Schweiz

Die Schweiz bleibt das wettbewerbsfähigste Land der Welt – sagt das WEF

Die Schweiz baut ihre Siegesserie aus: Zum 8. Mal hintereinander ist sie das wettbewerbsfähigste Land der Welt, wie die alljährliche Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) feststellt. Dahinter folgen wie im Vorjahr Singapur und die USA.

28.09.16, 01:08 28.09.16, 08:18

Die Schweiz habe sich gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht verbessert und mit 5.8 Punkten auf einer Skala von 1 bis 7 den höchsten Punktestand seit Einführung der gegenwärtigen Methodologie im Jahre 2007 erreicht, teilte das WEF im Globalen Wettbewerbsbericht 2016-2017 mit. Im in der Nacht auf Mittwoch veröffentlichten Bericht wurden 138 Länder nach 12 Oberkategorien untersucht.

Die Schweiz liege bei vier der zwölf Oberkategorien an der Spitze und bei elf der zwölf Kategorien sei die Schweiz in den Top 10, hiess es weiter. Einzig bei der Marktgrösse ist das Land naturgemäss abgeschlagen auf Platz 39 von 138 Ländern.

Nebst fruchtbaren Wiesen: Die Schweiz hat laut WEF eines der fruchtbarsten Innovationsökosysteme der Welt. Bild: KEYSTONE

Spitze sei die Schweiz bei der Effizienz des Arbeitsmarkts, beim direkten Geschäftsumfeld und den Geschäftsmodellen von Unternehmen, bei der Innovation sowie zum ersten Mal bei der technologischen Bereitschaft. Die Schweiz habe wohl eines der fruchtbarsten Innovationsökosysteme, hielt das WEF fest.

Mehrere Schwachpunkte

Auch das politische System und die Infrastruktur seien förderlich, die Hochschulen und Universitäten seien herausragend. Gleichzeitig vermöge die Schweiz, die besten Talente anzuziehen. Vorteile seien auch die zahlreichen Grosskonzerne, das dichte Netz an KMU sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Relative Schwachpunkte der Schweiz seien die hartnäckige Deflation sowie der Mangel an Wettbewerb, schrieb das WEF. Auch bestünden Hürden für Firmengründer, relativ hohe Eintrittsbarrieren in den hiesigen Markt sowie eine im internationalen Vergleich tiefe Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt.

Mehr Handelshemmnisse

Auf globaler Ebene stelle der in den letzten zehn Jahren gesunkene Offenheitsgrad von Volkswirtschaften ein Risiko für die Weltwirtschaft und die Innovation dar, schrieb das WEF. Schuld am Abwärtstrend des letzten Jahrzehnts sei in erster Linie die Zunahme von nichttarifären Handelshemmnissen.

Der sinkende Offenheitsgrad in der Weltwirtschaft sei ein Risiko für einen neuen Aufschwung und zukünftigen Wohlstand, wird WEF-Gründer Klaus Schwab zitiert. Führungspersönlichkeiten müssten den Trend der letzten zehn Jahre umkehren und gleichzeitig für ein Wachstum sorgen, das viele Menschen mitnehme. Denn jeder solle die Chance haben, von der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zu profitieren.

Weil wettbewerbsfähigkeit nicht alles ist: So schön ist der Herbst in der Schweiz

Kritik übte das WEF an der ultralockeren Geldpolitik der grossen Zentralbanken. Die quantitative Lockerung und andere geldpolitische Massnahmen reichten nicht unbedingt aus, um langfristiges Wachstum in den Industriestaaten wieder anzukurbeln. Grundvoraussetzung für den Erfolg des Programms sei vielmehr, dass bereits eine starke Wettbewerbsfähigkeit bestehe.

Niederlande überholt Deutschland

Fortschritte bei der Wettbewerbsfähigkeit haben die Niederlande gemacht, die Deutschland von Platz vier verdrängt haben. Einen Sprung um drei Plätze machten Schweden (6) und Grossbritannien (7). Das Ergebnis für Grossbritannien basiere allerdings auf Daten aus der Zeit vor der Brexit-Abstimmung, hiess es.

