Schweiz
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Teilnehmer der Gay Pride in Zürich: Es hätte auch sie treffen können. Bild: EPA/KEYSTONE

LGBT-Menschen! Verkriecht euch jetzt nicht in euren Clubs und Wohnungen

Nach dem Massaker von Orlando sollte sich die LGBT-Community in der Schweiz erst recht sichtbar machen, schreibt Greg Zwygart, Chefredaktor von Mannschaft Magazin, in seinem Gastkommentar.

14.06.16, 10:27 25.05.18, 09:57

greg zwygart



Ich kann mich gut an jene Nacht im Jahr 2008 erinnern, als ich während den Semesterferien mit einem guten Freund das «Pulse» in Orlando besuchte. Ich war 24 Jahre alt und hatte nur eines im Kopf: Tanzen, Feiern, eine gute Zeit haben und Gleichgesinnte kennenlernen.

Gab es etwas Aussergewöhnliches am «Pulse»? Nein. Der Club war genauso aussergewöhnlich wie alle anderen Schwulenclubs auf dieser Welt.

Seit Jahrzehnten bieten diese Clubs  Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transmenschen (LGBT) einen geschützten Ort, um sich zu treffen, zu feiern, aber auch um sich zu organisieren, sich zu vernetzen und Kraft zu tanken für eine Gesellschaft, in der die eigene Vorstellung von Liebe und Identität kein Platz zu finden scheint.

Ein Ort der Geborgenheit

Es war auch eine Schwulenbar, die 1969 in New York City zur Geburtsstätte der Freiheitsbewegung von LGBT-Menschen wurde. Es läuft mir kalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke, dass sich der Schütze Omar Mateen ausgerechnet einen solchen Ort der Geborgenheit im Herzen der Community als Zielscheibe für seinen Hass ausgesucht hat.

Dieser Club hätte genau so gut in New York, in London oder Berlin sein können. Er hätte auch das Kasernenareal in Zürich sein können, wo wir just am Tag vor der Tat im Rahmen des Zurich Pride Festivals für Gleichstellung demonstriert und unseren Zusammenhalt gefeiert haben.

Das Massaker von Orlando ist schockierend, doch überraschend ist es im Nachhinein nicht. Nach den Angriffen auf die freie Presse (Charlie Hebdo) und die Ausgehkultur (Bataclan) war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Extremist die LGBT-Community ins Visier nehmen würde, vereint sie doch alle Feindbilder einer fanatisch ausgelegten Weltanschauung: sexuelle Freiheit, Selbstbestimmung, das Hinterfragen von Konventionen und das Aufbrechen von Geschlechterrollen.

Es hätte auch das Kasernenareal in Zürich sein können, wo wir just am Tag vor der Tat im Rahmen des Zurich Pride Festivals für Gleichstellung demonstriert und unseren Zusammenhalt gefeiert haben.

Viele homophobe Äusserungen

Doch Orlando ist nicht ganz mit Charlie Hebdo und Bataclan vergleichbar. Die Berichterstattung war zwar intensiv und die Solidarität in der Bevölkerung gross, doch in den Kommentarspalten waren auch homophobe Äusserungen zu lesen. Worte, die den Täter rühmten oder ihm gar Dank dafür aussprachen, dass er «kranke Menschen» ausgelöscht habe.

Die Welt trauert um die Opfer von Orlando

Dass viele solidarische Kommentare auf einer Schweizer Medienplattform mit einem «Daumen runter» versehen wurden, ist dagegen fast harmlos, spricht aber eine klare Sprache, wenn es um die Stellung von LGBT-Menschen in der Gesellschaft geht: Unsere Community hat noch einen weiten Weg vor sich, bis sie auch in unseren Breitengraden vollständig akzeptiert ist. Daran hat auch ein Omar Mateen nichts geändert.

Omar Mateen ist es jedoch gelungen, die LGBT-Community der westlichen Welt in den Terror und in den Tod zu reissen. Dass im Nahen Osten Männer aufgrund ihrer Sexualität von Dächern geworfen werden, ist nicht neu. Es ist aber das erste Mal, dass in einem Land, in dem sexuelle Minderheiten relativ grosse Freiheiten geniessen, unter solchen Umständen kaltblütig exekutiert wurden.

