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Hunderttausende gegen Trump auf der Strasse – dieser reagiert mit Sarkasmus



Am ersten Jahrestag des Amtsantritts von Donald Trump sind hunderttausende Demonstranten in den USA gegen den US-Präsidenten auf die Strasse gegangen. Allein in Los Angeles protestierten am Samstag nach Angaben der Stadtverwaltung etwa eine halbe Million Menschen.

In New York gab die Polizei die Zahl der Demonstranten mit 200'000 an. Insgesamt waren in mehr als 300 Städten Protestaktionen zum Women's March (Marsch der Frauen) angekündigt. Im vergangenen Jahr waren beim Women's March landesweit mehr als drei Millionen Menschen gegen Trump auf die Strasse gegangen.

epa06458465 People gather holding protest signs on Central Park West for the 2018 Women's March on NYC, in New York, New York, USA, 20 January 2018. The protest, which is taking place in cities around the country, is taking place a year after the first Women's March was held response to President Donald Trump's inauguration.  EPA/PETER FOLEY

In New York nahmen rund 200'000 Personen an den Protesten teil. Bild: EPA/EPA

Viele Demonstrantinnen trugen pinkfarbene Strickmützen mit Katzenohren – so genannte Pussy Hats in Anspielung auf Trumps berühmt gewordene Äusserung, dank seiner Berühmtheit könne er Frauen jederzeit in den Schritt fassen, wenn er das wolle. Auf Plakaten waren Parolen wie «Der Platz einer Frau ist im Weissen Haus» oder «Wenn man einen Clown wählt, muss man mit Zirkus rechnen».

Trump reagiert mit Sarkasmus

Trump reagierte mit Sarkasmus auf die Proteste: Er forderte die Menschen über Twitter auf, auf die Strasse zu gehen und «die historischen Meilensteine und den noch nie dagewesenen wirtschaftlichen Erfolg und die Wertschöpfung zu feiern, die sich in den vergangenen zwölf Monaten ereignet haben». «Schönes Wetter überall in unserem grossartigen Land, ein perfekter Tag für alle Frauen, um zu marschieren», ergänzte der Präsident.

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In Washington marschierte der Demonstrationszug vom Lincoln Memorial bis vor das Weisse Haus. Unter den Teilnehmern waren Vitessa Del Prete und ihre 14-jährige Tochter Tanaquil Eltson, beide im Superwoman-Partnerlook. Seit Jahrzehnten sei sexuelle Belästigung ein Thema, «und es bessert sich – aber wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten», sagte die 51-jährige Del Prete.

Weitere Demonstrationen waren für Sonntag geplant, unter anderem in Las Vegas, aber auch in europäischen Städten wie Berlin, Paris und London.

«Shutdown» hält an 

Trumps einjähriges Amtsjubiläum geht mit einem Regierungsstillstand einher: Am Samstag um Mitternacht trat in den USA eine Haushaltssperre in Kraft, die die Arbeit der Bundesbehörden weitgehend lahmlegt. Republikaner und Demokraten hatten sich zuvor im Senat nicht auf einen Übergangshaushalt einigen können. 

Nach dem formellen Beginn des «Government Shutdowns» gelang es US-Präsident Donald Trump, seinen Republikanern und den Demokraten am Samstag nicht, einen Kompromiss für einen Übergangsetat auszuloten.

FILE - In this Jan. 10, 2018, file photo, President Donald Trump listens during a meeting in the Oval Office of the White House, in Washington. Casting a cloud over already tenuous negotiations, President Donald Trump said Sunday, Jan. 14, that Deferred Action for Childhood Arrivals program, or DACA, a program that protects immigrants who were brought to the U.S. as children and live here illegally is “probably dead” and blamed Democrats, days before some government functions would start shutting down unless a deal is reached. (AP Photo/Evan Vucci, File)

Dämpfer zum Jahrestag: Donald Trumps Regierung ist zurzeit zahlungsunfähig.   Bild: AP/AP

Die Beratungen sollten am Sonntag fortgesetzt werden. Zentraler Streitpunkt ist Trumps harter Kurs in der Einwanderungspolitik.

