausgang der Abstimmung.

«Ich habe ein schlechtes Gefühl»: Das Fazit von Hasim Sançar (GPS/BE)

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Grossrat Has Sançar glaubt nicht an eine faire Abstimmung. Video: Camille Kündig

Erdogans wahnsinniger Präsidentschaftspalast

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hugo Wottaupott 17.04.2017 20:04
    Highlight Highlight Was für eine Absegnung... pardon Abstimmung.
  • Töfflifahrer 17.04.2017 13:17
    Highlight Highlight Etwas überrascht bin ich schon. Gibt es wirklich Leute die eine faire, demokratische Abstimmung erwartet haben? Das Resultat wurde passend gemacht, das war zu erwarten.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 17.04.2017 00:51
    Highlight Highlight Ich hoffe diejenigen die dafür gestimmt haben, müssen das nicht bereuen, den das würde heissen das die Gegner (HDP, CHP, PKK, usw.) diesen Wahnwitz schon längst Teuer und Blutig bezahlt haben ☹

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