Wir sind eine Zielscheibe für Extremisten

Spätestens jetzt sollte uns klar sein, dass auch wir, die LGBT-Community, eine Zielscheibe für Extremisten jeglicher Art sind. Ob und in welchem Ausmass die Gräueltat von Orlando eine Auswirkung auf die LGBT-Community in der Schweiz hat, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Genau so wenig wissen wir, wann in Europa der nächste Fanatiker zuschlagen und unschuldige Leben fordern wird.

Ich habe aber grosses Vertrauen in die Schweizer Behörden und in unser Zusammenleben in der Schweiz. Überhaupt ist unser Land für Schwule und Lesben immer noch eines der sichersten Länder der Welt.

Spätestens jetzt sollte uns klar sein, dass auch wir, die LGBT-Community, eine Zielscheibe für Extremisten jeglicher Art sind.

Das schreckliche Attentat von Orlando ist ein Weckruf. Es gilt, konservative und vor allem fanatische Stimmen ernst zu nehmen, entsprechend zu evaluieren und dagegen zu mobilisieren. Es wäre also falsch, uns aus Angst in unseren Wohnungen zu verkriechen. Genauso falsch wäre es, uns in unsere Clubs zurückzuziehen zum Schutz vor Ablehnung und Diskriminierung. Es kann nicht sein, dass wir uns nur unter unseresgleichen sicher und geborgen fühlen.

Wir müssen alle miteinbeziehen

Wir wollen uns auf den Strassen, im öffentlichen Verkehr und auch in heterosexuellen Clubs genauso wohl und willkommen fühlen wie der Rest der Gesellschaft auch.

Wie schaffen wir das?

Indem wir mit einer Selbstverständlichkeit am Arbeitsplatz von unserem Wochenende mit dem Partner oder der Partnerin erzählen. Indem wir unsere Eltern, Freunde, Berufskollegen und Verwandte in unsere Leben miteinbeziehen. Je sichtbarer wir sind, je mehr wir unser Umfeld an unserem Leben teilhaben lassen, desto mehr können wir unsere Gleichstellung innerhalb der Gesellschaft vorantreiben.

Fanatiker bekämpfen uns mit purem Hass. Begegnen wir ihnen als vereinte Vertreterinnen und Vertreter einer freien Gesellschaft.

Das Massaker in Orlando – hier findest du alle Infos dazu:

Nach Orlando-Attentat: Schwuler CNN-Moderator grillt Floridas Staatsanwältin live im TV 

Szene mit Orlando-Attentäter in einem Dokumentarfilm aufgetaucht

Trump nutzt die Gunst der Stunde und wettert einmal mehr über Muslime: «Sie versklaven Frauen und ermorden Schwule»

Trump und Orlando: Charlie Hebdo mit der Feder einmal mehr, wo es richtig weh tut

Perfekte Frage nach Orlando: Was wenn eine Waffe ebenso schwer zu bekommen wäre wie eine Abtreibung? 

