Rassismus

Anti-Rassismus-Kommission

Bund soll gegen Hasstiraden auf Facebook & Co. vorgehen

03.08.14, 02:10 03.08.14, 09:04

Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der Rassismus-Kommission Bild:

Die Präsidentin der Kommission gegen Rassismus, Martine Brunschwig Graf, zeigt sich besorgt über die nach ihrer Einschätzung zunehmenden rassistischen und antisemitischen Kommentare auf Facebook und in Online-Kommentaren. Sie fordert den Bund auf, zu intervenieren.

«Wir haben einen Punkt erreicht, wo die Behörden aktiv werden müssen», sagte Brunschwig Graf im Interview mit der «SonntagsZeitung». Konkret fordert die ehemalige Genfer Nationalrätin, dass der «Bund mit Facebook das Gespräch sucht, um dafür zu sorgen, dass die soziale Plattform schneller auf rassistische Entgleisungen reagiert». 

«Heute existiert eine Tabu- und Hemmungslosigkeit, die wir bisher noch nie erlebt haben.»

Martine Brunschwig Graf

«Wir müssen verhindern, dass strafbare Aussagen auf Facebook und anderen sozialen Medien stehen bleiben, obwohl sie gegen das Gesetz verstossen.» Das sei ein zentrales Thema für die Eidgenössische Kommission, zu dem sie mit anderen Bundesstellen eine Lösung finden wolle. Es gebe mehr Strafanzeigen und «wir müssen dafür sorgen, dass Anzeigen auch etwas bewirken».

Noch nie dagewesene Tabulosigkeit

Rassismus und Antisemitismus im Internet seien nicht neu, sie hätten sich aber intensiviert, sagte Brunschwig Graf weiter. «Heute existiert eine Tabu- und Hemmungslosigkeit, die wir bisher noch nie erlebt haben.» Vielen Leuten sei nicht bewusst, dass sie sich auf Facebook öffentlich äusserten. «Sie schreiben Dinge, die sie niemals sagen würden.» 

«Hass ist normal geworden.»

Martine Brunschwig Graf

Zudem stelle sie eine «Radikalisierung» fest: Ein Blick in die Kommentare bei Online-Medien zeige ihr: «Hass ist normal geworden.» Und er könne sich gegen «alles und jeden richten». «Das ist gefährlich für eine Gesellschaft und muss bekämpft werden.» Sie sorge sich, dass Grenzen verschoben würden, wenn solche Kommentare salonfähig würden. «Das kann im schlimmsten Fall zu Gewalt führen.» (kad/sda)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 03.08.2014 07:47
    Highlight Mami..... der Dampfkochtopf pfeift........Ist gut Hansli, ich klebe das Ventil zu......
    9 1 Melden
  • Hugo Wottaupott 03.08.2014 05:41
    Highlight Ist doch garnicht nötig. Die Online Medien überprüfen doch bevor sie veröffentlichen?????
    4 3 Melden
    • skap 03.08.2014 09:08
      Highlight machen sie schon, aber es gibt immer noch sehr viele rassistische kommentare, die durchkommen. keine die gegen das gesetz verstossen nehme ich mal an, aber diese radikalisierung ist trotzdem nennenswert. bei 20 minuten und blick ists am schlimmsten, man siehts aber auch bei der tagi zunehmend und ich bin mir sicher in anderen medien auch.
      2 5 Melden

Du hast bestimmt keine Vorurteile, oder? Bist du sicher? Hier findest du es heraus

Das Unbewusste ist eine vertrackte Sache. Da gehen Dinge vor sich, die uns die Schamröte ins Gesicht treiben würden, wenn sie uns denn bewusst wären. Das dürfte auch für Vorurteile gelten – jeder hat sie, aber nur wenige geben zu, dass ihr Verhalten von ihnen beeinflusst wird. 

So fällt es uns schwer zu erkennen – geschweige denn zuzugeben –, dass wir bestimmte Menschengruppen diskriminieren. Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen sexuellen Orientierung, einem anderen …

Artikel lesen