Die Demokraten halten an ihrer Forderung fest, dass eine Einigung auf einen Übergangshaushalt bis zum 8. Februar mit dem Abschiebeschutz junger Migranten, sogenannter Dreamer, die als Kinder illegal in die USA kamen, verbunden werden muss. Die Republikaner wollen hingegen nicht über Einwanderungsthemen verhandeln, bevor die Demokraten ihre Einwilligung in den Zwischenetat gegeben haben.

Hunderttausende Mitarbeiter im öffentlichen Dienst müssen wegen der Haushaltssperre vorerst in einen unbezahlten Zwangsurlaub gehen. Staatsbedienstete mit unerlässlichen und hoheitlichen Aufgaben bei der Polizei, den Geheimdiensten oder dem Militär arbeiten aber weiter.

Da es keine langfristige Lösung zur Klärung der Etatlage gibt, muss der Kongress immer wieder Zwischenhaushalte genehmigen. Sollte auch diesmal nur eine weitere vorübergehende Finanzierung beschlossen werden, wäre es bereits die vierte Massnahme dieser Art seit Beginn des laufenden Haushaltsjahres am 1. Oktober. Der letzte «Shutdown» im Oktober 2013 in der Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama dauerte mehr als zwei Wochen. (cma/sda/reu)

Von «Covfefe» bis hin zum Küchenpapier-Werfen

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54Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Hast 22.01.2018 15:18
    Highlight Highlight Im Gegensatz zu vielen anderen Staatsherren und Damen hat er wenigstens seinen Humor bewahrt, trotz all den Widrigkeiten, mit denen er sich täglich herumzuschlagen hat.
    0 1 Melden
  • wezuercher@gmail.com 21.01.2018 12:39
    Highlight Highlight die angeblichen hunderttausende sind in tat und wahrheit einige tausend, die die niederlage der korrupten demokratin clinton nicht wahrhaben wollen! die medien würden besser über die untersuchungen gegen clinton berichten, zu deren gunsten die obama regierung politische gefälligkeiten gegen geld gegeben hat!
    natürlich müsste auch über die totesfälle geredet werden von, gegen clinton aussage willigen!
    vor fünf jahren gab es auch schon einen shutdown! dieser wurde aber damals von den medien nicht dem präsidenten untergejubelt! die rebuplikaner waren die bösen! verlogenheit pur!
    17 53 Melden
    • Valon Behrami 21.01.2018 21:34
      Highlight Highlight Clinton hat ja jetzt damit nichts zu tun. Man muss sie nicht mögen, um auch Trump hinterfragen zu können.

      Aber dir geht es eben gar nicht darum...
      13 9 Melden
    • Gregor Hast 22.01.2018 15:09
      1 2 Melden
    • Valon Behrami 22.01.2018 16:35
      Highlight Highlight Ja, Gregor Hast. Und auch über Trump. Über beide. Du willst auch von Trump ablenken.
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Midnight 21.01.2018 11:07
    Highlight Highlight Scheint, als würde es doch langsam mal ein paar Leuten dämmern...
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    8 18 Melden
    • Gregor Hast 22.01.2018 15:16
      Highlight Highlight Was dämmern?
      0 0 Melden
  • Bert der Geologe 21.01.2018 10:15
    Highlight Highlight Es sind sicher 10 x mehr Leute, als bei Demos am 1. Jahrestag vom Obama. Big success
    33 12 Melden
  • DerDude 21.01.2018 09:39
    Highlight Highlight You won‘t find a better demonstration!
    35 9 Melden
  • derEchteElch 21.01.2018 09:35
    Highlight Highlight „Die Demokraten halten an ihrer Forderung fest, dass eine Einigung (...) mit dem Abschiebeschutz junger Migranten, die als Kinder illegal in die USA kamen, verbunden werden muss“

    Zum Glück gibt es in der Schweiz den Grundsatz „Einigkeit der Sache“. Das heisst, dass nicht willkürlich verschiedene Themen verknüpft und Bedingungen zu Abstimmungen gestellt werden können.

    Sollte die EU auch einmal lernen, wenn es um den Börsenzugang und diverse andere Themen geht..