8 Staaten kondolieren Orlando-Opfern – und verfolgen die Schwulen im eigenen Land

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43
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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dracului 14.06.2016 19:03
    Highlight In der Schweiz gibt es so viele, die andere Lebensformen nicht zulassen können. Bortoluzzi, der eine Krankheit vermutet, die katholische Kirche, die heilen will und die kürzlich geführten Debatten, wer mit wem eine "richtige" Ehe führen darf, stimmen mich nicht positiv. Es tut mir leid, aber der Glaube, dass wir uns je einer freien Gesellschaft annähern, ist in mir schwächer geworden. Im Moment trübt sicher meine Trauer und der Schock mein Bild auf eine bessere Zukunft, obwohl ich gerne einen Regenbogen am Horizont sehen möchte.
    15 1 Melden
  • R&B 14.06.2016 18:37
    Highlight Ich denke einige Kommentatoren hier missverstehen den Artikel. Es geht m. E. darum , dass Schwule sich nicht verstecken sollen. Das heisst nicht, provokativ zu sein. Ich bin 45 und lebe mit meinem Freund zusammen. Im Beruf oder privat mache ich kein Geheimnis darum. Zum Beispiel wurde ich gefragt, ob ich Kinder habe: Nein ich lebe mit meinem Freund zusammen. Was hast du am Wochenende gemacht? Ich war mit meinem Freund zu essen eingeladen. So wie halt auch ein heterosexueller Mann über seine Frau spricht.
    24 1 Melden
  • Topoisomerase 14.06.2016 12:35
    Highlight Amen. Danke für diesen Kommentar.
    26 5 Melden
  • Miss_Ann_Thropist 14.06.2016 12:21
    Highlight Die Ode an den sozialen Fortschritt ist sehr schön, aber was die meisten von uns wollen ist juristische Gleichstellung. Wie sollen wir der Gesellschaft erklären dass wir gleich sind wenn wir nichtmal die gleichen Rechte haben? Wann wart ihr das letzte mal an einer Demo? (Nicht die Pride) Wann habt ihr das letzte mal von der Judikative und der Legislative etwas verlangt? Wenn wir die Hetetonormativität brechen wollen müssen wir auf die Strasse und kämpfen. Wir schulden das nicht nur denjenigen, die damals im Stonewall Inn gekämpft haben, sondern uns selbst.
    22 7 Melden
    • Mannschaft 14.06.2016 14:44
      Highlight Rechtliche Gleichstellung allein ist nur Teil der Lösung. Nachdem Frankreich die Ehe geöffnet hat, erwiderte ein Teil mit Bevölkerung mit aggressiven Gegendemonstrationen. In der toleranten Stadt London wurden vermehrt schwule Männer brutal zusammengeschlagen, trotz Gesetz gegen Hassverbrechen. In den USA haben sich Behörden trotz Befehl des Obersten Gerichts geweigert, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen. Nun ist diese schreckliche Tat passiert trotz Gleichstellung.
      Die juristische Gleichstellung ist zweifellos wichtig, funktioniert aber nur Hand in Hand mit gesellschaftlicher Akzeptanz
      23 0 Melden
    • Miss_Ann_Thropist 14.06.2016 15:27
      Highlight Klar, ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass man auch auf die Institutionen Druck machen muss
      7 0 Melden
  • Calvin WatsOff 14.06.2016 11:34
    Highlight Solange es Menschen gibt...



    3 6 Melden
  • insomniac 14.06.2016 11:07
    Highlight Wir sollten nicht mehr oder weniger sichtbar sein als vorher auch. Ich wäre froh, wenn wir uns alle darüber aufregen könnten dass 50 MENSCHEN hier gestorben sind. Solange die LGBT "Eigenschaft" speziell hervorgehoben wird wird es niemals echte Gleichstellung geben.
    44 15 Melden
    • Fabio74 14.06.2016 12:06
      Highlight Die 50 Menschen wurden aufgrund der "Eigenschaft" LGBT erschossen. Darum gehört es zwibgend erwähnt.
      33 8 Melden
    • Talli 14.06.2016 12:32
      Highlight Ich bin deiner meinung. Echte akzeptanz wäre wenn nicht immer darauf aufmerksam gemacht werden müsste. Homos sind ok. Ach wirklich? Muss dies extra immer erwähnt werden werden? Ist eine katze ok weil sie eine katze ist? Ein rothaariger ist auch ok? Ich hoffe ihr versteht was ich zum ausdruck bringen will
      21 19 Melden
    • insomniac 14.06.2016 13:35
      Highlight Talli, ich verstehe dich zu 100%. Ignorier die Blitze, die wahrscheinlich kommen werden.
      7 12 Melden
    • elco 14.06.2016 14:11
      Highlight @Talli, einverstanden. Aber wenn der Attentäter z.B. in einem Katzenheim ein Massaker angerichtet hätte, wäre es auch nachvollziehbar, wenn man sich par Gedanken über die Beziehung radikaler Islamisten und Katzen machen würde. Und dabei auch die eigenen Ressentiments hinterfragen schadet ja auch nie. Wenigstens für einen Tag.
      20 3 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 14.06.2016 14:18
      Highlight Ich geh mit dir einig Talli und sehe es genauso!
      3 8 Melden
  • Pikachu 14.06.2016 10:47
    Highlight Vielen Dank für diesen Artikel!
    "Je sichtbarer wir sind, je mehr wir unser Umfeld an unserem Leben teilhaben lassen, desto mehr können wir unsere Gleichstellung innerhalb der Gesellschaft vorantreiben."
    Dieser Satz spricht mir aus dem Herzen!
    63 6 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 12:02
      Highlight Pikachu: ich möchte dir nicht deine Träume zerstören oder gar dein Herz brechen. Ich hoffe aber, dass du auch die Einseitigkeit und Egozentriertheit des Satzes erkennst. Viele der Mitmenschen fühlen sich durch diese Art des "Vorantreibens" (sexuell) bedrängt, verunsichert und in ihren Freiheiten eingeschränkt.