Während mittel- und nordeuropäische Staaten die Top 10 dominieren, hinken die Krisenländer Südeuropas weiterhin weit hinterher. Spanien hat sich zwar um einen Platz auf Rang 32 verbessert, Italien dagegen um einen Rang auf Platz 44 verschlechtert. Portugal rutschte gar acht Plätze auf Rang 46 ab, Griechenland um fünf Plätze auf Rang 86. Damit ist der Aufwärtstrend von Hellas in den letzten Jahren wieder vorbei. (sda)

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • vbo 28.09.2016 09:56
    Highlight wie immer bei solchen meldungen drängt sich mir der verdacht auf, dass auch diese studien durch schweizer (steuer-)gelder finanziert werden...
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 28.09.2016 09:15
    Highlight Dachte wir sind so isoliert, fremdenfeindlich, abhängig etc. *heul*
    4 1 Melden
  • Karoon 28.09.2016 08:51
    Highlight Und auf dem Titelbild sieht man das A...loch einer Kuh...
    5 0 Melden
  • koks 28.09.2016 08:33
    Highlight Den Firmen und Aktionären gehts blendend in der Schweiz. Die Bürger bezahlens mit jährlichen Kostensteigerungen bei Krankenkasse, Miete, Mobilitätskosten etc von 3-5%.
    5 1 Melden
  • DailyGuy 28.09.2016 08:27
    Highlight Ich glaube auch, dass wir eine grosse Innovationskraft haben. Jedoch kommt diese Innovation in der Schweiz leider nicht von Startups. Und dies könnte der Schweiz über längere Sicht zum Verhängnis werden. In anderen Ländern werden Startups gepusht und gefördert. Hier jedoch sind die Hürden gross und die Unterstützung klein (bis auf einige Hochschulen und Firmen, welche Startup-Programme haben). Man muss nur mal schauen wo die Grossen (Google, Apple, Facebook usw) einkaufen. Das sind meist Startups mit brillianten Ideen. Hier müsste die CH-Politik ansetzen.
    2 1 Melden
  • rodolofo 28.09.2016 08:23
    Highlight Gute Noten bei der Kooperationsfähigkeit wären mir lieber.
    3 4 Melden
    • whatthepuck 28.09.2016 11:45
      Highlight Wer sagt, dass wir die nicht auch haben? Und: Was bringt Kooperation, wenn man nichts davon hat? Wir brauchen soviel Kooperation, wie uns gut tut. Offenbar haben wir im Moment ein gutes Mass.
      0 0 Melden
    • rodolofo 28.09.2016 20:24
      Highlight Diese ständige Betonung des Wettbewerbs geht mir total auf den Wecker!
      Wenn jemand mit sehr schlechten Voraussetzungen durchschnittliches leistet, ist das mehr wert, als wenn jemand mit Super-Voraussetzungen Akademiker wird.
      Werden solche Dinge berücksichtigt?
      Weil alle gegen alle konkurrieren, verhalten sich alle künstlich und affektiert.
      Diese Zwang, sich möglichst gut verkaufen und präsentieren zu müssen, bringt lauter stromlinienförmige Anpässler und Opportunisten .
      Mir geht das alles am Arsch vorbei!
      Diese Wettbewerbsfähigkeit kann mir gestohlen bleiben!
      Jemand muss ja "der Letzte" sein.
      0 0 Melden

Von wegen Käse, Schokolade und Uhren: Die Schweiz ist Vizeweltmeister im Waffenhandel

Laut einer neuen US-Studie liefert pro Kopf kaum ein Land mehr Waffen an Entwicklungsländer als wir Schweizer.

Die Schweiz ist ein Top-Exportland. Nicht nur bei Waren wie Käse, Schokolade und Uhren. Sondern auch bei Waffen. Vor allem bei Waffen an Entwicklungsländer.

Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des US-amerikanischen Congressional Research Service (CRS). Demnach war die Schweiz 2015 der weltweit siebentgrösste Rüstungslieferant an Entwicklungsländer: Sie lieferte Rüstungsgüter im Wert von 700 Millionen Dollar an sogenannte «developing nations».

Pro Kopf umgerechnet, belegt die neutrale Schweiz …

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