Schweiz

Schweizer Kunst am Times Square: Pipilotti Rist ist gefangen im Bildschirm

Wo sonst grell leuchtende Werbeanzeigen den Passanten entgegen schimmern, drückt die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist ihr Gesicht an 60 übergrosse Bildschirme. Jeden Tag für drei Minuten – einen ganzen Monat lang. 

12.01.17, 10:58 12.01.17, 17:55

Irgendwie ist es lustig, ja fast ein bisschen ironisch: Ein Frauengesicht drückt gegen 60 Bildschirme am reizüberfluteten New Yorker Times Square. Als wäre sie gefangen in einem digitalen Kerker, rüttelt die Frau an den unsichtbaren Grenzen der Bildfläche.

Die Frau ist gefangen, sie ist verzweifelt. Sie will ausbrechen. screenshot: youtube/othersights

Es ist das Gesicht der Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist, das diesen Januar jeden Tag geschlagene «three minutes of fame» an der geschäftigsten Kreuzung New Yorks erhält.

Um 23.57 Uhr beginnt es. Die grossen Billboard-Anzeigen wechseln ihren Inhalt von Konsumlust zu Sehnsucht. Wo sonst scheinbar perfekte Models gezeigt werden, pressen sich Nase, Hände und Mund der Künstlerin gegen die überdimensionalen Glasscheiben. Die Schminke verschmiert, im Innern der Betrachter entsteht ein beklemmendes Gefühl. 

Rist selbst behauptet, dass die Person, die sie selber darstellt, jeden einzelnen Bildschirm durchbrechen und auf den Times Square hinausspringen wolle. «Sie will aus ihrer Haut herausspringen und mit der Welt verschmelzen», kommentiert die Schweizerin ihr Werk gegenüber dem Kunstmagazin «monopol»

Neuauflage eines vergangenen Projekts

Das Videospektakel wird im Rahmen von «Midnight Moment», einer Kollaboration von Werbern und Künstlern, gezeigt. Rist hat dafür neun einminütige Clips aus «Open my Glade» recycelt, die bereits vor 17 Jahren am Times Square gezeigt wurde. Jedoch lediglich auf einem einzelnen Bildschirm.

Die irritierenden Grimassen und das verschmierte Make-Up sind genau so gleich geblieben wie die ursprüngliche Message des Kunstwerks: Die Erwartungen an Frauen in den Medien sind einseitig und eng. Der Druck, dem sie ausgesetzt sind, ist zwar unsichtbar, aber kaum zu überwinden. 

Die «neue» Retrospektive

Zur Installation im Manhattaner Stadtzentrum läuft parallel die Ausstellung «Pixel Forrest» im New Yorker «New Museum». Sie erstreckt sich über drei Stockwerke und zeigt Videoskulpturen aus Pipilotti Rists 30-jährigem Kunstschaffen. In ihrer Anordnung und der hypnotisierenden Wirkung ist sie nicht nur eine Retrospektive, sondern eine Gesamtkunstwerk für sich. (jin)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 13.01.2017 07:19
    Highlight «Kunst»...

    Und bevor Lowend mich auch als Dilettantin ohne Sinn für Kunst beschimpft:

    Das ist meine Meinung. In Screens den Max machen, tote Pferde vom Himmel werfen, mit der Vagina Bilder malen oder öffentlich scheissen: hinter solchen Aktionen steckt für mich keine künstlerische Schöpfung, sondern reine Selbstdarstellung.

    Es gibt aber durchaus Installationen, die ich kreativ und anregend finde – zum Beispiel Christos Verpackungen und Floating Piers oder die Lichtshows am Bundeshaus und aktuell in Murten.