      Ich befürchte gar, dass diese Art des "Vorantreibens" zu mehr Intoleranz führt, weil sich die "Getriebenen" provoziert und respektlos behandelt fühlen. Sie haben dann (angeblich) nichts gegen Schwule, aber nur solange diese in ihrem Umfeld nicht schwul tun; sonst ginge das zu weit. ;/
      15 54 Melden
    • CyanidC 14.06.2016 12:37
      Highlight @Lorent Patron

      Genau diese Menschen die sich nun bedrängt, verunsichert und in ihren Freiheiten eingeschränkt fühlen, sind die gleichen die uns verleugneten, uns nicht wahrhaben wollten, uns verstossen und isoliert hattet.

      Ihr Weltbild hat sich nicht verändert, weil es bis jetzt nicht musste.

      It's about Time.
      30 7 Melden
    • Talli 14.06.2016 12:40
      Highlight Ein macho der sich wie ein arsch benimmt, alle klischees erfüllt mit brusthaaren und dummer attitüde nervt genauso wie ein oberschwudi mit rosarotem bauchfreiem t shirt.

      Ausserdem finde ich das wenn sich jemand durch die sexualität eines anderen bedroht fühlt ist dies sein problem. Sie haben eine sehr rückschrittluche meinung. Genauso könnte sich ein schwuler von all den brüsten um tv und der werbung provoziert fühlen. Dazu haben sie schlicht nicht das recht. Ihre borniertheit steht ihnen im weg
      31 3 Melden
    • Fabio74 14.06.2016 13:12
      Highlight @lorent: Warum soll es zu mehr Intoleranz kommen? Wer fühlt sich in welchen Freiheiten wann eingeschränkt und bedrängt?
      Dein Kommentar ist absurd.
      Es gibt nicht mehr zu sehen als wir bei euch Heteros täglich zu sehen kriegen
      23 2 Melden
    • Tilia 14.06.2016 13:14
      Highlight Gehts noch?? Fühlst du dich auch bedrängt wenn deine kollegin vom wochenende mit dem ehemann erzählt?? Genau dieser satz fand auch ich der wichtigste. Es ist das verdammt normalste auf der welt wenn ein mannl. von seinem partner erzählt oder eine frau von ihrer regenbogenfamilie oder was auch immer. Genau das sollte und ist normal. Wer sich hier bedrängt fühlt tut mir schon fast leid. Ihr menschen aller art zeigt euch, schämt euch nicht dann können wir vermeintlichen normalos auch zeigen dass wir euch voll und ganz akzeptieren so wie ich den bünzli mit seinem rasenmähen am samstag toleriere.
      33 1 Melden
    • Crecas 14.06.2016 13:26
      Highlight @Lorent Patron:
      Das unbekannte macht einem halt Angst. Dies ist auch bei vielen anderen Themen im politischen und gesellschaftlichen Alltag so. Dies illustrieren ja jeweils auch die Abstimmungen zum Thema "Ausländer/Asyl" so gut: Die Schweizer Stimmbürger im Kreis 4 in Zürich mit einem sehr hohen Ausländeranteil haben keine Angst, währenddessen das Dorf auf dem Lande mit weniger als 1% Ausländer gegen diese stimmt.