    Und ja, illegal ist illegal. Deswegen gibt es Einreisebestimmungen. Auch in der Schweiz. Auch in Europa. Auch in Schengen.
    42 122 Melden
    • Asmodeus 21.01.2018 10:16
      Highlight Highlight "Das heisst, dass nicht willkürlich verschiedene Themen verknüpft und Bedingungen zu Abstimmungen gestellt werden können"

      Seltsam. Genau das ist in der Schweiz allerdings Gang und Gäbe.

      Die NoBillag verknüpft ein Ende der Zwangsgebühren damit, dass der Bund auch nicht mehr direkt subventionieren darf.

      Die Erhöhung der Autobahnvignette wurde damit verbunden, dass dringende Ausbauarbeiten ansonsten nicht durchgeführt würden wenn man ablehnt. (Und wir Schweizer lassen uns ja gerne erpressen *sarcasmus*).

      Du siehst. Auch bei uns werden verschiedene Themen miteinander verknüpft.
      52 17 Melden
    • Me, my shelf and I 21.01.2018 10:40
      Highlight Highlight Nur weil ich weiss, dass du diese Grundwahrheit liebst:

      Kein Mensch ist illegal.
      57 26 Melden
    • derEchteElch 21.01.2018 10:49
      Highlight Highlight Da sind sie wieder, die Hater und Blitzer.. Leute, die es nicht wahrhaben wollen, dass es Gesetze gibt (auch zum Aufenthaltsrecht) und Leute, die gerne Themen verknüpfen, aber nur wenn es ihnen passt.
      31 70 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • ujay 21.01.2018 08:10
    Highlight Highlight Trumps USA ist pleite. Hindert ihn nicht, weiterhin Märchen zu erzählen und sich mit fremden Federn zu schmücken.
    175 39 Melden
    • Kong 21.01.2018 09:52
      Highlight Highlight Auch Obamas und Clintons USA waren pleite. Es geht nicht darum Trump zu lobpreisen. Aber die Amis haben seit den goldenen Jahren schon immer breit abgestützt weit über ihren Verhältnissen gelebt. Die Haushaltsverschuldung der USA ist astronomisch. Eine echte Sanierung stellt sich mit der Tiefzinspolitik nicht ein. Der Knall wird buchhalterisch verzögert.
      67 8 Melden
    • Toerpe Zwerg 21.01.2018 10:44
      Highlight Highlight Wieso pleite?
      8 21 Melden
    • Midnight 21.01.2018 11:12
      Highlight Highlight Die USA sind schon seit den 70ern pleite. Nur will davon niemand etwas wissen.

      Ist halt schon praktisch, wenn das höchstverschuldete Land der Welt gleichzeitig alle Ratingagenturen beherbergt...
      46 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jein 21.01.2018 07:42
    Highlight Highlight Statt sich auf den grösstenteils von seinem Vorgänger verursachten ökonomischen Lorbeeren auszuruhen soll er sich besser Mal um den von ihm verursachten Shutdown kümmern.


    240 55 Melden
    • derEchteElch 21.01.2018 09:25
      Highlight Highlight Die Demokraten haben dies zu verantworten, nicht Trump.
      30 138 Melden
    • Asmodeus 21.01.2018 10:17
      Highlight Highlight Komisch.

      Ich dachte Trump wäre Präsident.
      Ich dachte die Republikaner hätten die Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus.

      Die einzige Schuld die man den Demokraten geben kann ist, dass sie nicht ohne Zugeständnisse den Karren aus dem Dreck ziehen den die Reps da parkiert haben.
      57 18 Melden
    • Roman h 21.01.2018 10:34
      Highlight Highlight Die Demokraten und Republikaner wurden sich nicht einig, also kann man nicht Trump alleine die schuld geben.
      Lorbeeren ausruhen?
      Das Land war schon pleite bevor Trump Präsident wurde.
      21 29 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Citation Needed 21.01.2018 07:25
    Highlight Highlight Biggest crowd ever!
    106 19 Melden
    • ThePower 21.01.2018 10:45
      Highlight Highlight And greatest year of history. So far...
      10 1 Melden

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

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