Schweiz
Calvin und Sherylin spielen, waehrend ihre Eltern Patricia und Kevin Gerzner das Vorzelt ihres Wohnwagens aufstellt, am Freitag, 9. Mai 2014, auf dem Schermenareal zwischen Woelflistrasse und Schermenwald in Bern. Das 3400 Quadratmeter grosse Areal bietet Platz fuer 30 Wohneinheiten und wird ueblicherweise als Parkplatz genutzt. Nachdem die Jenischen erst in Bern, spaeter in Nidau fuer mehr Standplaetze demonstriert hatten, raeumten die Staedte Bern und Biel den Schweizer Fahrenden das Recht ein, bis Ende August gegen Entgelt auf zwei Plaetzen zu leben. Dies verbunden mit der Forderung, dass der Kanton sich des Problems annehmen soll. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Platz für 20 Wohnwagen: In Rohrbach steht Jenischen ein privates Gelände für einen Aufenthalt zur Verfügung – allerdings nur Schweizer Jenischen.  Bild: KEYSTONE

Eine kleine Lösung

Jenische erhalten provisorischen Durchgangsplatz in Rohrbach BE – doch er ist ausschliesslich Schweizer Fahrenden vorbehalten

07.08.14, 13:24 07.08.14, 14:11

In der oberaargauischen Gemeinde Rohrbach steht ab September Schweizer Jenischen ein privates Gelände als provisorischer Durchgangsplatz zur Verfügung. Bis zu 20 Wohnwagen dürfen während drei Monaten auf dem Grundstück bleiben.

Das 3000 Quadratmeter grosse Gelände befindet sich auf dem Areal der alten Sagi und ist derzeit unbenutzt, wie das Regierungsstatthalteramt Oberaargau am Donnerstag mitteilte. Ab Mitte 2015 ist auf dem Gelände der Baustart für eine Kletterhalle geplant.

Die Grundeigentümerin stellt dem Kanton und der Gemeinde das Grundstück unentgeltlich bereit, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Pro Tag und Wohneinheit erhebt die Gemeinde eine Miete von 15 Franken.

Exklusiv für Schweizer Jenische

Die Benutzung des Geländes steht ausschliesslich Schweizer Jenischen zur Verfügung und ist im Voraus bei der Gemeindeverwaltung anzumelden, wie das Statthalteramt festhält. Andere Gruppen von Fahrenden erhalten keinen Zutritt zum Areal.

Mit dem Angebot in Rohrbach verschaffe man dem Kanton Bern zudem mehr Zeit für die Suche nach dauernden Stand- und Durchgangsplätzen.

Ende April hatten Jenische auf der Kleinen Allmend in Bern ein Protestcamp eingerichtet, um gegen fehlende Stand- und Durchgangsplätze im Kanton Bern und in der gesamten Schweiz zu protestieren. Etwas später stellten die Städte Bern und Biel den Jenischen bis Ende August je ein Gelände zur Verfügung. (sda)

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