      ...genau darum hat Greg recht, wenn er sagt, dass die LGBT Community sich nicht verstecken soll. Dann verschwindet diese unbegründete Angst, die du schilderst.
      25 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 13:49
      Highlight keine Bange, Talli, Tilia und Fabio74! Ihr zeigt ja hier gerade selber, wie Menschen auf Provokationen natürlich reagieren, nämlich mit Intoleranz.

      "Es gibt nicht mehr zu sehen als wir bei euch Heteros täglich zu sehen kriegen." - Ich könnte ehrlich gesagt auf vieles verzichten, was ich von Hetis zu sehen kriege... ;) Nur weil sie sich so zeigen, muss ich doch nicht auch so, mmh?

      Ja, Tilia: Ich fühle mich nicht wohl, wenn meine Arbeitskollegen mit ihren tollen Familienerlebnissen "prahlen" (und von mir ähnliches erwarten).
      4 21 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 14:02
      Highlight Ja, Talli, "wenn sich jemand durch die sexualität eines anderen bedroht fühlt ist dies sein problem" - Genau! Ich empfinde es als unhöflich und respektlos, wenn man dann darauf herumtrampelt.

      Und Tilia, du schreibst, "wer sich hier bedrängt fühlt tut mir schon fast leid". Genau! Mir auch. Deshalb sollten wir doch behutsam mit diesen Leuten umgehen und versuchen, ihr Leid eher zu mindern statt es noch zu verstärken, mmh?

      Crecas: Auf dem Land feiert man Schwinger- oder Jodlerfeste und so. Bestimmt hat es viele LGBTs dabei. Sollen sie rosa Winkel tragen, oder wie meinst du "nicht verstecken"?
      4 17 Melden
    • Ylene 14.06.2016 14:24
      Highlight Häufig haben ignorante Menschen überhaupt keinen Plan, wieviele LGBTs, Muslime, Juden, etc. sie eigentlich bereits kennen, weil sie völlig verquere Ansichten haben, wie diese Menschen so sind (überraschend für die gibts ja nicht nur Tunten, Holzfällerlesben und Taliban). Der Arbeitskollege soll also ruhig vom WE mit seinem Freund erzählen (wir Heteros machen das ja auch).
      22 0 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 14.06.2016 14:26
      Highlight Also Herr Patron, ich bin entsetzt! Mit Verlaub - mir wäre es lieber, wenn sie sich mitsamt ihrem reaktionären Weltbild verkriechen.
      16 3 Melden
    • Talli 14.06.2016 14:53
      Highlight Ich verstehe nicht wie ein homosexueller mensch auf deiner sexualität oder deinen gefühlen herumtrampelt weil er z.b seinen freund in der badi küsst. Bitte um klärung
      16 1 Melden
    • Crecas 14.06.2016 15:21
      Highlight @Lorent Patron
      So wir der Autor (Greg) es geschrieben hat, meine ich es:

      "Indem wir mit einer Selbstverständlichkeit am Arbeitsplatz von unserem Wochenende mit dem Partner oder der Partnerin erzählen. Indem wir unsere Eltern, Freunde, Berufskollegen und Verwandte in unsere Leben miteinbeziehen..."

      Das du meinst, die Homos laufen nur in Pink umher, zeigt genau, dass es eben noch Aufklärungsarbeit braucht, damit die Angst vor diesem Unbekannten verschwindet.
      11 2 Melden
    • smarties 14.06.2016 15:35
      Highlight Hej nei! Solange ich mir bei jedem Outing überlegen muss, ob ich gleich abgeschrieben bin (wie bei dir), sind wir noch lange nicht gleichberechtigt! Es beginnt im Kleinen!
      17 2 Melden
    • CyanidC 14.06.2016 16:08
      Highlight @smarties Hätte es kaum schöner und vorallem richtiger ausdrücken können. Ich weiss ja nicht in was für einer paralellschweiz unsere heteros hier leben, aber für die scheint alles perfekt zu sein wenn es um unsere Rechte geht und überhaupt sollen wir ja froh sein, dass wir so "geduldet"sind...

