Irak
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Human Rights Watch (HRW)

ISIS-Extremisten sollen Massenexekutionen durchgeführt haben

FILE - This file image posted on a militant website on Saturday, June 14, 2014, which has been verified and is consistent with other AP reporting, appears to show militants from the al-Qaida-inspired Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) with captured Iraqi soldiers wearing plain clothes after taking over a base in Tikrit, Iraq. Iraqi insurgents executed at least 160 captives earlier this month in the northern city of Tikrit, Human Rights Watch said Friday, June 27, 2014, citing an analysis of satellite imagery and grisly photos released by the militants. The U.S.-based rights group said militants from the Islamic State of Iraq and the Levant killed between 160 and 190 men in two locations in Tikrit between June 11 and June 14.

Bild: AP/militant website

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der sunnitischen Miliz ISIS die Hinrichtung von dutzenden irakischen Soldaten zur Last gelegt. Eine Analyse von Fotos und Satellitenbildern habe «deutliche Anzeichen» dafür geliefert. Die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIS) habe nach der Eroberung der Stadt Tikrit am 11. Juni Massenexekutionen begangen, erklärte HRW am Donnerstag. Demnach wurden zwischen dem 11. und 14. Juni an mindestens zwei Orten in der Heimatstadt des gestürzten Machthabers Saddam Hussein zwischen 160 und 190 Männer getötet.

«Die Fotos und Satellitenbilder aus Tikrit liefern starke Beweise für ein furchtbares Kriegsverbrechen, das untersucht werden muss», erklärte der HRW-Krisendirektor Peter Bouckaert. Bei der Untersuchung von Satellitenbildern entdeckte HRW nach eigenen Angaben zwei Massengräber in direkter Nähe zu Saddam Husseins früherem Wasserpalast. Ein drittes Massengrab konnte demnach nicht lokalisiert werden.

Vielleicht viel mehr Tote

ISIS hatte selbst angegeben, nach der Einnahme von Tikrit 1700 schiitische Soldaten getötet zu haben. Auch HRW warnte, dass die Zahl der Opfer womöglich viel höher sei, als von ihr angegeben. Die Organisation betonte, dass in einem bewaffneten Konflikt die Tötung jedes Soldaten, der sich ergeben hat oder gefangen genommen wurde, ein Kriegsverbrechen darstelle. ISIS-Einheiten und ihre lokalen Verbündeten sind seit rund zwei Wochen auf dem Vormarsch. Sie kontrollieren mittlerweile weite Teile im Norden und Westen des Iraks, darunter auch strategisch wichtige Einrichtungen.

ISIS kämpft im Irak und in Syrien gegen die jeweilige Regierung. Sie will die von ihr kontrollierten Gebiete über die Grenze hinweg verbinden und einen Gottesstaat errichten. (whr/kub/sda/dpa)



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