    Es gibt so viele Auffassungen darüber, was nun Kunst ist, wie es Menschen gibt.
    14 4 Melden
  • Spooky 12.01.2017 20:20
    Highlight Im Vergleich zur Kunstmafia ist die Camorra ein Kindergarten.
    11 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 20:12
    Highlight Pipilotti Rist, sorry, das ist Mist. Oder Bullshit. Aber es passt zu Trumpworld. Dort wo die Dummheit blüht.
    7 11 Melden
  • wiisi 12.01.2017 14:53
    Highlight Cool!
    14 15 Melden
  • kleiner_Schurke 12.01.2017 11:44
    Highlight Wenn Lotti pipi macht...
    31 22 Melden
    • Lowend 12.01.2017 13:00
      Highlight Vor kindischem Motzen, sollte man zuerst mal was gemacht haben. Wo kann ich ihr Lebenswerk, oder nur eine ähnliche Installation von Ihnen sehen?
      23 38 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 14:43
      Highlight Wer beim verbreiten von Ideologien aus dem Zentrum des Kapitalismus behilflich ist, bekommt dort eben auch mal eine Leinwand ;)
      24 11 Melden
    • Lowend 12.01.2017 14:54
      Highlight Auge, dass ist Schwachsinn!
      11 26 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 14:56
      Highlight MIt Schwachsinn kennst du dich ja aus ;)
      26 8 Melden
    • Lowend 12.01.2017 15:03
      Highlight Seit sie mir mit ihren destruktiven Kommentaren das Leben schwer machen eindeutig Ja!
      11 28 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 15:08
      Highlight Och du armer :(
      23 5 Melden
    • kleiner_Schurke 12.01.2017 15:11
      Highlight Frau Pipilotti Rist, wie ich mich persönlich erinnere, war mal künstlerische Leiterin der Expo 01. Das war so ein totales Debakel, dass sich damals eine nicht näher genannte Tageszeitung zur Schlagzeile veranlasste sah “Wenn Lotti Pippi macht“. In Anlehnung an dieses persönlich erinnerte Zitat, nach immerhin 16 Jahren, habe ich meinen Kommentar nach reichlicher Überlegung mit satirischer Note vorgelegt. Er wurde genommen. Anbei ein Bild der Künstlerin.
      19 4 Melden
    • Lowend 12.01.2017 16:10
      Highlight Dilettanten und kulturlose Menschen haben keine Ahnung, was hinter einer künstlerischen Leistung steckt, aber genau so muss es sein. Ist vergleichbar mit dem Artisten im Zirkus. Denen soll man ja auch nicht das strenge Training und die Arbeit vor der locker wirkenden Aufführung ansehen.
      Gefallt euch daher in euren kulturlosen Dilettantismus. Kann mir ja egal sein.
      12 37 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 16:21
      Highlight Also bestimmt Lowend nun was Kunst ist und was nicht? Ich wusste ja schon immer dass du ein kleiner Diktator bist ;)
      23 11 Melden
    • Lowend 12.01.2017 16:29
      Highlight Er kann einfach nicht ohne zu beleidigen. Was müssen Sie für ein übler Mensch sein, der so was nötig hat?
      10 28 Melden
    • kleiner_Schurke 12.01.2017 16:35
      Highlight @Lowend Um mit Tscheckov (Star Trek) zu Antworten: Es sollte ja nur ein kleines Witzchen sein. (Spock erwiderte: Ja aber nur ein ganz kleines).
      23 3 Melden
    • Lowend 12.01.2017 16:37
      Highlight ... oder ein strohdummes?
      7 28 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 16:56
      Highlight @Lowend: Natürlich sind Begriffe wie "Dilettant" oder "kulturlos" nicht beleidigend, gelle ;)
      23 6 Melden
    • Lowend 12.01.2017 17:32
      Highlight Es hat keinen Sinn, mit professionellen oder auch selbsternannten Agent Provocateurs, die rein gar nichts zur Diskussion beitragen wollen, zu diskutieren. Sie sind einfach ein mühsamer Zeitgenosse und gefallen sich in ihrer destruktiven Art.
      Da lobe ich mir im Gegenteil produktive und kreative Menschen wie z.B. Pippilotti Rist!
      8 30 Melden
    • kleiner_Schurke 12.01.2017 17:42
      Highlight Lowend. Iss ein Snickers dann wird es besser.
      28 5 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 17:54
      Highlight kindischem Motzen, Schwachsinn, Dilettanten und kulturlose Menschen, professionellen oder auch selbsternannten Agent Provocateurs, mühsamer Zeitgenosse.

      Sehr konstruktiv, muss ich sagen. Oder ist das moderne Kunst und ich bin zu dumm es zu verstehen? :D
      20 7 Melden
    • kleiner_Schurke 12.01.2017 18:02
      Highlight
      12 2 Melden
    • Lichtblau 12.01.2017 23:49
      Highlight Der Scherz des aufmerksamen kleinen Schurken, der sich an 16 Jahre alte Kunstereignisse erinnert, würde wohl auch Frau Rist gefallen. Die immerhin scheint ja keineswegs humorlos zu sein.
      1 9 Melden

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Yehuda Devir, ein Cartoonist aus Tel Aviv, versteht nicht nur etwas von Kunst, sondern offensichtlich auch von seiner Freundin. In den meisten Fällen zumindest.

Seine Kunstwerke über das Zusammenleben mit seiner Liebsten jedenfalls sind brillant ... und auch so, so wahr.

(sim)

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