      So höhrt und fühlt es sich zurzeit an. Arme Schweiz
      13 1 Melden
    • Miss_Ann_Thropist 14.06.2016 16:35
      Highlight Und selbst wenn Homos nur in pink und lesben nur mit Millitärhosen rumlaufen würden ist das immernoch ihr gutes Recht als Individuum.
      Zudem sprichst du von "prahlen". Wenn einer von uns über seinen Partner oder seiner Familie erzählt, ist das nicht prahlen, sondern eine völlig natürliche Art der sozialen Partizipation. Ist bei Heteros nicht anders.
      Und ich reagiere keineswegs mit Intoleranz, du darfst von mir denken was du willst, den gesellschaftlichen Wandel wirst du nicht aufhalten können.
      14 2 Melden
    • smarties 14.06.2016 16:50
      Highlight Ah und übrigens - lgbt* ist mehr als nur Homosexualität, auch wenn die am bekanntesten ist!
      Auch ist keine Form eine psychische Störung oder sonstige Krankheit und bedarf keiner Therapie, ausser es sollte aus einem Grund ein Leidesdruck bestehen.
      9 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 19:09
      Highlight Hmm... okay, der Reiche nach.

      JaneSoda: Ich verstehe nicht, was Sie an meinem Weltbild reaktionär finden. Mir wäre lieber, wenn Sie nicht einfach alles ausgrenzen, was Ihr Weltbild in Frage stellen könnte.

      Talli: Dein Unverständnis kann ich gut verstehen. Geht mir auch so. Es ist einfach eine (leidige) Tatsache, dass sich viele Mitmenschen provoziert fühlen, wenn man sie mit dem Thema Homosexualität konfrontiert. Sie fühlen sich respektlos behandelt (vgl. zB. den Diskurs um das Thema LGBT in den Schulen). Auch wenn es schwer verständlich ist, meine ich, sollte man Rücksicht nehmen.
      2 10 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 19:20
      Highlight crecas: Mir wäre eigentlich lieber, wenn eben auch meine Arbeitskollegen etwas mit ihrem Privatleben zurückhalten würde, anstatt von mir zu erwarten, dass ich mein Privatleben vor ihnen auszubreiten beginne. Ich weiss bestens aus eigener Erfahrungen, dass die meisten Schwulen keine Tunten sind. Aber die Tunten prägen das Klischee in der Öffentlichkeit.

      smarties: Du bringst es auf den Punkt! Der Schwierigkeitsgrad des Outings wiederspiegelt das Mass der Toleranz. Je einfacher den Leuten ein Outing fällt, desto toleranter die Gesellschaft, in der sie leben. Zur Zeit ist ein Outing schwer.




      3 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 19:29
      Highlight CianydC: Kopf hoch, Junge! (-;

      Miss_Ann_Thropist: Ich stimme dir zu, was die individuellen Rechte auf Pink oder Camouflage anbelangt. Jedem das seine.
      Wenn aber meine Arbeitskollegen mit ihrem Familien- und Privatleben "prahlen", dann geht es meines Erachtens weniger um Partizipation sondern allenfalls um Integration, aber doch vielmehr um Assimilation und um deren gesellschaftliche Normen. Wer den Normen nicht entspricht, gehört nicht dazu. Darum geht es. Herauszufinden, wer dazu gehört und wer nicht. Ich finde, sie sollen damit aufhören, ihre privaten Normen am Arbeitsplatz durchzudrücken.
      0 4 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 19:37
      Highlight hey smaries, noch was: Wenn sich jemand bei mir outet, dann fühl ich mich im ersten Moment sehr geehrt und im zweiten Moment ziemlich verunsichert. Dem Jemand geht es bezüglich Verunsicherung vermutlich ebenso. Deswegen schreibe ich aber Niemanden ab. Im Gegenteil: Wenn mir jemanden derartiges Vertrauen schenkt, überträgt er mir auch Verantwortung über ihn. Das macht ihn wertvoll. Das ist eher eine Aufwertung.
      2 1 Melden
    • Miss_Ann_Thropist 14.06.2016 20:05
      Highlight Du hast in einem Satz die Worte Pink und Camouflage benutzt. Pink Camouflage!!!
      2 4 Melden
    • Fabio74 14.06.2016 21:04
      Highlight @lorent: Wenn man dich kritisiert sind wir Intolerant? Gehts dir gut?
      Was stört denn an küssenden Frauen bzw Männern oder wenn sie Hänchden halten?

      Fühlst dich auch belästigt wenn deine Kollegen von ihren Freundinnen erzählen?
      3 2 Melden
    • smarties 14.06.2016 21:04
      Highlight @Lorent Patron
      Unsicherheit ist nicht nötig;) Wieso auch- wenn wir Hilfe brauchen, sagens wir. Meistens kennen wir jemanden aus der "Szene".
      Bei mir ist halt einfach mehr, dass ich dauernd erklären muss, was Asexualität bedeutet... Was dann die Standartklischees zur Folge hat inkl Psychiempfehlung.. (Es gab hier mal einen Artikel irgendwo: http://www.watson.ch/!954854716)
      2 0 Melden
    • Fabio74 14.06.2016 21:08
      Highlight @lorent: Zur Ergänzung noch: Das Thema gehört selbstverständlich in die Schulen. Es gehört vermittelt, dass sexuelle Orientierung durchaus verschieden sein kann und darf und dies eine normale Spielerei der Natur ist.
      Und wenn du dich davon betroffen oder unwohl fühlst, dann solltest du mit jemandem drüber reden der die Angst nehmen kann.
      Kein Schwuler wird dich überfallen
      4 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 21:19
      Highlight Fabio74: wenn hier zwei Männer Händchen haltend oder sich umarmend durch die Strassen schlendern, dann stört es mich, dass es Aufsehen erregt. Viele Leute drehen sich um und fangen an zu tuscheln.
      Im Gegensatz dazu: Im Iran, eines der homophobesten Staaten überhaupt, laufen sehr viele Männer Händchen haltend und sich umarmend durch die Strassen. Keinen kümmerts, keiner macht sich irgendeinen Hintergedanken, weil es dort ganz einfach völlig normal ist.

      Intolerant finde ich zB. pauschale, unbegründete (Vor-)Urteile wie "absurd", "geht's dir gut?", oder wenn man mir unterstellt, Heti zu sein.
      0 2 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 21:25
      Highlight Fabio74: es geht nicht um mich. Ich teile Meinung! Es geht darum, dass es viele Leute gibt, die sich dadurch bedrängt und sogar Respektlos behandelt fühlen. Evangelikale zum Beispiel, die das auch so äussern. Ich plädiere nur dafür, dass man sich in der Debatte mit Respekt begegnet, Respekt erwartet, aber eben auch Respekt (zB. diesen sondernbaren Evangelikalen) entgegen bringt.
      Denn eigentlich geht es doch nur um Respekt in diesem ganzen Thema. Daher sollte man vorbildlich Respekt zeigen, bevor man Respekt einfordert. Sonst wirkt es nicht glaubwürdig und wenig effizient.
      1 3 Melden
    • Talli 14.06.2016 21:30
      Highlight Ich finde lorent hat differenziert geantwortet, auch wenn ich seine meinung nicht in allen belangen teile. Thumbs up für einen gepflegten austausch
      5 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 14.06.2016 22:28
      Highlight smarties: Vielen Dank für den Link. Und Danke für dein Vertrauen!

      Im dritten Moment folgen dann tatsächlich viele Fragen. Ich hoffe, das kannst du verstehen.

      Und im vierten Moment kommt die Angst auf, mit meinen Fragen in ein Fettnäpfen zu treten, oder etwas Falsches zu sagen, auch wenn ich mich inzwischen dank Watson etwas schlau machen konnte.

      Ich hoffe, du bist nachsichtig und vergibst all denen, die trotzdem den Mut haben, die dich fragen, und die riskieren, dich zu verletzen.
      0 0 Melden
    • Tilia 15.06.2016 10:14
      Highlight Loernt ich glaube hier gehts nicht um lgbt sondern darum dass du grundsätzlich nicht so gerne gesellschaftliche kontakte hast. Dich stört das privatleben anderer sowieso. Gut sind die meisten nicht so. In einer solchen gesellschaft wie heute sind menschliche austausche wichtiger denn je aber nicht jeder mag das, ist auch ok. Das ist aber ein anderes thema und hat mit regenbogen nicht viel zu tun.
      3 1 Melden

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